Die Bewegung der „digitalen Nomaden“ und Beispiele aus dem Sunny Office

Ein Gastbeitrag von Katja Andes – Gründerin von Sunny Office

„Digitale Nomaden“ scheinen immer mehr zu einer neuen Bewegung zu erwachsen. Darunter sind Freiberufler, Unternehmer und Gründer. Es gibt keine offizielle Definition, aber ich persönlich finde die des Blogs Earthcity passend: „Digitale Nomaden sind Unternehmer, Freelancer oder in Einzelfällen auch Angestellte, die ihrer Arbeit weitestgehend im Internet nachgehen. Ihre Kunden oder Klienten bedienen sie in der Regel ausschließlich online.“

Ich persönlich zähle mich auch dazu und auf unseren Sunny Office Events im Winter treffen sich spannende (auch angehende) digitale Nomaden aus ganz Europa, um sich auszutauschen und mit einander zu arbeiten. Was deren Geschäftsmodelle sind, wird im übernächsten Abschnitt erläutert. Zunächst möchte ich von einem aktuellen Event berichten.

Die erste Konferenz für digitale Nomaden in Deutschland

Was bisher noch als sehr nischenhafte Bewegung angesehen werden konnte, wird immer greifbarer. Am 10. Mai 2014 wurde erstmals eine deutsche Konferenz für Digitale Nomaden, die DNX ins Leben gerufen. Die Gründer Marcus und Feli arbeiten seit einiger Zeit ortsunabhängig als Blogger und Freiberufler und reisen sehr viel um die Welt. Dabei entstand der Wunsch, die deutschen Vertreter dieser Bewegung zusammenzubringen.

Was dabei entstand war unglaublich spannend und gab das erste Mal auch im größeren Maßstab den Teilnehmern das Gefühl Teil einer Bewegung zu sein. Der Tag war eine Mischung aus vielseitigen Berichten von Unternehmern und Freiberuflern, die schon ortsunabhängig arbeiten, und spannenden Diskussionen und Gesprächen unter den rund 180 Teilnehmern.

Anders als vielleicht vermutet werden könnte, möchte nicht jeder „digitaler Nomade“ werden, um pausenlos um die Welt zu jetten. Vielmehr geht es um den Wunsch nach größtmöglicher Freiheit bei der Wahl des Arbeitsortes und im besten Fall auch bei der Wahl der Arbeit und der Wahl der Geschäftspartner. Ein wichtiges Motiv, das bei fast allen in dieser Bewegung ersichtlich ist: der Wunsch ein Business aufzubauen, das zur eigenen Persönlichkeit passt und mit dem individuellen Lebensstil zusammenpasst. So divers wie die Menschen ist auch der ideale Lebensstil: vom Wunsch die Welt zu bereisen bis zum Wunsch mit der Familie auf dem Land zu wohnen und nicht zum Kunden pendeln zu müssen.

Auf der DNX hatte ich auch Gelegenheit zwei ehemalige Teilnehmer von Sunny Office zu treffen – einer ist freiberuflicher Programmierer und einer Gründer eines mittlerweile internationalen Online-Shops. Beide haben es geschafft und arbeiten völlig ortsunabhängig – wenn auch beide völlig unterschiedlich mit der Freiheit umgehen: Der freiberufliche Programmierer ist fest in seiner Heimat verankert und genießt es immer mal wieder spontan wegzufahren. Der Gründer des Online-Shops war im letzten Jahr fast pausenlos unterwegs und hatte keinen festen Wohnsitz.

Im Sunny Office gibt es diverse Geschichten von Menschen, die sich ihren Traum verwirklicht haben. Ihnen allen ist ein großer Wunsch nach persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung gemein.

Beispiele von digitalen Nomaden aus dem Sunny Office

Ich möchte gerne von einigen unterschiedlichen Modellen berichten, mit denen sich die Teilnehmer von Sunny Office Ihren Wunsch nach Ortsunabhängigkeit erfüllen:

1) Angestellt und doch ortsunabhängig
Einer der Teilnehmer, die schon mehrmals dabei waren, lebt in seiner Wahlheimat Polen und ist bei einer Firma in Irland „remote“ beschäftigt. Er muss lediglich die offiziellen Bürozeiten einhalten, ist aber völlig frei, von wo aus er seine Projekte leitet oder an Telefonkonferenzen teilnimmt.

2) Online-Shop-Besitzer
Zahlreiche Gründer und Teams verschiedener Online-Shops waren bereits im Sunny Office dabei. Zwei Beispiele sind ein Shop, in dem der Kunde einen Stern kaufen und widmen kann (http://www.sternkaufen24.de), und ein internationaler Hängemattenshop (http://www.haengemattengigant.de).

3) Freiberufliche Webentwickler und App-Entwickler
Rund ein Drittel des Sunny Teams sind normalerweise freiberufliche Programmierer und Entwickler. Apps wie „PicMix“ (https://itunes.apple.com/de/app/picmix/id324018161?mt=8) wurden im Sunny Office überarbeitet. Oder Kursinhalte des Kurses zur Ausbildung von App-Entwicklern entwickelt (https://learnappmaking.com).

4) Designer
Freiberufliche Designer und Agenturbesitzer haben im Sunny Office Angebote abgegeben, Designs entwickelt und ihre Teams koordiniert.

Daneben gab es noch viele weitere Beispiele: Doktoranden, SAP-Berater, Coaches, Blogger, Investoren und Yogatrainer.

Ich hoffe diese Beispiele ermutigen viele Freiberufler, die Freiheiten, die sie sich wünschen, zu realisieren. Ortsunabhängigkeit ist bei vielen Projekten oder zumindest Projektabschnitten möglich und eröffnet wertvollen Gestaltungsspielraum.

Gastautor

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Regelmäßig veröffentlichen Gastautoren auf freelance.de Beiträge zu interessanten Themen.

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