Clever investieren: Volatilität gezielt ausnutzen

Das seit Jahren extrem niedrige Zinsniveau stellt Sie als Freelancer vor echte Herausforderungen: Sichere Wertpapiere bringen keine Rendite mehr ein – Sie müssen also zwangsläufig auf riskantere Assets zurückgreifen, wollen Sie ein finanzielles Polster zusammensparen oder für Ihr Alter vorsorgen. Nicht umsonst investieren immer mehr Deutsche in Aktien, also in Unternehmen, um an deren Wertentwicklung zu partizipieren. Und die muss nicht zwangsläufig positiv sein – die Volatilität schreckt viele ab. Und doch sind Aktien eine ausgesprochen attraktive Anlageklasse, die Ihnen vor allem auf lange Sicht eine interessante Entwicklung versprechen.

Die Aktie – ein interessantes Finanzinstrument

Kapitalgesellschaften geben Aktien aus, um sich über den Verkauf dieser Anteile mit Kapital zu versorgen. Im Gegenzug erhalten Anleger bestimmte Rechte eingeräumt – sie werden im Prinzip Gesellschafter. Allerdings gibt es hier erhebliche Unterschiede, nicht alle Aktien beinhalten ein Mitbestimmungsrecht, nicht alle Unternehmen schütten Dividenden aus. In erster Linie eröffnet Ihnen ein solches Investment die Chance, auch als Freelancer vom steigenden Aktienkurs zu profitieren – und der ist das Resultat eines permanenten Wechselspiels von Angebot und Nachfrage.

Wie entsteht aber diese als Volatilität bezeichnete permanente Schwankung des Aktienkurses? Hier wirken sich verschiedenste Impulse aus: Wird zum Beispiel eine geplante Übernahme bekannt oder verändern sich wegen politischer Entscheidungen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, beeinflusst dies die ebenso Chancen eines Unternehmens wie verlautbarte Gewinnerwartungen oder Gewinnwarnungen, konjunkturelle Trends oder Branchenentwicklungen. Und dann kann alles sehr schnell gehen: Ein Aktienkurs schießt geradezu in die Höhe – oder stürzt ins Bodenlose ab. Umso wichtiger ist die Auswahl geeigneter Unternehmen unterschiedlicher Größen, Branchen und Regionen, so können Sie eine intelligente Risikostreuung realisieren. Gute Orientierung geben Ihnen beispielsweise die großen Indizes, wie zum Beispiel der DAX.

Der DAX – eine Erfolgsgeschichte


Am 1. Juli 1988 beginnt die Geschichte: Mit 1.000 Indexpunkten geht der 30 deutsche Aktiengesellschaften umfassende Aktienindex an den Start. Seither misst er die Wertentwicklung der 30 Unternehmen Deutschlands, die neben ihrer Größe auch die höchste Liquidität aufweisen – er bildet also rund 80 Prozent der relevanten Marktkapitalisierung börsennotierter deutscher Unternehmen ab. Und die kann sich über die Jahre sehen lassen:

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Volatilität auf lange Sicht kaum eine Rolle spielt: Selbst die dramatischen Wirtschafts- und Finanzkrisen – zuletzt der Corona-bedingte Einbruch, konnten dem Aufwärtstrend nichts anhaben. So lässt sich auch erklären, dass immer mehr Deutsche zur Aktie als Wertpapier greifen:

Allein 2020 stieg die Anzahl der deutschen Anleger, die Geld in Aktien investiert haben, um circa 2,7 Millionen – das sind rund 17,5 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren. Auch als Freelancer können Sie diese Chance effektiv für sich nutzen.

Das Investment – clever organisieren


Es lässt sich also ableiten: Nachhaltige Erfolge eines Aktieninvestments hängen von verschiedenen Faktoren ab, nämlich von

. der Auswahl der Aktien,
. der Risikostreuung und
. dem Anlagehorizont.

Je kürzer Sie die Laufzeit eines Investments wählen, desto größer ist die Bedeutung der Volatilität – und des Einstiegszeitpunktes: Kaufen Sie bei einem hohen Aktienkurs, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur – und umgekehrt. Wollen Sie die Aktien über einen längeren Zeitraum halten, wird dieser Aspekt jedoch weniger wichtig. Sind Sie sich unsicher, dann legen Sie als Freelancer am besten regelmäßig gleichbleibende Beträge an, um die Performance zu glätten:

  • Steht der Kurs gerade niedrig, kaufen Sie relativ viele Aktien – bei einem Kursanstieg profitieren Sie überdurchschnittlich.
  • Bei einem hohen Kurs erwerben Sie im Vergleich wenige Aktien, sodass sich eine Korrektur weniger stark auswirkt.

Dieser Cost-Average-Effekt schützt Sie vor größeren Anlagefehlern – verursacht aber im Vergleich einen höheren Aufwand in Ihrer Buchhaltung.

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Die Buchhaltung – fundiert aufstellen

Aktien gehören zu den Wertpapieren, die Sie jederzeit wiederverkaufen können – deswegen zählen sie zum Umlaufvermögen. Spielen die Anteile Erträge ein, führen Sie diese auf den relevanten Erlöskonten. Sobald Sie Aktien verkaufen, buchen Sie diese als Abgänge vom Umlaufvermögen aus – mit einem Wort: Es werden einige Buchungssätze notwendig, um als Freelancer dieses Investment korrekt zu verbuchen. Und dann ist da noch das Thema Steuern: Sämtliche Gewinne und Dividenden aus Aktieninvestments unterliegen der Abgeltungssteuer, dazu kommen noch der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer. Umso wichtiger ist es, sich mit den wichtigsten Begriffen rund um ein Aktieninvestment ausführlich zu befassen, die Zusammenhänge zu verstehen und alle Vorgänge sauber zu erfassen.

Das Aktieninvestment – Renditechancen für Freelancer

Als Freelancer sind Sie für Ihre Altersversorgung ebenso selbst verantwortlich wie für den Aufbau der Liquidität – und die Möglichkeiten, Geld rentabel anzulegen, sind deutlich weniger geworden. Aktien eröffnen ein interessantes Potenzial, wenn Sie sich mit der Materie befassen, clever anlegen und Risiken streuen. Auch wenn das ratierliche Investieren mehr Aufwand verursacht, können Sie auf diese Weise die Volatilität glätten – ein solches Investment sollte ohnehin auf lange Sicht betrachtet werden. Mit einer sorgfältigen und fachkundigen Buchhaltung erhalten Sie nicht nur einen optimalen Überblick zur Wertentwicklung, sondern sorgen für eine korrekte Besteuerungsgrundlage – und damit für Ihren langfristigen Erfolg.


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