Klar kann ich! Freelancer und ihre Herausforderungen – Freelancetweets 002

Freelance-TweetsIn der Reihe Freelancetweets kommentieren wir grandiose, aberwitzige, aber auch ganz nüchterne Tweets über das Leben als Freiberufler. Heute sprechen wir über:

Sich der Herausforderung stellen

Es ist diese Neugierde auf Innovationen und die Motivation, neue Dinge anzugehen, an der man den Freiberufler erkennt. Die Bereitschaft, sich einer Herausforderung zu stellen, gehört zum Freiberufler genauso wie die flexible Zeiteinteilung. Im Idealfall kann der Freelancer Erfahrungen aus ähnlichen Fällen abrufen oder verfügt über ein Netzwerk, aus dem er Unterstützung bekommen kann. Häufig müssen Freelancer aber auch ins kalte Wasser springen, ohne einen wärmenden Taucheranzug zu haben. Und dann heißt es, auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, sich irgendwie durchzubeißen, und am Ende mit einer Menge neuer Erfahrungen wieder an Land zu gehen.

„Kannst du mal unseren Kollegen bei der nächsten Betriebsversammlung erklären, warum unsere App noch länger braucht?“ – „Klar kann ich!“ – „Super. Am besten wäre eine spannende Präsentation, in der du die verschiedenen Möglichkeiten, die wir gerade noch durchdenken, allen verständlich erklärst. Und so unterhaltsam, dass die Stimmung nicht kippt. Weißt du, die anderen Abteilungen warten seit eineinhalb Jahren auf die App….“ Und so kommt ein IT-Freiberufler an Aufgaben, vor denen sich Festangestellte eher verstecken. Denn eine Herausforderung jenseits gewohnter Bahnen bedeutet für Angestellte nicht gleich mehr Lohn, für Freiberufler können aber ganze Aufträge davon abhängen. Und auch in punkto Anerkennung dürfte es einen Unterschied geben: Erhofft sich ein Angestellter wahrscheinlich eher vom Vorgesetzten ein Lob und nicht von Kollegen aus anderen Abteilungen, so haben Freiberufler verschiedene Partner, an die sie liefern müssen und achten auch immer wieder darauf, sich selbst für gute Leistungen anzuerkennen.

„Ich fand Ihren Vortrag zu Praxismanagement in Zahnarztpraxen toll. Können Sie bei einer unserer nächsten Konferenzen auch einen Workshop zu Kaltakquise gestalten?“ – „Klar kann ich!“ Gerade wer sich als Coach selbstständig macht, muss immer wieder davon ausgehen, dass Kompetenzen verlangt werden, die man so noch gar nicht hat. Und dann hat man die Wahl, sich darauf einzulassen und sich in völlig neue Themengebiete vorzuwagen oder lieber an seinen alten Plänen und Schwerpunkten festzuhalten.

Und so läuft es übrigens häufig auch im Privaten: Wer kümmert sich um den neuen Computer für die Elterninitiative im Kindergarten? Wer ist zur Stelle, wenn das Altenheim von Tante Gerda anruft und dringend einen Angehörigen braucht? Wer hilft bei Umzügen im Freundeskreis auch mal unter der Woche am Vormittag? Oder sortiert Spenden in Flüchtlingsunterkünften? Klar, der Freiberufler! Das macht unser Leben aber nicht nur stressiger und voller, sondern auch spontaner und bunter, wenn man es mit der richtigen Einstellung angeht.

Vorsicht – Grenzen zu setzen!

Wie schon die Beispiele aus dem Privatleben andeuten, neigen wir Freiberufler auch gerne mal dazu, uns zu überfordern. Nur, wer bei einer Herausforderung noch weiß, warum er sie annimmt, sollte auch „Klar, kann ich!“ rufen. Gute Gründe können neue Kompetenzen und eigene Interessen sein. Wo man zulässt, nur noch auf Anforderungen eines Marktes zu reagieren, läuft man Gefahr, sich selbst und seine Gesundheit sowie sein Profil als Freiberufler aufs Spiel zu setzen.

Und am Ende braucht man eine gesunde Mischung aus Neugierde und jenem warnenden Bauchgefühl, das sich mit der Zeit einstellt – und in welche gefährlichen Wässer man am besten nicht sofort als erster ohne Schutzanzug springen sollte. Nur, wer die Lust auf neue Herausforderungen nicht verliert, wird als Freiberufler Erfolg haben und den Lebensstil aus Vielfalt und Spontanität, der damit einhergehen kann, richtig genießen können.

Sie sind dran!

Welche Herausforderung hätten Sie rückblickend lieber nicht angenommen, welche schon? Wie gehen Sie mit Angeboten um, die Sie von Ihren Kernkomeptenzen wegführen?

Twittern Sie mit Hashtag #freelancetweet und mit etwas Glück kommentieren wir bald auch Ihren Tweet hier bei uns im Blog.

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski ist selbstständige Content Marketerin und systemische Beraterin. Sie bloggt für freelance.de und freut sich über Ihre tweets mit #freelancetweets.

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