Der Karriereexperten-Trend-Check 2015: Jahr des beruflichen Lernens – Teil I

Was hat sich verändert, was blieb gleich und was erwartet uns noch im Karrierebereich? Karriereexperten.com, ein Netzwerk erfahrener Coachs und Karriereberater, gegründet von Svenja Hofert, wirft den Blick nach vorn und schaut, welche Entwicklungen und Trends für 2015 abzusehen sind. Dabei kommen Themen wie Arbeitsmarkt, Bildung und Karriere, Recruiting, Gesundheit und Führung auf den Prüfstand. Eines steht fest, so Karriereberater Lars Hahn: „2015 wird das Jahr des beruflichen Lernens.“

Im Folgenden finden Sie Trends zu verschiedenen karriere- und berufsrelevanten Trend für 2015:

Teil I:
  • Trend zur selbstinitierten Weiterbildung
  • Trend zum Wandel der Arbeitskultur
  • Trend zur dialogorientierten Führung auf Augenhöhe
Teil II:
  • Trend zur persönlichen Karriere
  • Trend zum innovativen Gründen
  • Trend zum Bewerbungsstorytelling
Teil III:
  • Trend zum lockeren Vorstellungsgespräch
  • Trend zur Einforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Trend zur stärkeren Gesundheitsförderung

 

Trend zur selbstinitierten Weiterbildung

Warum 2015 das Jahr des Lernens wird, erklärt Karriereexperte für Weiterbildung Lars Hahn: „Auch wenn viele von Fachkräftemangel reden, muss der einzelne Berufstätige sich auf dem aktuellen Stand seines Berufsfelds halten, damit er mit dem rasanten Fortschritt der Arbeitswelt Schritt halten kann.“
Dabei ist es ganz gleich, ob es um fachliche Qualifikationen oder Soft-Skills geht, denn Weiterbildung hat 2015 einen hohen Stellenwert. „Immer wichtiger wird dabei das „Lernen lernen“, die Fähigkeit, sich selbst neues Wissen anzueignen.“, so Lars Hahn.

Trend zum Wandel der Arbeitskultur

„Das Thema 2015 werden Kompetenzen für eine neue Führung sein“ sagt Svenja Hofert, Karrierecoach aus Hamburg. Dieses Thema hat zwei wesentliche Aspekte.

1.  Innovation – Manager müssen Innovationen freisetzen können. In einer Welt, in der es immer mehr darauf ankommt, dem Wettbewerber eine Nasenlänge voraus zu sein und sich Neues ganz schnell entwickelt, brauchen Unternehmen ganz andere Charaktere und Eigenschaften als früher. Es geht darum, in der Komplexität auch ohne die alten Planungstools erfolgreich zu sein. Zielsetzung killt Kreativität. „Doch die, die derzeit Manager sind, arbeiten immer noch mit strikten Zielvorgaben. Messbarkeit steht noch im Vordergrund.“ resümiert Svenja Hofert.

2.  Motivation – Eine wichtige Kompetenz von Managern wird es sein, intrinsische Schaffensfreude freizusetzen. „Meine Umfrage Worklifestyle, an der bisher rund 500 Personen teilgenommen haben, hat ergeben, dass die meisten durch Ziele- und Ergebnismessung abgeschreckt sind.“ so Svenja Hofert. Viele Menschen wollen heute schon flexibel arbeiten, etwas Sinnvolles tun – Kreativität entfalten, ohne auf die Uhr zu gucken. „Und das passt mit dem derzeitigen Führungsstil einfach nicht zusammen. Sicher wird das Jahr 2015 nicht reichen, aber es wird ein wichtiges Jahr für die Transformation der Manager.“ erklärt Svenja Hofert.

Trend zur dialogorientierten Führung auf Augenhöhe

„Die Zeit der Patriarchen ist endgültig vorbei, das Denken in Hierarchien ist längst überholt. Und dort, wo es noch nicht ganz angekommen ist, wird sich dieser Trend 2015 nicht mehr aufhalten lassen.“, sagt Natalie Schnack, Sichtbarkeitscoach aus Hamburg. Die Karriere- und Führungsexpertin Barbara Simonsen stellt fest: „Führung wird sich immer mehr nach den unterschiedlichen Generationen richten und eine lebensphasenorientierte Personalpolitik betreiben.“ Dies bedeutet für die zukünftige Personalführung, sich stärker an den Interessen der Mitarbeiter zu orientieren. Die individuellen Lebens- und Berufssituationen gilt es zu berücksichtigen, um Motivation und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Leitfragen, die von Betrieben beantwortet werden müssen, betreffen die

  • Unternehmens- und Führungskultur: „Wie nutzen wir die unterschiedlichen Werte und Denkmuster der Generationen für die sinnvolle und produktive Tätigkeit?“
  • Mitarbeitergewinnung und -bindung: „Wie sind wir als Arbeitgeber attraktiv?“
  • Gesundheitsförderung und Reduzierung der Arbeitsbelastung: „Wie sichern wir die Beschäftigungsfähigkeit über die verlängerte Lebensarbeitszeit?“
  • Kompetenz- und Karriereentwicklung: „Wie fördern wir die Mitarbeiter in jeder Lebensphase?“
  • persönliche Lebenssituation: „Wie können Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege vereinbart werden?“

Das Verhältnis von Mitarbeitern und Entscheidern wird sich zu einer wertschätzenden Zusammenarbeit von Partnern auf Augenhöhe entwickeln. „Die Kluft zwischen „den da unten“ und „den da oben“ wird schmelzen.“ so Natalie Schnack. „Das bedeutet, Vorgesetzte können nicht mehr per Direktive führen, sie werden Mitarbeiter zunehmend von ihren Ideen überzeugen müssen.“ Sowohl Mitarbeiter als auch Bewerber fordern bereits heute eine Begegnung auf einer Augenhöhe ein.

>> weiter zu Teil II

2 Kommentare:

  1. Pingback:Der Karriereexperten-Trend-Check 2015: Jahr des beruflichen Lernens – Teil III | Freelance.de Blog

  2. Pingback:Der Karriereexperten-Trend-Check 2015: Jahr des beruflichen Lernens – Teil II | Freelance.de Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.