Die Geschichte der Bewerbung … Wo geht die Reise hin?

Ein Gastbeitrag von KEXPA E-Book & Solutions

Man könnte meinen, mit der Online-Bewerbung hört alles auf! Doch diese kennzeichnet nur den Anfang einer neuen Generation von Bewerbungen, bei denen alles möglich ist. „Ich sehe Bewerbungs-E-Books, Dossiers, Infografiken, Videos, Twitter-Nachrichten, Blogbewerbungen“, sagt die Bewerbungsexpertin und Kexpa-Betreiberin Svenja Hofert. „Alles ist heute möglich!“ Und alles sei weitgehend akzeptiert, wenn es um einen gefragten Bewerber geht, der die fachlichen und persönlichen Qualifikationen mitbringt, die man heute braucht. „Einzig in Konzernen herrscht immer noch das Online-Formular vor, das die multimediale Kreativität in Schranken weist.“

Mitunter ist es für Bewerber jedoch nicht so leicht, nachzuvollziehen, welche Bewerbungsform erwünscht ist und was eigentlich zeitgemäß ist. „Ich sehe immer noch, dass Lehrer für ihre Schüler Vorlagen aus den 1980er Jahren nutzen“, so Hofert. Da seien noch Elternberufe beinhaltet und der Aufbau sei vorwärts- statt rückwärtschronologisch. „Immer wieder begegnen mir zudem Menschen, die unsicher sind, was denn nun richtig sei.“

Geschichte Bewerbung

Was richtig ist, ändert sich im Zeitverlauf – und die Übergänge sind fließend. Im 18. Jahrhundert stand die industrielle Revolution ins Haus. Mit Aufkommen der Industriearbeit forderten die Unternehmer plötzlich Nachweise über den Werdegang des Bewerbers. Das war oftmals nur eine Formsache, denn ein Text über die eigene Biografie reichte schon und liefert heute wertvolle Quellen für Historiker.
Im 20. Jahrhundert wandelten sich die Anforderungen rapide. War bis ca. 1950 die eher zusammenhanglose Erzählung üblich, so forderten die Firmen danach detaillierte Auskunft über die beruflichen Stationen. Neue Kommunikationstechnologien änderten in den 60ern und 70ern auch die Erscheinungsformen von Bewerbungen. Zwar dominierten immer noch handschriftliche Lebensläufe (mit maximal einer Seite), aber maschinengeschriebene Lebensläufe waren schon bekannt. Natürlich durfte auf keinen Fall eine Schriftprobe fehlen. „Auch die Elternberufe und der Mädchenname der Mutter gehörten damals unbedingt in eine Bewerbung“, sagt Svenja Hofert.

Spätestens seit 2006 gab es in vielen großen Konzernen nur noch ein Online-Formular. „Ich kenne Personaler, die mussten dann Post-Bewerbungen händisch in die Systeme eintippen. Natürlich waren sie darüber ärgerlich“, weiß Hofert.
Dagegen hat sich in deutschen mittelständischen und Kleinunternehmen die E-Mail Bewerbung mit einem PDF durchgesetzt – anders übrigens als in den USA und UK, wo Word (*.doc) vorherrschend ist. Der Grund ist ein praktischer: „Dort agieren mehr Agencies, die CVs anonymisiert weitergeben wollen“, so Hofert.

Mit der Netzwerkrevolution nach 2005 standen wieder ganz neue Möglichkeiten den Bewerbern zur Verfügung. Netzwerke und Online Portale wurden für die Jobsuche genutzt. Im Jahr 2010 wurde von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Pilotprojekt „Anonyme Bewerbung“ initiiert. Allerdings wollen viele Unternehmen noch sehen, wen sie vor sich haben und bevorzugen daher das Bewerbungsfoto. Visuelle Repräsentationen durch Infografiken verbreiten sich seit 2011. Das ist eine gute Möglichkeit der klaren, einfachen Darstellung, da durch viele Informationen die Lebensläufe immer kleinteiliger werden und gerade in den Wissensberufen nur noch von fachlich-adäquaten Personen verstanden werden. Aber auch heute geht die Entwicklung noch weiter und weiter mit neuen Formen. Ganz aktuell verbreitet sich die Methode „Storytelling“. Hier verkauft man seine eigene „Geschichte“ in einem ungewöhnlichen Anschreiben. „Das kommt auch bei den Firmen besser an als die früher übliche textliche Wiederholung des Lebenslaufes“, so Hofert.

Über Kexpa:
KEXPA E-Book & Solutions (www.kexpa.de) ist die von der Autorin und Beraterin Svenja Hofert gegründete Plattform für clevere Selbstlernkurse und Online-Beratung rund um Bewerbung, Karriere und Persönlichkeit.

Gastautor

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