Der Karriereexperten-Trend-Check 2015: Jahr des beruflichen Lernens – Teil III

Was hat sich verändert, was blieb gleich und was erwartet uns noch im Karrierebereich? Karriereexperten.com, ein Netzwerk erfahrener Coachs und Karriereberater, gegründet von Svenja Hofert, wirft den Blick nach vorn und schaut, welche Entwicklungen und Trends für 2015 abzusehen sind. Dabei kommen Themen wie Arbeitsmarkt, Bildung und Karriere, Recruiting, Gesundheit und Führung auf den Prüfstand. Eines steht fest, so Karriereberater Lars Hahn: „2015 wird das Jahr des beruflichen Lernens.“

Im Folgenden finden Sie Trends zu verschiedenen karriere- und berufsrelevanten Trend für 2015 – Teil III:

Trend zum lockeren Vorstellungsgespräch

„Das Bewerbungsgespräch beginnt nach wie vor im Moment des ersten Blickkontakts. Und noch immer entscheiden die ersten Augenblicke über Sympathie oder Antipathie zwischen den Gesprächspartnern“ sagt Karriereberater Daniel Bohne.
Ein gutes Vorstellungsgespräch ist weiterhin von „geben und nehmen“ geprägt. Beide Seiten wollen etwas voneinander und beide Seiten haben etwas zu bieten. „Das muss am Ende des Gesprächs für alle Beteiligten spürbar sein. Dann war es ein gutes Gespräch und erfüllt die gewünschte „Win-Win-Situation“ so Daniel Bohne weiter.
Inzwischen nimmt die Zahl der Unternehmen deutlich zu, die in Bewerbungsgesprächen mehr Lockerheit an den Tag legen und auf einige klassische Riten verzichten. In einigen, insbesondere jungen Unternehmen wird sogar von Anfang an geduzt. Anzug und Krawatte sind dann vollkommen fehl am Platz. Sneaker? Warum nicht?! „Ich erkenne insgesamt einen Trend zu mehr Lockerheit in den Umgangsformen bei Bewerbungsgesprächen. Die traditioneller geprägten Unternehmen sind meiner Einschätzung nach aber noch in der Überzahl. Also immer genau darauf achten, wo ich im Einzelfall eingeladen bin!“ rät Daniel Bohne.

Trend zur Einforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

„Nach dem „Hurra-wir-sind-familienfreundlich“ der letzten Jahre kehrt mehr Nüchternheit ein.“ stellt Sascha Schmidt, Coach aus München fest. Unternehmen werden gefordert sein, Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur zu plakatieren, sondern wirklich in der Führungskultur zu leben. Weiterhin wird die Debatte nicht mehr nur von der Wirtschaft und Politik geführt, endlich melden sich karrierebewusste Eltern als Anwalt ihrer Interessen und der Kinder zu Wort. Die Zahl der Väter, die die Elternzeit beanspruchen steigt weiter.
„Die gesellschaftliche Debatte über Wertschätzung von Eltern am Arbeitsplatz wird zunehmen und kontroverser werden.“ erklärt Sascha Schmidt.

Trend zur stärkeren Gesundheitsförderung

„Das Thema Gesundheit und Prävention wird an Bedeutung gewinnen“ so Julitta Rössler-Kruszona, Coach aus Meerbusch. Bisher standen regenerative Maßnahmen zur kurzfristigen Regulation von körperlichen Überlastungssymptomen für den einzelnen Mitarbeiter im Vordergrund. „In Zukunft geht es vermehrt um den Ressourcenaufbau zur kognitiven Bewältigung psychischer Belastungen.“ So Julitta Rössler-Kruszona.
Bei der Gestaltung von Arbeits- und Lebensstrukturen gilt es trotz enger Verzahnung von Berufs- und Privatleben persönliche Grenzen zu setzen und Regeneration zu ermöglichen. Der Aufbau von Kommunikationsstrukturen, die durch Wertschätzung und Kooperation geprägt sind, bildet den Rahmen für gesunde Arbeit und Entwicklung.

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