Kreditarten – Standard-Ratenkredit vs. Kredit für Selbständige

Die Kreditvergabe ist längst nicht nur für Banken zu einem ganz alltäglichen Geschäft geworden. Auch aufseiten der Verbraucher gehen viele Haushalte mittlerweile ganz zwanglos mit Finanzierungen um. Hier ein neuer Fernseher, dort das Auto oder eine neue Küche – inzwischen werden diverse Anschaffung über einen Kredit finanziert.

Solange ausreichend Einkommen vorhanden ist, haben Banken selten etwas gegen die Darlehen. Selbständige müssen im Alltag oft andere Erfahrungen machen. Kreditinstitute schauen bei dieser Personengruppe wesentlich genauer hin. Die Folge: Gewerbetreibende müssen nicht selten Nachteile bei den Konditionen verkraften – oder erhalten keinen Kredit.

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Zinsunterschiede zwischen den Darlehen

Ist man fest angestellt und kann damit ein regelmäßiges Einkommen in die Waagschale werfen, reichen Banken meist schnell und ohne größere Steine in den Weg zu legen einen Kredit aus. Und die Zinsen für diesen Ratenkredit sind häufig günstig.

Tritt man mit höheren Einkünften aber Gewerbetreibender auf, werden Banken schnell hellhörig. Der Grund: Die Selbständigkeit birgt unternehmerische Risiken. Schwankende Einkünfte sind hier durchaus keine Seltenheit. Daher haben Kreditinstitute gern Zweifel an der Kapitaldienstfähigkeit.

Ein Aspekt, der sich leider auch bei der Höhe des Kreditzinses widerspiegelt. Selbständige müssen im Vergleich zum Arbeitnehmer häufig mit Zinsaufschlägen rechnen. Das Problem: Wie hoch diese sind, lässt sich nur am Einzelfall ermessen. Tests und Stichproben haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Gewerbetreibende schnell ein um 0,1 Prozentpunkte bis 0,3 Prozentpunkte teureres Darlehen angeboten bekommen.

Aber: Diese Aussage gilt eben nicht pauschal. Während einige Banken hier kritischer sind als andere Institute, gehen einige Kredithäuser mit dem Thema Kredit für Selbständige relativ entspannt um. Ein Unternehmer bekommt in diesem Fall die gleichen Konditionen wie ein Arbeitnehmer. In einigen Fällen wird aber auch differenziert – je nach Art der Selbständigkeit.

Nachweise über die Einkommenssituation

Ein Aspekt ist aber für alle Antragsteller gleich – egal, ob es sich um Standard-Ratenkredit oder das Darlehen für den Gewerbetreibenden handelt. Banken machen ihre Entscheidung von der Bonität und den Eintragungen der Auskunfteien abhängig.

Musste ein Arbeitnehmer den Weg in die Privatinsolvenz antreten, hat auch dieser wenig Aussicht auf einen Kredit. Aber: Sofern die Rahmenbedingungen stimmen, sind bei Beschäftigten in den meisten Fällen nur ein Beleg für die Beschäftigung und der Einkommensnachweis notwendig. Dieser besteht in aller Regel aus der aktuellen Gehaltsbescheinigung bzw. den letzten zwei bis drei Entgeltbelegen.

Anhand dieser erkennt die Bank, in welchem Umfang Kapital oberhalb der Pfändungsfreigrenzen vorhanden ist. Beim Selbständigen ist die Situation etwas schwieriger. Aufgrund der Schwankungen bei den Einnahmen wollen die Banken meist mehr Informationen sehen. Einerseits werden Darlehen häufig nur ausgereicht, wenn das Gewerbe bereits seit einigen Jahren (meist 36 Monate) betrieben wird und aktuelle Steuerbescheide und eine betriebswirtschaftliche Auswertung vorliegen.

Die größten Unterschiede für Selbständige im Überblick:

  • Angestellte müssen lediglich die Einkommensnachweise der letzten Monate vorliegen
  • Selbständige benötigen im Normalfall die letzten beiden Steuerbescheide sowie eine betriebswirtschaftliche Auswertung

Fazit: Was Selbständige beim Kredit wissen müssen

Generell ist es für Freiberufler, Selbständige und Gewerbetreibende nicht unmöglich, einen Kredit zu bekommen. Allerdings sollte man sich vom ersten Moment an im Klaren darüber sein, dass die Banken hier die Messlatte etwas höher legen. Gerade Gründer stehen schnell vor Problemen.

Aufgrund der unterschiedlichen Sichtweise mancher Banken sollte man in jedem Fall über die Suche bei mehreren Kredithäusern nachdenken. Nur so findet man ein Darlehen, das sich hinsichtlich der Zinssätze kaum von jenem unterscheidet, die die Bank einem Beschäftigten einräumt. Um Verfahren zu beschleunigen, legt man sich zudem alle notwendigen Unterlagen frühzeitig zurecht.

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Dagmar Heinze

Dagmar Heinze

Ist seit dem 1. Juni 2012 bei freelance.de für das Online Marketing zuständig. "Ich freue mich bei diesem schnellwachsenden Unternehmen mitwirken zu können!"

5 Kommentare:

  1. Hallo, schöner informativer Artikel zum Thema Kredit für Selbstständige und Freiberufler. Fakt ist und das zeigen mehrere aktuelle Studien, dass die Kreditvergabe bei Selbstständigen deutlich geringer ausfällt als bei Angestellten. Selbst wenn man volle Auftragsbücher, eine positive BWA nebst positiver Bonitätsauskünfte vorweisen kann, werden einem oft Kredite zu Konditionen angeboten, welche sich DEUTLICH von herkömmlichen Ratenkrediten unterscheiden. Zudem werden dann oftmals noch weitere Sicherheiten seitens der Bank angefordert – selbst bei niedrigeren Kreditsummen. Nicht ohne Grund haben alternative Kreditquellen wie Zencap etc. solch einen Erfolg gegenüber herkömmlichen Banken. Gruss Markus

  2. Ich glaube viele Kreditnehmer machen sich nur Gedanken über den Hauptzins und denken viel zu wenig nach über die langfristigen Kosten ihres Kredits. Was zahl ich in 3 Jahren, in 5 Jahren oder in 10 Jahren? Wie hoch liegt der Zins hier?

  3. Avatar
    Ursula Neustadt

    Ich muss sagen, das ist die perfekte Art, um mehr über beide Kredit-Typen zu erfahren. Sehr informativ.Danke!

  4. Vielen Dank für die Infos. Einfach und verständlich geschrieben, so das man sich die nötigen Informationen über Ratenkredite rausziehen kann. das ist ja heute oftmals das große Problem. Es wird in einer Sprache geredet, die niemand versteht

  5. Guter, ausführlicher und vor allem sehr informativer Artikel. Vielen dank für die schnelle Informationslieferung.

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