Diese Versicherungen brauchen Freiberufler 2023 

Freelancer genießen in der Regel große Freiheiten bei ihrer Arbeit. Sie können selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten. Allerdings gibt es auch einige Risiken, die mit dieser Art von Arbeit verbunden sind. Deswegen ist es sehr wichtig, dass Freiberufler eine geeignete Versicherung abschließen. In diesem Artikel vermitteln wir Tipps für Freelancer, die sich im Versicherungsdschungel zurechtfinden wollen! 

Versicherungen
Bild: Bei Versicherungen kann man schon mal schnell den Überblick verlieren Bildquelle: nattanan23 via pixabay.com 

Welche Versicherungen sind wichtig? 

Die ultimative Freiberufler Versicherung zu finden ist gar nicht so einfach. Wichtig ist, dass man mit den Inhalten die Punkte abdeckt, die auch im Unternehmen relevant sind. Hier gibt es eine breite Auswahl an Möglichkeiten, die im Ernstfall den Unterschied ausmachen können:  

Berufshaftpflichtversicherung für Freelancer

Als Freiberufler sind Sie immer der Gefahr ausgesetzt, bei Ihrer Arbeit einen Fehler zu machen. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Zum Beispiel könnte ein Auftraggeber Schadenersatz verlangen, da durch einen verursachten Fehler für das auftraggebende Unternehmen ein Schaden entstanden ist. Sollten wegen unberechtigten Forderungen Anwaltskosten anfallen, dann unterstützt die Berufshaftpflichtversicherung, um diese Kosten zu decken.  

Betriebshaftpflicht für Freelancer  

Diese Versicherung wird auch als Haftpflichtversicherung bezeichnet. Sie schützt Sie vor Schadensersatzansprüchen Dritter. Dabei kann es sich um Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftspartner handeln. Der Schaden kann materieller oder finanzieller Natur sein.  

Inhaltsversicherung für Freelancer 

Als Freelancer muss selbstverständlich notwendige Ausrüstung angeschafft werden. Die Inhaltsversicherung schützt das benötigte Arbeitsmaterial vor Beschädigung und Diebstahl. Sollte ein Ausfall vorliegen und man benötigt eine Ersatzausrüstung kurzfristig, dann werden die Mietkosten vollumfänglich erstattet, denn ohne die passende Ausrüstung kann die Tätigkeit nicht ausgeübt werden. 

Cyberversicherung für Freelancer 

Nur die Wenigsten kennen im digitalen Zeitalter die Cyberversicherung. Diese schützt vorrangig im Internet und der Arbeit mit technischen Geräten. Nachdem die Kommunikation mit Kunden heutzutage hauptsächlich digital passiert, ist das Risiko hoch sensible Daten an Kriminelle zu verlieren. Hier begleitet die Cyberversicherung um in Krisensituationen effizient abzufedern. Meist stellen die Versicherungen, die Cyberversicherungen anbieten, ebenfalls Fachpersonal für eine ausführliche Cyber-Beratung zur Verfügung. 

Wie wählt man die richtige Krankenversicherung?  

Als Freiberufler sind Sie nicht automatisch krankenversichert und müssen daher – aufgrund der Versicherungspflicht seit 2009 – selbst eine Krankenversicherung abschließen. Um das richtige Modell zu finden, verschaffen Sie sich am besten zunächst einen Überblick über alle Angebote. Es empfiehlt sich, ein Vergleichsportal im Internet zu nutzen, das die Konditionen der verschiedenen Anbieter miteinander vergleicht. Dazu sollte man auf die folgenden Punkte achten:  

Die Höhe des Selbstbehaltes  

Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto niedriger ist die monatliche Prämie. Im Gegenzug muss man im Krankheitsfall aber auch mehr selbst bezahlen. Deshalb sollte man genau kalkulieren, wie hoch ein solcher Eigenanteil sein kann und noch finanzierbar ist. Hier gilt die folgende Faustregel: Wenn Sie jünger als 30 Jahre sind, sollte der Selbstbehalt ein Viertel Ihres Nettoeinkommens nicht übersteigen. Wenn Sie älter sind, kann er bis zur Hälfte betragen  

Die Sachleistungen  

Als Freiberufler müssen Sie medizinische Leistungen oft erst selbst bezahlen und dann von der Krankenkasse zurückfordern. Um dies zu vermeiden, sollten Sie bei der Auswahl der Krankenversicherung auf umfassende Sachleistungen achten. So können Sie sicher sein, dass alle Leistungen abgedeckt sind.  

