Freelancer werden: Wie Vorbereitung und Studium helfen können

„Freelancer sein…“ – das stellen sich viele enorm spannend und angenehm vor: Kein schlechter Kaffee im Büro, keine Autoritäten, die einem vorgeben, wie und was zu tun ist und die Möglichkeit, sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen. Und tatsächlich kommen viele dieser Dinge mit der Selbstständigkeit als Freelancer. Allerdings haben es einige Freelancer in anderen Belangen dafür nicht immer leicht. Wissen darum, welche Freiheiten Freelancer genießen und in welchen Bereichen dafür mehr Einsatz gefragt ist sowie Kenntnisse über eine eventuell geeignete Ausbildung und um Zeitmanagement, Kundenakquise und Finanzthemen gehören zur wichtigsten Vorbereitung für die spätere Selbstständigkeit.

Freelancer genießen viele Freiheiten

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Freelancern unterscheiden: Freiberufler und Gewerbetreibende. Freiberufler genießen den Vorteil, dass sie keine Gewerbesteuer zahlen müssen. Auch die Buchführung gestaltet sich für sie wesentlich einfacher. In diesem Paragraphen (§ 18 EStG) kann herausgefunden werden, ob Sie die Kriterien des Freiberuflers erfüllen – ist dies nicht der Fall, müssen sie ein Gewerbe anmelden und werden somit steuerpflichtig.

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Ein klassisches BWL-Studium kann, muss aber nicht bei der Vorbereitung auf das Dasein als Freelancer helfen. Es kommt immer darauf an, welche weiteren Fähigkeiten man mitbringt. fotolia.de © djile (#196934044)

Für alle Freelancer gilt, dass sie mit etwas Glück einen wirklich zufriedenstellenden Job ausführen können. Mit welcher Tätigkeit Sie als Freelancer Geld verdienen möchten, können Sie selbst entscheiden – auch, wenn Freelancer nicht jeden Beruf ausführen können, den Festanstellungen bieten; Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Während Angestellte nicht selten täglich dieselbe Tätigkeit ausführen müssen und manchmal monatelang an einem einzigen Projekt arbeiten, ist der Arbeitsalltag bei Freelancern außerdem häufig facettenreicher. Mit etwas Glück realisieren Sie als Freelancer mehrere Projekte gleichzeitig und können schon während Ihrer Ausbildung oder während des Studiums mit Hinblick auf das spätere Dasein als Freiberufler Kontakte knüpfen und spannende Menschen kennenlernen. Wer sich offiziell selbstständig macht, genießt mitunter in manchen Belangen sogar finanzielle Vorteile. Angestellte bekommen beispielsweise nur in Ausnahmefällen – nämlich dann, wenn der Beruf es unbedingt erfordert – einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt. Alle anderen müssen sich diesen als Privatperson zulegen. Freelancer dagegen erhalten von einigen Autobanken mitunter Konditionen, die ansonsten eigentlich nur Unternehmen zuteilwerden. Und das ist nur einer von vielen weiteren Vorteilen, die Freiberufler hierbei genießen. Auch Steuern lassen sich als Freelancer beim Kauf und der Nutzung eines Geschäftsautos sparen.

Die größte Freiheit für Freelancer ist in der Regel letztlich jedoch die Möglichkeit, sich die Zeit viel freier einteilen zu können, als dies bei Angestellten der Fall wäre. Freelancer können oftmals arbeiten, wo sie möchten. Sie sind flexibler, haben keine festgelegten Arbeitszeiten und können ihre Tage auch einmal lockerer gestalten, wenn gerade ein wenig die Luft raus ist.

Einsatz ist gefragt

Sie sind als Freelancer zwar ihr eigener Chef und müssen sich von niemandem etwas sagen lassen, sollten sich aber bewusst sein, dass Sie damit auch die volle Verantwortung für alles tragen, was Sie tun und was Sie nicht tun. Die Arbeit muss zuverlässig verrichtet werden, effizientes Zeitmanagement ist unabdingbar, Kunden müssen eigenständig akquiriert werden, bürokratische Angelegenheiten sind selbst zu lösen. Auch mit Themen rund um das Finanz- und Gewerbeamt, den Steuerberater, die Krankenkasse sowie den Vermögensberater und Versicherungsvertreter müssen Sie sich beschäftigen.

