Entwicklung des Freiberufler-Marktes 2010: Umfrage-Auswertung Part II

In unserer Umfrage haben wir die Teilnehmer nicht nur nach ihrer Situation im Jahr 2009 gefragt, sondern auch um eine Einschätzung für 2010 gebeten. Was bringt das neue Jahr mit sich? Welche Erwartungen werden gestellt und wie bleibe ich weiterhin erfolgreich?

Teil 2 der Auswertung: Was erwartet den Freiberufler-Markt in 2010?

Marktentwicklung im Jahr 2010
Trotz durchwachsener Ergebnisse blicken die Freiberufler eher positiv in das Jahr 2010. 56% sind davon überzeugt, dass sich ihre Auslastung erhöhen wird und bei 14% soll sie sogar sehr viel höher ausfallen als im Vorjahr. Diese Aussage spiegelt sich auch in dem Ergebnis der Frage “Wie sehen Sie die Entwicklung für das Jahr 2010 im Bezug auf die Anzahl an ausgeschriebenen Projekten?” wieder.

Entwicklung der Anzahl an Projektausschreibungen in 2010

Im Allgemeinen konnten wir feststellen, dass die Zeichen für den Freiberufler-Markt ebenfalls eher postiv ausgerichtet sind. Sowohl bei den Unternehmern als auch bei den Freelancern überwiegt die Ansicht, dass die Bedeutung des Freiberufler-Markts zunehmen oder zumindest konstant bleiben wird.

Entwicklung des Freiberufler-Marktes in 2010

Selbständigkeit versus Festanstellung
Bereits in der letzten Freelance.de Umfrage vom März 2009 wurden Freelancer gefragt, ob sie in der gegenwärtigen Situation eine Festanstellung bevorzugen würden. Der Vergleich mit den aktuellen Umfrageergebnissen zeigt einen leichten Anstieg. Fast ein Viertel der Freelancer würden aktuell lieber in einer Festanstellung beschäftigt sein.

Würden Sie in der aktuellen Sitauation eine Festanstellung bevorzugen?

Eine deutliche Differenzierung ist hier bezogen auf die Dauer der freiberuflichen Tätigkeit zu erkennen. Über ein Viertel der Befragten, die max. 5 Jahre als freie Mitarbeiter aktiv sind, würden ihre aktuelle Tätigkeit aufgeben. Hingegen nur 10% der über 20 Jahre als Freelancer agierenden Befragten.

Chancen und Risiken
In einer abschließenden Freitext-Frage wollten wir von den Teilnehmern wissen, wo sie Chancen und auch Risiken für 2010 sehen.
Chancen:

  • „Die gleichen wie eh und je hinsichtlich Angebot und Nachfrage. Ansonsten schwinden die Chancen für diejenigen drastisch, die sich am Markt durch Eigenmarketing und Skills bzw. Erfahrung nicht profilieren können.”
  • „Durch gute Kontakte am Markt präsent bleiben und auf gute persönliche Referenzen zu verweisen.“
  • „Für Freelancer kann eine Auftragschance sein, dass Unternehmen keine Sozialleistungen zu zahlen haben und eine freie Auswahl an Dienstleistungen ohne Arbeitsvertragsleistungen sichern können.“
  • „Sobald die Wirtschaft wieder anzieht, werden die Firmen eher Freelancer anstellen als Festangestellte. Da eine gewisse Unsicherheit bei den Firmen noch länger anhalten wird. Tendenziell wird weiterhin ein Fachkräftemangel herrschen.“
  • „Viele Unternehmen brauchen den Blick von außen, deshalb kaufen sie Profis ein, die ausschließlich für erbrachte Leistung, Innovation und nicht für Anwesenheit bezahlt werden.“

Risiken:

  • „Viele Freelancer werden, um im Markt zu bleiben, die Stundensätze drastisch senken.”
  • „Abbau von Freelancer Kapazitäten führt in vielen Unternehmen dazu, dass die weiterhin vorhandene Arbeit auf fest angestellte Mitarbeiter verteilt wird und somit vielfach keine qualitativ hochwertige Arbeit mehr gemacht werden kann. Dies verspüren im Moment die OEMs bei ihren Zulieferern die teilweise katastrophale Arbeitsergebnisse abliefern.”
  • „Zunehmend unseriöse Geschäftspartner betreffend Vertragswerkgestaltungen (Vermittler, Consulting-Unternehmen, IT-Dienstleister, etc.), verschlechterte Zahlungsmoral, Unternehmen müssen mittlerweile genau auf die zukünftige Liquidität geprüft werden, bevor Verträge überhaupt unterzeichnet werden können.”
  • „Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit der Projektanbieter.”
  • „Es werden immer mehr Freelancer auf den Markt drücken und die Unternehmen werden das Preisniveau versuchen zu drücken.”

Fazit
Das vergangene Jahr hat viele Freiberufler durch eine geringere Auslastung und sinkende Stundensätze auf die Probe gestellt. Gleichwohl haben im Jahr 2009 2,7% mehr Menschen den Schritt in die Selbständigkeit gewagt als 2008. Es wird sich zeigen, ob der für 2010 progonostizierte Zuwachs an Projektausschreibungen mit der steigenden Zahl an Freelancern mithalten kann. Die Problematik der Dumping-Stundensätze wird den Markt wohl auch 2010 begleiten. Themen wie Selbstmarketing und Weiterbildung werden immer wichtiger, um sich auf dem Markt zu behaupten und erfolgreich zu arbeiten. Nur wer sein Produkt – also sich selbst – optimal präsentiert, erhöht seine Chancen auf eine hohe Auslastung.

Die vollständige Auswertung der Umfrage (ohne Berücksichtigung der Freitext-Fragen) steht Ihnen hier zum Download bereit: Umfrageergebnisse

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