Mit den Besten arbeiten: Java-Trainer einer der größten Eliteuniversitäten Deutschlands im Interview

Allaithy Raed ist IT-Experte mit Schwerpunkt Java. Nachdem er einige Jahre an der Universität (LMU München) IT-Studenten in den Bereichen Software-Engineering, Modellierung und Programmiersprachen unterrichtet und einige Bücher geschrieben hat, hat er nun sein eigenes Schulungsunternehmen gegründet. java trainer allaithy raed successful codingWas er erlebt und welche Wege er eingeschlagen hat sowie alles über sein neuestes Projekt, lesen Sie in unserem Interview:

Hallo Allaithy, erzählen Sie uns doch mal, was genau Sie eigentlich machen.

Ich bin Informatiker und Java-Spezialist. Momentan befinde ich mich in den Endzügen meiner Promotion (Thema: Entwurf, Design & Implementierung einies auf Description Logic & First Order Logic basierten Frameworka in Java 8/9 mit intelligenter Rule-Engine zur Generierung webbasierter Anwendungen inklusive eigener Z-Query-Language; Anm. d. Red.). Parallel dazu habe ich mein Schulungsunternehmen aufgebaut, sodass ich mittlerweile hauptberuflich IT-Schulungen mit Schwerpunkt Java für Mitarbeiter von Unternehmen, aber auch andere Einzelpersonen gebe.

Wie sind Sie dazu gekommen, ein eigenes Schulungsunternehmen zu gründen?

Hintergrund ist der, dass ich beide Welten kenne: die Universität bzw. Lehre und Forschung und die Wirtschaft, sprich sowohl Theorie als auch Praxis. Aber fangen wir am besten von vorne an: Ich habe an der Technischen Universität Dortmund Informatik mit Nebenfach BWL studiert. Danach bin ich nach Hamburg gezogen, um dort bei einer Firma meine Diplomarbeit zum Thema Lastverteilung zu schreiben. Dort habe ich etwa vier Jahre als Softwareentwickler und schließlich Produktmanager gearbeitet. Aber irgendwann habe ich in dem Unternehmen einfach keine Herausforderungen mehr für mich gesehen. Und dann war einfach das Timing gut: Die Universität München hatte eine Stelle im Bereich Lehre in meinem Fachgebiet ausgeschrieben. Also habe ich mich beworben und wurde dann auch direkt genommen.

Und wie ging es dann in München weiter?

Die damalige Stelle war explizit nur auf Lehre ausgerichtet. Und das hat mich ein Stück weit auch genau dort hingebracht, wo ich jetzt bin. Ich konnte mich da ausleben und den ganzen Bereich Stück für Stück aufbauen, da die Stelle neu geschaffen wurde und es bis dato noch keine genauen Vorgaben gab. Also habe ich Software-Kurse für die Studenten angeboten. Und zwar praktische. Viele Studenten haben ja oft das Problem, dass sie an der Uni alles nur in der Theorie lernen. Also habe ich mir ihre Kurse angesehen und dazu passend die nötigen Praxiskurse angeboten. Gab es zum Beispiel eine Vorlesung zum Thema Programmieren oder Java oder auch Algorithmen, habe ich das Ganze mit meinen Studenten in die Praxis umgesetzt. Am Anfang nur mit einer Handvoll von ihnen, doch offenbar habe ich meine Sache ganz gut gemacht, denn schnell sind meine Kurse explodiert, sodass fast 500 Leute daran teilnehmen wollten. Da saßen dann schon mal mehrere Hundert Studenten mit ihren Laptops vor mir und wir haben gemeinsam ihr Gelerntes in die Praxis umgesetzt. Aber das habe ich dann irgendwann natürlich lieber in viele kleinere Kurse unterteilt. So lernt es sich einfach besser. Ich habe dann noch die bundesweit anerkannte Didaktik-Weiterbildung Train the Trainer absolviert und so auch offiziell die höchste Stufe im Bereich Lehre an deutschen Unis erlangt. Außerdem habe ich dann auch noch einige Auszeichnungen für hervorragende Lehre bekommen. Das war eine tolle Zeit und hat mir viel Spaß gemacht!

Sie haben zu dem Thema ja dann auch ein Buch geschrieben.

Genau. Irgendwann wurde dann der Springer-Verlag durch die Kurse auf mich aufmerksam. Also habe ich – zusammen mit einem Kollegen, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist – das Buch Java Kompakt geschrieben. Das ist mittlerweile an sieben Unis und acht Hochschulen das Standardlehrbuch und im August erscheint dann auch die zweite Auflage.

