Gelassen in die Projektakquise – Freelancetweets 022

In der Reihe Freelancetweets kommentieren wir grandiose, aberwitzige, aber auch ganz nüchterne Tweets über das Leben als Freiberufler. Heute sprechen wir über:

Eine neue Anfrage, ein vielversprechender Anfang. Ein Blick in eine erfolgreiche Zukunft, das Jahr könnte gut aussehen. Wir überlegen uns, was wir dem Auftraggeber schreiben, rechnen uns den möglichen Umsatz aus. Malen uns aus, wie wir das Projekt angehen, durch welche Aufgaben wir es erfolgreich umsetzen können. Bei einer Anfrage sind wir direkt emotional involviert – schließlich hängt unser Lebensunterhalt davon ab.

Wenn aus der Anfrage nichts wird

Und dann die Enttäuschung: Der Kunde will den Stundensatz nicht zahlen. Oder sagt ab, manchmal ohne Grund. Vielleicht müssen wir selbst absagen, die Zeit oder die Aufgabe passt nicht.

Wie gehen wir damit um? Die Zeit und das Geld, das man für das Projekt belegt hat, fehlt: Leere in der Auftragsplanung entsteht. Es fühlt sich an wie die Ablehnung der eigenen Person. Ist unsere Leistung den Stundenlohn nicht wert? Lassen wir uns das nicht einreden!
Oder ist der Kunde, seine schlechte Planung, seine unrealistischen Vorstellungen? Aber auch Bitterkeit dem Kunden gegenüber bringt uns nicht weiter.

Fakt ist: Aus der Anfrage ist nichts geworden. 

Mit diesem Erlebnis wissen die langjährigen Freelancer umzugehen. Wer noch nicht lang dabei ist, der hat höhere Erwartungen: Aus jeder Anfrage wollen wir ein erfolgreiches Projekt machen. Beim ganz neuen Start müssen wir das sogar, nur so können wir uns das selbstständige Leben finanzieren.

Also antworten wir auf die Anfrage höflich, vielleicht etwas nüchterner, aber immer respektvoll. Und wir halten den Kontakt, vielleicht wird in Zukunft noch etwas daraus.

Erwartungen an den Erfolg anpassen

Und unseren „Alles Perfekt“-Anspruch überdenken wir. Ob es das Gehalt oder die Terminplanung war: Die Vorstellungen von Projektanbietern und Freelancern sind unterschiedlich. Oft zu unterschiedlich. Und selbst wenn wir den Auftrag in diesem Moment dringend gebraucht hätten – aus dieser Anfrage wird nichts mehr. Das ist Fakt. Also durchatmen, weitermachen, eine weitere Bewerbung abschicken.

Eigentlich ist unser Anspruch: Aus jeder Anfrage soll ein erfolgreiches Projekt werden. Wenn es nicht klappt, fühlen wir manchmal Zweifel, Hoffnungslosigkeit. Dann hilft der Tweet von Patrik Frauzen: Wir rufen uns ins ins Gedächtnis, dass nicht aus jeder Anfrage ein neues Projekt werden muss.

Das Gute ist: Wir wurden gesehen, für gut befunden, angeschriebenn. Es ist keine Ausnahme, dass der letzte Schritt zum Vertrag nicht geklappt hat.

Mit Gelassenheit in 2019

Wer weiß, was die Zukunft bringt. Möglicherweise fällt in diese Zeit dann ein passenderes Projekt. Oder wir verbringen mehr Zeit mit der Familie und sparen dieses Jahr, statt zu verdienen.

Wir sind selbstständig, um frei zu sein. Deshalb nehmen wir uns den Luxus, Anfragen abzulehnen, wenn sie nicht zu unseren Vorsätzen passen – ob finanziell oder zeitlich. Und verzeihen es uns, wenn eine Anfrage platzt. Wir wissen nicht, ob es an uns lag, an unseren Konkurrenten, oder an den veränderten Umständen des Projektanbieters. Statt uns mit Zweifeln zu quälen, nehmen wir es mit Gelassenheit, und richten den Blick nach vorne: Auf das neue Jahr 2019. 

Was sind eure Tipps für Gelassenheit bei der Projektakquise?

Alina Bergmann

Alina Bergmann

Alina ist seit 2019 Online Marketing Managerin bei freelance.de - als Tochter von zwei Freelancern und mit einem Bachelor in Kommunikationsmanagement widmet sie sich den Themen der Selbstständigen in Blog Posts, Tweets und auf der Website.

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