Das Café als „neuer“ Homeoffice Bereich – Versprechen und Realität

Von der Heimarbeit zum Homeoffice

Bevor das Homeoffice seinen Namen bekam und Work Life Balance noch Heimarbeit hieß, war das meist kein sehr erfreulicher Zustand – schlecht bezahlte mechanische Arbeit, Abhängigkeit von einem Auftraggeber, der meist Material und Werkzeuge stellte, und Ausbeutung von Familien.
Mit dem Fortschreiten der industriellen Revolution wurde Verwaltungstätigkeit wichtiger – white collar kontra Blaumann. Aus dem Kontor wurde das Bureau und schließlich das Großraumbüro. Neue Frauenberufe entstanden: das Fräulein vom Amt, die Sekretärin, die Kauffrau. Büros waren zentralisiert, von der Wohnwelt entfremdet. In Großbritannien und den USA entstanden die „nine to five jobs“ und das „commuting“ von den Suburbs in unbewohnte Cities.
Mit der Verbesserung der Datenkommunikation (IT und Internet) wurde das Homeoffice zum Versprechen vor allem für Frauen mit Familie oder Alleinerziehende. Aber der Preis war hoch. Ohne Disziplin fließen Arbeit und Leben gesundheitsbelastend ineinander. Unsichere (Schein-)Selbständigkeit und soziale Ausgrenzung folgten. Die Zahl der „Heimwerker“ ist in Deutschland leicht rückläufig (2008 – 9,7%; 2012 – 7,7% / „modern office“ 2014/8). Die Hälfte der „Heimarbeiter“ ist jedoch zufrieden.

Das Kaffeehaus als Arbeitsplatz der Kreativen

Literaten und Journalisten konnten einen Teil ihrer Arbeit in ein kommunikatives Umfeld verlegen – das Kaffeehaus. Die Epoche der deutschen Kaffeehausliteratur und der Künstlertreffs reichte von 1880 bis 1933 (Machtergreifung, Bücherverbrennung) bzw. 1938 (Anschluss Österreichs, Besetzung Prags)
Berühmt wurden Wiener Kaffeehäuser wie das „Griensteidl“, das „Central“ und das „Café Museum“. In Prag gingen Literaten und Künstler ins „Continental“ oder „Café Arco“, in München ins „Luitpold“. Eine herausragende Rolle hatten die Berliner „Institutionen“ „Café Größenwahn“ (bis 1915) und „Romanisches Café“ (bis 1933), deren Liste der Stammgäste sich wie ein Kondensat der deutschen Kulturgeschichte liest.

Die Wiederbelebung des Cafés durch die IT-Technik

Die Cafés als Arbeitsplatz für Selbständige, aber auch Angestellte und Führungskräfte mit „Offenem Büro“ wurden „Offices to go“. Fast-Food-Lokale bieten seit geraumer Zeit Zugang zum Internet, Tankstellen eröffnen Business-Lounges und in öffentlichen Büchereien findet man Leseräume mit Kaffeehaus-Atmosphäre und WLAN. An Verkehrsknoten wie Flughäfen und großen Bahnhöfen wurden Hotspots eingerichtet.
Noch vor dem Entstehen der Hotspots war schon eine andere wichtige Entwicklung abzusehen – das mobile Büro mit Notebooks. In den USA wurden 2005, weltweit 2008, mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft. Mit Subnotebooks, Netbooks, Tablets und Smartphones kamen weitere mobile Computer dazu.

Ohne WLAN gibt es bereits seit 1991 über die Handynetze Zugang zum Internet und zum Datentransfer (GSM). Mit der Beschleunigung der Netze (UMTS ab 2001/ HSPA-LTE ab 2006) wurden externe (USB-Surfsticks) und integrierte Modems professionell interessant.

Vor- und Nachteile von „flexible office“ und „mobile office“

Das „flexible office“ zuhause bietet dem Telearbeiter hohe Datensicherheit, vor allem mit Kabelanschluss (LAN). Er ist aber gegenüber dem Büroplatz („collaborative office“) sozial abgeschottet, häufig abgelenkt und kommunikativ behindert. Er muss mit Mails, Konferenz-Schaltungen (Skype) und Meetings den Kontakt aufrecht halten.
Das „mobile office“ ist an fast jedem Ort möglich, ob Strandcafé oder Hotellounge. Die lebendige Umgebung empfinden laut der Regus-Studie von 2013 mehr als drei Viertel der befragten Führungskräfte als Förderung von Kreativität und Produktivität. Kundenkontakte können gut mit dem digitalen Büro kombiniert werden. Schwierig bleibt aber die Datensicherheit.
Über öffentliche Netze sind Hackerangriffe, Malware-Infektionen und Datendiebstahl wesentlich leichter. Der Telearbeiter im Café sollte sich also sehr genau überlegen, welche Daten er online bearbeitet, in der Cloud speichert und wie er sein Arbeitsgerät vor Diebstahl, Beschädigung oder elektronischen Angriffen schützt.
Dienlich kann hier  eine Security Software wie z.B. G DATA Internet Security sein, da sie u.a. einen Echtzeit Surfschutz liefert und auch Warnungen meldet, wenn eine andere Seite versucht, Ihren PC abzutasten. Im Falle von Verlust oder Diebstahl kann eine Verschlüsselungssoftware wie z.B. Steganos Safe fremden Personen den Zugang zum Gerät erheblich erschweren und die persönlichen und sensiblen Daten schützen. In Pausen sollte man den Computer ebenso wenig ungesichert lassen wie die Handtasche oder den Aktenkoffer.

Dagmar Heinze

Dagmar Heinze

Ist seit dem 1. Juni 2012 bei freelance.de für das Online Marketing zuständig. "Ich freue mich bei diesem schnellwachsenden Unternehmen mitwirken zu können!"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.