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Als Freelancer lässt es sich auch einmal entspannt im Café arbeiten. Feste Arbeitsorte und -zeiten kennen Freiberufler oftmals nicht. fotolia.de © prostooleh (#200478493)

Außerdem haben Freelancer oft kein sicheres und festes Einkommen und müssen damit zurechtkommen, dass die Auftragslage sehr schwanken kann. Wer sich in seinen Ausbildungsjahren oder während des Studiums aufgrund von BAföG oder einem Studienkredit verschuldet, kann es besonders schwer haben.

Gibt es eine passende Ausbildung?

Mit welcher Ausbildung Sie am einfachsten Freelancer werden lässt sich pauschal schwer beantworten. Letztlich können Sie auch ohne jegliche Ausbildung auf eigenen Beinen stehen und freiberuflich in allen möglichen Branchen unterkommen.

Dennoch gibt es aber natürlich Werdegänge, die einem später mehr Möglichkeiten eröffnen. Entscheiden Sie sich beispielsweise gegen ein Studium, empfiehlt es sich, nach der mittleren Reife und bei der Suche nach der richtigen Ausbildung einen Blick auf die Liste der gefragtesten Ausbildungsberufe zu werfen und eventuell hier eine passende Nische zu besetzen.

Wer sich dagegen für ein Studium entscheidet, sollte den klassischen Studiengang BWL in Erwägung ziehen. Der deckt sämtliche betriebswirtschaftliche Grundlagen ab, die es einem erleichtern, beruflich auf eigenen Beinen zu stehen. Das BWL-Studium ist allerdings ein sehr allgemeines Studium, das auf keine bestimmte Tätigkeit spezialisiert. Wer also nicht von Vornherein ein Talent hat, das er zum Beruf machen möchte und das Studium vor allem dazu nutzt, die Methoden kennenzulernen, wie das möglich ist, der sollte eher auf ein differenzierteres Studium setzen. In Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen, sind vor allem auch Informatik, Robotik, Softwaretechnik und Ähnliches interessant.

Die Finanzen und die Steuern

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Gewerbetreibende müssen sich mit etwas mehr Papierkram als Freelancer herumschlagen, wenn es an die Steuererklärung geht.
fotolia.de © Natee Meepian (#175554801)

Da jeder Freelancer im Grunde ein eigenes, kleines Unternehmen darstellt, muss er seine Finanzen auch so behandeln, wie das etwa ein Unternehmen tut. Ein gesondertes Konto für Finanzbewegungen stellt sicher, dass sich das private und das geschäftliche Vermögen nicht in die Quere kommen. Neben der Strukturierung mehrerer Konten sollten auch Umsatzentwicklungen und regelmäßige Berechnungen durchgeführt werden. Gerade zur Vermeidung von Problemen beim Begleichen der Betriebsausgaben sind solche Überprüfungen notwendig.

Was die Steuern angeht haben es Freelancer im Vergleich zu großen Unternehmen eigentlich recht leicht. Gewerbetreibende müssen sich um etwas mehr Details kümmern. Denn Freiberufler müssen keine zusätzlichen Steuern zahlen. Ihr Gewinn muss lediglich mittels der Einnahmenüberschussrechnung ermittelt werden – er spiegelt sich schließlich in der Zahlung der Einkommenssteuer wieder.

Gewerbetreibende dagegen müssen klassisch die Gewerbesteuer auf ihren Gewinn sowie die Einkommenssteuer zahlen. Übrigens: Falls die jährlichen Umsätze 17.500€ nicht übersteigen, greift die Kleinunternehmerregelung und Sie sind als Freelancer von der Umsatzsteuer befreit. Es muss dann keine Mehrwertsteuer auf Rechnungen ausgewiesen werden.

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Ich bin ein Gastautor und haben diesen Beitrag für den Freelance.de Blog geschrieben. Auch Sie können ein Gastautor werden. Bei Interesse, schreiben Sie einfach eine Mail an team@freelance.de und stellen Sie sich kurz vor.

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