Die Krankenhausliste  

Wenn Sie sich bereits für ein bestimmtes Krankenhaus oder einen Arzt entschieden haben, ist es wichtig, dass dieser auch bei Ihrer Versicherung gelistet ist. Wenn diese ist das nicht der Fall, müssen Sie die Behandlung selbst bezahlen. Prüfen Sie daher immer im Voraus, ob das von Ihnen bevorzugte Krankenhaus bei der Versicherungsgesellschaft aufgeführt ist  

Die Beiträge  

Natürlich spielen auch die Beiträge eine wichtige Rolle bei der Wahl der Krankenversicherung. Sie sollten auf jeden Fall für Sie erschwinglich sein und Sie nicht zu sehr belasten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch ein Modell mit niedrigen Monatsbeiträgen und einer hohen Selbstbeteiligung in den ersten Jahren abschließen. So haben Sie mehr finanziellen Spielraum, um sich an die Selbstständigkeit zu gewöhnen. Danach können Sie zu einem günstigeren Modell wechseln. Künstler, Publizisten und Landwirte haben den Vorteil, dass die Hälfte der Beiträge durch den Bund getragen werden.  

Unfallversicherung als Ergänzung  

Auch im Rahmen der Unfallversicherungen gibt es Berufsgruppen, die verpflichtet sind sich zu versichern. Sollte ein Freelancer beispielsweise Angestellte haben, dann müssen diese in einer Unfallversicherung abgesichert werden. Auch hier gibt es viele Angebote für Freiberufler, sich selber eine private Unfallversicherung anzulegen, denn bei einer privaten Unfallversicherung können noch viele Extrabausteine ausgewählt werden, die eine gesetzliche Unfallversicherung nicht einschließt. Die Pflichtversicherung sichert im Falle eines Unfalls finanziell ab. Hierüber wird der Verdienstausfall, oder aber auch anfallende Rehabilitationskosten abgedeckt 

Welche Versicherungen sollte ich als Freiberufler noch beachten? 

Für jüngere Gründer ist es ratsam, sich privat zu versichern. Hier liegt der monatliche Beitrag, mit einer erhöhten Selbstbeteiligung, deutlich unter dem Beitrag bei einer normalen gesetzlichen Versicherungen. Wenn Sie älter sind und eine Familie haben, sollten Sie überlegen, ob es sinnvoll ist, eine Familienversicherung abzuschließen. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn Ihr Partner ebenfalls freiberuflich tätig ist. Auf diese Weise können Sie oft Geld bei der Gesamtsumme der Beiträge sparen  

Eine weitere Möglichkeit, sich privat zu versichern, ist die Mitgliedschaft in einem Freiberuflerverband. Diese bieten ihren Mitgliedern in der Regel attraktive Gruppentarife für Kranken-, Renten- und Haftpflichtversicherungen an. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die vom Freiberufler ausgeübte Tätigkeit auch in der Vereinigung vertreten ist  

Als Selbständiger sind Sie nicht automatisch gegen Risiken wie Arbeitsunfähigkeit oder Altersarmut versichert. Auch das Thema Rente ist hier relevant: Gut zu wissen ist auch, dass sich manche Berufsgruppen von der gesetzlichen Rentenversicherung zu Gunsten des Versorgungswerkes befreien lassen. Um allen Problemen vorausschauend zu begegnen ist es ratsam, eine zusätzliche Berufsunfähigkeits- und Altersvorsorge abzuschließen. Diese gibt Ihnen ein gewisses Maß an Sicherheit, insbesondere im Falle einer Langzeiterkrankung.  

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Tipps helfen konnten, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Versicherung für Sie als Freiberufler die richtige ist. Fest steht: Durch ausführliche Recherche vor der Auswahl haben Sie bereits den ersten Schritt richtig gemacht. Am wichtigsten ist es sich im Vorfeld zu informieren und ins Detail zu gehen, um im Ernstfall Risiken zu reduzieren. Wir wünschen viel Erfolg bei der Absicherung Ihres Unternehmens.  

Gastautor

Regelmäßig veröffentlichen Gastautoren auf freelance.de Beiträge zu interessanten Themen.

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