Der gut durchdachte Businessplan: Verschleiß von Hausschuhen, Teppichen und Nerven nicht vergessen! – Freelancetweets 007

Freelance-Tweets

In der Reihe freelance Tweets kommentieren wir grandiose, aberwitzige, aber auch ganz nüchterne Tweets über das Leben als Freiberufler. Heute sprechen wir über:

Einführung und Marktanalyse

Das Ziel eines guten Businessplans ist ja, den Berater in der Bank oder in der Arbeitsagentur davon zu überzeugen, dass man sich nicht aus einer Laune heraus selbstständig macht, sondern dass das eigene Vorhaben gut durchdacht hat. Die Überzeugungsarbeit beginnt mit einer kompakten Darstellung des geplanten Businesses.

Darauf folgt eine Marktanalyse. Noch bevor man anfängt und so richtig weiß, wie sich das Geschäft entwickeln wird, sollte man die Konkurrenz durchleuchtet haben. Und dabei herausgefunden haben, welche Nischen noch verfügbar sind und gleichzeitig genügend Potential für ein ganzes Einkommen bergen. Wer sich als IT-Freelancer in einem stark nachgefragten Bereich selbstständig macht, muss hier vielleicht weniger kreativ werden als ein künftiger Social Media Manager. Welche Kunden warten auf mich? Und wie kann ich ihnen Nutzen bringen? Kann ich den Berater, der mich über seine randlose Brille hinweg anblickt, davon überzeugen, dass X% der Yogalehrer auf einen Social Media Manager warten, der sich mit Jivamukti, Hatha, Kundalini-Yoga bestens auskennt und mindestens vier weitere Yogaarten selbst praktiziert? Der sich selbst gerade spirituell weiterentwickelt und auf diese Reise andere mitnehmen möchte? Wie erkläre ich dem Berater am besten, dass dazu Begeisterungsfähigkeit notwendig ist und das Zertifikat der örtlichen Social-Media-Manager-Akademie eine ausreichende Ausbildung ist?

Die Finanzplanung – Kür eines gut durchdachten Businessplans

Keine Sorge! Wer den Berater hier noch nicht so ganz auf seine Seite gezogen hat, kann vielleicht mit dem nun folgenden Abschnitt punkten: die Finanzplanung, Kür eines jeden gut durchdachten Businessplans. Auch der zukünftige Yoga-Social-Media-Manager kann hier das gesamte Wissen seines abgebrochenen BWL-Studiums aufpolieren, gekonnt einsetzen und den Plan damit zum Strahlen bringen. Künftige zu erwartende Einnahmen sollten die entstehenden Kosten idealerweise nach ein paar Monaten decken, wobei die Kostenseite nichts Wesentliches ignorieren darf. Also, an die Arbeit!

Gut durchdacht, meint @falkoloeffler, wäre, wenn der künftige Freelancer den Posten „Hausschuhe“ nicht vergisst. Schlecht wäre, sich blindlings in die Selbstständigkeit zu stürzen, ohne daran zu denken, dass man künftig wesentlich mehr Zeit im Home Office verbringen und damit der Verbrauch an Hausschuhen im Jahresdurchschnitt rapide ansteigen wird.

Wir schlagen vor, dass ein gut durchdachter Businessplan auch folgende Punkte berücksichtigen muss:

  • Kaffee und Tee, sowie Kaffeemaschinenabnutzung
  • Verschleiß von Teppichen, die auf der Strecke zwischen Arbeitszimmer, Küche und Toilette liegen
  • Toilettenpapier, Seife und Abnutzung von Handtüchern
  • Abnutzung von Yogamatten (für künftige Yoga-Social-Media-Manager)
  • Zeiteinsatz für das Auffinden von emotionalen Postkarten, die die Klienten in eine ganz bestimmte Stimmung versetzen (für künftige Coaches)
  • Arbeitszeitausfall für die gefühlten 30 mal am Tag, an denen man Pakete für Nachbarn entgegen nimmt oder wieder aushändigt (zu bedenken wäre, ob hier vielleicht auch die Türklingel und der Türöffner einem erhöhten Verschleiß unterliegen)
  • Organisationsaufwand für Freelancer, die auch noch Eltern sind und sich einer erhöhten Anzahl spontaner „Kannst du heute doch die Kinder abholen?“-Nachfragen anderer Eltern ausgesetzt sehen
  • Und hat eigentlich schon mal jemand darüber nachgedacht, wie man die Abnutzung der eigenen Nerven in Zahlen fassen könnte? Vielleicht gegengerechnet mit Besuchen von Entspannungstechnikkursen?

Im Falle von Hausschuhen und Teppichen etc. sollte man nicht vergessen (analog zur Abnutzung des Autos), hier mit Pauschalen zu arbeiten, die man mit der Größe der Wohnung und der Häufigkeit der voraussichtlich zurückgelegten Wege multiplizieren kann.

Man kann nur vage erahnen, wie ein Bankberater oder Sachbearbeiter in der Arbeitsagentur hier hinter der randlosen Brille die Augenbrauen hochachtungsvoll hochzieht, wohlwollend nickt und dann ein Häkchen setzt. Abgesegnet ist er, der Businessplan, und auf geht’s in die strahlende Freelancer-Zukunft!

Twittern Sie mit Hashtag #freelancetweet und mit etwas Glück kommentieren wir bald auch Ihren Tweet hier bei uns im Blog.

Ein Kommentar:

  1. Avatar
    Herbert Horne

    Vielleicht wäre es auch noch sinnvoll zu berücksichtigen, dass wenn man solche postings schreibt, die Abnutzung der Tastatur einen Kostenfaktor ausmacht. Auch würde ich eventuelle Prozessrückstellungen veranschlagen, falls mich jemand verklagt der solche postings liest und einen Schaden nimmt. Reine Satire, wie dass ganze posting.

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