Bei aller Liebe: Preise sollten Preise bleiben – Freelancetweets 017

In der Reihe Freelancetweets kommentieren wir grandiose, aberwitzige, aber auch ganz nüchterne Tweets über das Leben als Freiberufler. Heute kommentieren wir:

So oft man sich auch vornimmt, in keine Preisverhandlungen mehr einzusteigen – hat man doch alle Preise transparent auf der Homepage angezeigt und ist längst nicht mehr in einem Stadium, in dem man sich für seinen Preis schämt –, es passiert doch immer mal wieder. Da ruft jemand an, der ein besonders interessantes Projekt hat. Da meldet sich jemand, der über einen guten Freund geschickt wird. Oder jemand nimmt erstmal höflich Kontakt auf, weil er begeistert von einem anderen Projekt von uns ist. Man versteht sich auf Anhieb. Und dann, am Ende des Gesprächs, kommt diese Frage: Ob man denn da nicht noch was machen könne mit dem Preis?

Dieses ewige Dilemma: Nur hart bleiben hilft?

Es gibt da noch eine andere, fast schärfere, Variante der Frage nach den Preisen für Freunde des Hauses. Nämlich, die Frage nach den Preisen für Gleichgesinnte. Für vielleicht noch mittellose Gründer, die eines oder mehrere unserer Ideale teilen. Deren Ideale man doch nicht einer so einfachen Frage wie der nach einem Honorar unterordnen kann. Gleichzeitig sind diese Gleichgesinnten oft so sicher, dass sie ihre Ziele erreichen werden, dass sie uns eine satte Gewinnbeteiligung in Aussicht stellen. Schon kuriert davon, noch an Ideale glaubend oder aus Erfahrung überzeugt von solch einem Modell – ganz oft hat der/die Freelancer*in Bauchschmerzen bei diesem Vorschlag.

Business nur im Namen der Freundschaft

Sagen wir, dass wir keine Freundschaftspreise haben, dann stehen wir voll hinter der alten Weisheit: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Aber: Muss das immer so sein? Geht etwa wirklich immer nur das Eine oder das Andere? Geschäft ist Geschäft und Freund ist Freund?

Hier bietet @VolkerGoebbels einen grandiosen, weil simplen Ausweg an: Alle Preise sind Preise für Freunde. Und er macht jeden Kunden zum Freund. Wie schön, wie elegant, wie überzeugend, wie charmant – kann es eine bessere Antwort geben? Wir finden: Nein. Und werden uns an diese Antwort halten.

Ein Kommentar:

  1. Ich vermutemal, dass es der branche der Personaldienstleister im Moment nicht so gut geht. Es wird um jeden Euro gefightet. Doch das ganze fighten dient lediglich der Erhöhung der Margen des Personaldienstleisters, den der Kunde hat in der Regel davon keinen Nutzen. Ich bin nun seit mehr als 10 Jahren freiberuflich tätig und habe es nie bereut. Auch kann ich mich nur der Aussage “hartbleiben” anschliessen. Wenn man dem Personalberater oder Projektanbieter erklärt, welche Kosten im Allin Stundensatz enthalten sind und warum sie auf ihren Stundensatz bestehen müssen, erzielt man oft einen Konsenz. Für viel wichtiger halte ich jedoch die Kompetenz einiger Recruiter, ich habe schon wegen der Inkompetenz von Recruitern, Bewerbungen zurückgezogen.

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