Projektakquise für Freelancer!

Ein Gastbeitrag von Danny Woot – Social Media & Community Manager

Danny WootFür alle Freelancer, die nicht schon seit Jahrzehnten im Geschäft sind und auf ein riesengroßes Netzwerk zurückgreifen können, ist die Akquise neuer Kunden und Projekte meist kein Selbstläufer. Es gibt Plattformen wie Freelance.de und XING, die einen bei der Akquise enorm unterstützen. Aber es schadet auch nicht, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um auf sich und die eigenen Leistungen aufmerksam zu machen.

Danny Woot erzählt in diesem Gastbeitrag, wie er an neue Projekte kommt, ohne die Akquise zu einem Knochenjob werden zu lassen. Er ist selbst Freiberufler und arbeitet als Social Media Manager, Community Manager und Strategieberater für große Medienunternehmen, Werbe- und PR-Agenturen, aber auch für Kleinunternehmen und Freelancer.

Onlineakquise ist wie Offlineakquise, nur viel spontaner

Muss ich bei der Projektakquise im Internet völlig anders vorgehen als offline, also auf dem klassischen Weg? Nein.

Im Prinzip funktioniert die Onlineakquise genau so wie die Akquise per Telefon oder mithilfe des klassischen Bewerbungsschreibens. Es gibt einen Erstkontakt, man beschnuppert sich, dann stellt man sich im persönlichen Gespräch genauer vor, rückt sich und die eigenen Stärken ins rechte Licht, und am Ende fällt die Entscheidung, ob es zu einer Zusammenarbeit kommt oder nicht.

Das Entscheidende bei der Onlineakquise ist, dass der Erstkontakt im Netz jederzeit geschehen kann: Wenn ein potenzieller Auftraggeber die Website, das Blog, das XING oder Freelance.deProfil oder die Facebook-Seite des Freelancers besucht, findet bereits ein erster Qualitätscheck durch den Auftraggeber statt. Er fragt sich: „Passt dieser Freelancer zu uns? Bringt er das mit, was wir suchen?“ Dieser erste Check entscheidet häufig schon, ob der Kandidat überhaupt kontaktiert
wird oder nicht.

Insofern ist es für Freelancer wichtig, diese Touchpoints, an denen potenzielle Auftraggeber mit ihnen in Kontakt kommen, zu pflegen und sinnvoll zu nutzen.

Auch Print funktioniert gut

Jeder sollte auf eine gut ausbalancierte Mischung verschiedener Akquisemaßnahmen achten. Ohne online geht heute nichts mehr, aber online allein ist definitiv zu wenig.

In meinem Fall sieht es so aus, dass ich rund die Hälfte meiner Projekte über Google bekomme, weil Unternehmen, die einen Social Media Manager oder Community Manager suchen, über die Suchmaschine auf meine Website und meine Social-Media-Profile aufmerksam werden. Entsprechend viel Zeit investiere ich auch, diese Touchpoints auszubauen und zu verbessern.

An die anderen Projekte komme ich entweder über Freunde und Geschäftspartner, die mich empfehlen, oder über ganz klassische Werbeformate wie Flyer und Briefmailings, die ich an potenzielle Kunden verschicke. Ja, die guten, alten Printformate eignen sich hervorragend als Türöffner, um mit Unternehmen zumindest mal ins Gespräch zu kommen.

Macht weniger, aber das Wenige richtig!

Selbst ein Web Worker wie ich muss nicht in allen sozialen Netzwerken aktiv sein, bloß weil es im Trend liegt. Was wirklich zählt, ist, zu wissen, wie man die Unternehmen erreicht, die Bedarf an den Leistungen haben, die man anbietet.

Oft sind es zwei oder drei Maßnahmen, die wirklich gut funktionieren. Auf diese sollte man sich konzentrieren und den ganzen Rest vergessen.

Wenn man die richtigen Maßnahmen für sich gefunden hat, gibt es drei Grundregeln zu beachten:

1. Finde dein Alleinstellungsmerkmal
2. Überzeuge an deinen Touchpoints
3. Gestalte die Akquise so, wie es am besten zu dir passt

Ein Alleinstellungsmerkmal ist wichtig, um sich von anderen Freelancern, die ähnliche Leistungen bieten, abzuheben. Jeder hat mindestens ein solches Merkmal. Das kann eine besondere Qualifikation, eine geschäftliche Nische oder ein persönliches Charaktermerkmal sein. Was auch immer es ist, es muss an allen Touchpoints – Website, Social Media, Flyer, Briefpapier, Visitenkarte etc. – kommuniziert werden.

Bei der Akquise selbst sollte man schließlich Maßnahmen wählen, die einem wirklich liegen. Es ist nicht hilfreich, sich während der Akquise in unangenehme Situationen zu manövrieren, nur weil man etwas tut, was man eigentlich nicht tun will. Ich zum Beispiel bin kein Telefontyp und auch kein Freund von Netzwerkevents. Den Erstkontakt stelle ich am liebsten per Mail her. Alles Weitere ergibt sich dann.

Hallo, hier bin ich

Es gibt darüber hinaus verschiedene weitere Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich mache das in der Regel so:

Um über Google gefunden zu werden, blogge ich und optimiere meine Website permanent für Suchmaschinen. Außerdem bin ich in den wichtigsten sozialen Netzwerken aktiv und hinterlasse so meine Spuren im Netz.

Zu besonderen Anlässen schalte ich auch mal Werbeanzeigen auf Facebook oder Google. Ein kreatives Briefmailing kann ebenfalls äußerst wirkungsvoll sein. Eine schicke Postkarte mit handgeschriebener Nachricht, dazu ein nettes Give-away, und das alles an die richtigen Ansprechpartner in ausgewählten Unternehmen verschickt – schon ist man auf deren Radar.

Und jetzt ihr

Für die Projektakquise gibt es kein Rezept. Für die einen funktioniert dieses, für die anderen jenes am besten. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Hinterlasst einen Kommentar und erzählt uns davon!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich als Interview in „Das Buch zur Jobsuche im Social Web: Personal Branding mit Blogs, Twitter, Pinterest & Co.“publiziert. Das Buch erschien im Oktober 2013 im O’Reilly Verlag.

Gastautor

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Regelmäßig veröffentlichen Gastautoren auf freelance.de Beiträge zu interessanten Themen.

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