Privat oder gesetzlich – Die passende Krankenversicherung für Existenzgründer

Existenzgründer müssen zahlreiche Entscheidungen treffen. Eine der Wichtigsten ist, ob eine private oder eine gesetzliche Krankenversicherung gewählt werden soll. Beide Varianten haben ihre ganz speziellen Vor- und Nachteile. Doch die Entscheidung sollte nicht überstürzt getroffen werden und ist auch nicht in erster Linie eine Frage des finanziellen Spielraumes. Vielmehr müssen der Gesundheitszustand des Betroffenen und seine familiäre und berufliche Situation in die Entscheidung mit einfließen.

1. Die Prinzipien der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung

Die private und die gesetzliche Krankenversicherungen arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien. Wie auf krankenkasse-vergleich.de nachzulesen, gilt in der gesetzlichen Krankenkasse das Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, dass sich die Höhe der monatlichen Beitragszahlungen am jeweiligen Einkommen des Versicherten orientiert. Das Versicherungsprinzip kommt bei privaten Krankenversicherungen zum Tragen. Die Beitragsbemessung richtet sich dort nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem individuellen Gesundheitszustand beziehungsweise dem Krankheitsrisiko des Einzelnen.

2. Welche Gesichtspunkte spielen bei der Entscheidung eine Rolle?

Auf die individuellen Lebensumstände sollte das Hauptaugenmerk gelegt werden, wenn es um die Entscheidung geht, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung sinnvoller ist. Der Artikel „Wann sollte der Existenzgründer sich privat oder gesetzlich krankenversichern“ weist zudem darauf hin, dass diese Entscheidung direkt am Anfang der Existenzgründung getroffen werden sollte, da ein späterer Wechsel von der privaten in eine gesetzliche Krankenversicherung nicht möglich ist. Fragen, die sich der Betreffende dabei stellen sollte, sind:

• Welche Vorerkrankungen sind bekannt?
• Wie alt ist der Betreffende bei Vertragsbeginn?
• Sollen Familienmitglieder mitversichert werden?
• Welche Leistungen sollen abgedeckt werden?
• Ist eine Eigenbeteiligung an Gesundheitskosten gewünscht?

3. Die private Krankenversicherung für Existenzgründer

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung richten sich nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Gesundheitszustand sowie nach den individuellen Wünschen des Versicherten bei der Tarifwahl. Somit lohnt sich eine private Krankenversicherung besonders für junge, gesunde und gut verdienende Existenzgründer, da für sie die Beiträge der privaten Krankenversicherung sogar niedriger sein können, als jene, die sie für die gesetzliche Krankenversicherung zahlen müssten. Ein weiterer Vorteil der privaten Krankenversicherung ist, dass eine Vielzahl an besonderen Leistungen mitversichert werden können, so fuer-gruender.de. Dies bezieht sich beispielsweise auf Hörgeräte oder auch Zahnersatz. Wer hingegen Familie hat oder die Gründung einer solchen plant, muss die Vor- und Nachteile genau abwägen. Eine kostenlose Familienversicherung, wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Jedes Kind muss hier selbst versichert werden.

4. Die gesetzliche Krankenversicherung für Existenzgründer

Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung werden, wie schon erwähnt, prozentual in Abhängigkeit vom Einkommen des Versicherten berechnet. Leistungen werden bei der gesetzlichen Krankenversicherung für jeden Versicherten gleichermaßen gewährt. Wichtig zu wissen ist, dass für Selbstständige nicht der übliche Prozentsatz von 15,5 Prozent gilt, sondern eine ermäßigter Prozentsatz von 14,9 Prozent. Begründet ist dies darin, dass Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung kein Krankengeld erhalten. Der große Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist, dass Kinder und oft auch der Ehepartner kostenlos in der Familienversicherung mitversichert werden können. Je höher das Einkommen des Selbstständigen jedoch ist, umso höher werden auch die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb kann gerade bei einem hohen Einkommen ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung Sinn machen.

5. Für Künstler und Publizisten gelten Ausnahmeregelungen

Besondere Regelungen gelten für Künstler und freischaffende Publizisten, die sich selbstständig machen möchten. Sie registrieren sich bei der Künstlersozialkasse (http://www.kuenstlersozialkasse.de/) und sind dann in der Regel gesetzlich krankenversichert. Eine Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

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Dagmar Heinze

Dagmar Heinze

Ist seit dem 1. Juni 2012 bei freelance.de für das Online Marketing zuständig. "Ich freue mich bei diesem schnellwachsenden Unternehmen mitwirken zu können!"

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