Freelancer Interview – ein Perl-Experte erzählt

Auch dieses Mal ist es uns wieder gelungen einen Freelancer mit Expertise in der Programmiersprache Perl zu interviewen. Erhalten Sie spannende Insight darüber, wie sich die Auftragslage durch das Coronavirus verändert hat und wie die Chancen der für diese Programmiersprache in der Zukunft sind. Dominic Sonntag erzählt.

Interview Reihe

Herr Sonntag, Sie beschäftigen sich seit einigen Jahren, unter anderem mit der Programmiersprache Perl. Wie kam es dazu?

Ich habe vor reichlich 20 Jahren im jugendlichen Alter mit kleinen dynamischen Webseiten begonnen und das später professionalisiert. Perl war damals die typische Sprache, um sowas zu machen und ich habe sie kennen und schätzen gelernt. Mit der Zeit wurden die Anwendungen größer und professioneller und da gab es gute Frameworks, mit deren Hilfe ich die Anwendungen umgesetzt habe: erst Catalyst, später Mojolicious und Dancer.

Das tolle an Perl ist, dass man damit wirklich viel machen kann, es gibt außerdem eine freundliche und hilfsbereite Community. Und es ist auch nicht schwer, gut lesbare Programme zu schreiben, wenn man nur möchte. Mittlerweile habe ich neben den reinen Webanwendungen auch viele Schnittstellen zu anderen Systemen umgesetzt, z.B. für SMS-Versand, Anbindung an Telefonanlagen, Nutzung eines Kartenzahlungsterminals, Bondruckeransteuerung bis hin zur Einbindung bis dahin nicht vernetzter Maschinen in einer Saftkelterei.

Können Sie unseren Leser:innen kurz erklären, in welchem Maß eine Krise wie Covid-19 Ihr Berufsfeld getroffen hat? Konnten Sie Veränderungen beobachten?

Im März/April 2020 habe ich schon eine starke Zurückhaltung bei der Vergabe von Projekten gespürt. Da war einfach die allgemeine Unsicherheit groß und gerade Investitionen, die nicht unbedingt sofort nötig waren, wurden erstmal zurückgehalten. Nach ein paar Monaten hat sich das aber deutlich erholt und es gibt aktuell viele spannende Projekte. Bei einigen Auftraggebern merke ich, dass sie die Preise wegen Corona niedrig halten wollen.

Dank Alternativen muss man das ja aber nicht mitmachen.

Sehr angenehm finde ich, dass Remote-Arbeit mittlerweile einfach normal geworden ist.

Schon vor Corona habe ich das praktiziert, aber da waren viele Auftraggeber darauf aus, dass man täglich vor Ort ist. Inzwischen haben viele gemerkt, dass es so auch gut funktionieren kann.

Wie schätzen Sie die Zukunft für Perl ein? Ist die Programmiersprache den zukünftigen Herausforderungen gewachsen?

Viele Projekte, die Perl im Zentrum stehen haben, beziehen sich auf die Ablösung von Perl, um “modernere” Techniken einzuführen. Der Hauptgrund ist wohl, dass es nicht mehr so viele Perl-Experten gibt und die Auftraggeber einfach mehr Auswahl haben wollen. Ich sehe aber genauso noch viele Projekte, die auch weiterhin auf Perl setzen und daran auch nichts ändern wollen, weil es sich bewährt hat.

Die Stärken von Perl sind u.a. die große Flexibilität des Einsatzes von schnell geschriebenen One-Linern und Skripten, die man nur mal kurz verwendet bis hin zu großen Anwendungen und Frameworks, die mit guten objektorientierten Ansätzen sehr strukturiert umgesetzt werden können. Man kann quasi alles mit Perl machen und profitiert dabei auch von vielen Beiträgen aus der Community.

Sehr gut finde ich bei Perl auch die Test-Kultur, d.h. es wird viel wert darauf gelegt, Softwaretests zu schreiben und dafür gibt es auch eine Reihe sehr guter Werkzeuge. Das sorgt für mehr Sicherheit in der Softwareentwicklung und macht auch viel Spaß.

Von der Seite her ist Perl weiterhin in vielen Fällen eine gute Wahl. Die sinkende Popularität hat natürlich auch ungünstige Auswirkungen, z.B. dass es weniger Beiträge in der Perl-Community gibt. Es wird aber noch lange Perl-Projekte geben, da einfach sehr viel Software mit Perl gebaut ist.

Den zukünftigen Herausforderungen ist Perl durchaus gewachsen und ich freue mich auf das was noch kommt.

Vielen Dank für Ihre interessanten Antworten und die tolle Einschätzung Herr Sonntag! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren Projekten.

Sie möchten mehr erfahren? Hier geht es zum Profil von Experte Dominic Sonntag.

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Sie hätten auch Interesse an einem Interview mit uns? Dann schreiben Sie uns: marketing@freelance.de. Wir freuen uns auf Sie!

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Valentin Feuchtinger

Valentin ist seit September 2020 bei freelance.de und unterstützt uns im Marketing Team. Er ist dualer Student an der IUBH, bei der er sich Wissen im Marketing Management aneignet.

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