Wieso haben Sie dann Ihr Schulungsunternehmen gegründet?

Mir hat das Unterrichten, wie gesagt, immer großen Spaß gemacht. Damit wollte ich nicht aufhören! In meiner Zeit an der Uni habe ich ja auch immer positives Feedback bekommen und gemerkt, dass meine Studenten wirklich viel aus meinen Kursen mitnehmen konnten. Also dachte ich mir: Warum nicht das Ganze in die Wirtschaft transportieren? Und so entstand mein Unternehmen Successful Coding. Wenn ich in der Lehre bin, vergesse ich einfach alles um mich herum. Dann erkläre ich zur Not auch mit Händen und Füßen und mithilfe ganz alltäglicher Beispiele, bis es alle verstanden haben. Ich bin da einfach mit Herz und Seele dabei. Und deshalb habe ich endgültig meine Berufung zum Beruf gemacht. Wobei das wohl auch irgendwie in der Familie liegt: Schon meine Großmutter und meine Eltern waren alle Lehrer. Das ist einfach meine Welt (lacht)!

Was unterscheidet Sie denn noch von anderen (Java-) Experten?

Expertenwissen haben und das auch vermitteln können, das sind ja zwei Paar Stiefel. Es gibt zum Beispiel exzellente Programmierer, die ihr Wissen aber nicht weitergeben können. Ich kann beides. Und durch meine langjährige Erfahrung an der Uni, habe ich meine Methoden auch noch weiter optimieren können. Ich bin der Meinung, dass die Freude an der Lehre den Unterschied macht. Und die bringe ich mit! Dazu kommt, dass ich meinen Erfolg über den Fortschritt meiner Teilnehmer und deren Erfolg definiere. Für mich geht es um Qualität, Können statt Kennen.

Wie genau funktioniert das denn organisatorisch mit den Schulungen?

Im Grunde kann jeder teilnehmen, der sich im Bereich Java weiterbilden will. Ganz oft sind das zum Beispiel Mitarbeiter eines Unternehmens, es können sich aber auch einzelne Freelancer anmelden. Es gibt Schulungen, die an festgelegten Terminen stattfinden (mehr zu den Terminen erfahren Sie hier), man kann aber auch exklusive Schulungen für ganze Gruppen zu einem Wunschtermin buchen. Ich bin da flexibel. Wo ich weniger flexibel bin, ist bei der Anzahl der Teilnehmer: Mein Maximum pro Schulung liegt bei acht Personen. Da erzielen wir die besten Ergebnisse und ich kann optimal auf die Teilnehmer eingehen.

Gibt es dabei sonst noch etwas zu beachten? Wie sieht es zum Beispiel mit dem Schwierigkeitslevel in Java aus?

Im Grunde brauchen die Teilnehmer nichts weiter als sich selbst und einen Laptop mit Java, JDK und einer Entwicklungsumgebung. Ansonsten gibt es Kurse in allen Schwierigkeitsstufen: von einem Java-Grundkurs für Anfänger über Aufbaukurse bis hin zu Software-Architektur, Java 8 und 9 und noch viele weitere.

Das klingt ja jetzt schon alles sehr spannend! Aber was würden Sie sagen, war in Ihrer Karriere bis hierhin die beste Entscheidung?

Auf jeden Fall die, damals aus Hamburg und der Firma wegzugehen. Dort gab es für mich einfach kein Weiterkommen. Und die zweitschönste Sache ist dann direkt die Lehre an der LMU gewesen. Außerdem hat die mich ja erst zu den Schulungen jetzt gebracht.

Und was macht Ihnen heute am meisten Spaß an Ihrem Beruf und der Programmiersprache Java?

Ganz klar die Lehre bzw. jetzt eben die Schulungen. Ich bleibe dabei. Das könnte ich ohne Probleme für den Rest meines Lebens machen (lacht)!

Wenn wir schon beim Thema sind: Was würden Sie sich denn für Ihre berufliche Zukunft sonst noch wünschen?

Ich möchte gerne meine Art der Schulung etablieren: Also Schulungen von höchster Qualität mit viel Freude durchführen. Dabei wünsche ich mir langfristig Leute an meiner Seite, die auch die nötige Leidenschaft und vor allem das Talent in dem Bereich mitbringen, sodass wir möglichst viele produktive und lehrreiche Schulungen anbieten können.

Vielen Dank für das Interview!

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