Steigende Gründungszahlen im E-Commerce (Teil I) – Tipps zur Gründung & Planung

Ein Beitrag über Neugründungen in der Internetwirtschaft von Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH

Das Internet hat viele Lebensbereiche in den vergangenen Jahren verändert. Offenkundig wird diese Tatsache vor allem in den Bereichen Kommunikation und Online-Shopping. Aber auch auf viele weitere Aspekte im Alltag hat das Word Wide Web zunehmend Einfluss. Reisebuchungen, die Suche nach einem neuen Job oder den eigenen vier Wänden, der Abschluss von Versicherungen bzw. das Eröffnen neuer Konten – fast alles lässt sich inzwischen über das Internet erledigen. Und mittlerweile ist der überwiegende Teil deutscher Haushalte über einen Breitbandanschluss mit dem Internet verbunden. Laut Branchenverband BITKOM liegt Deutschland mit einer Abdeckung von 82 Prozent im europäischen Ländervergleich für das Jahr 2012 auf Platz 5.

Für Unternehmen ein Markt, der sich lohnt – und Potenzial verspricht. Denn bezüglich der Zuwachsraten hat das E-Commerce in den letzten Jahren nur eine Richtung gekannt – nach oben. Lag das Marktvolumen 2010 laut BITKOM noch bei knapp 146 Mrd. Euro, rechnet der Verband für 2013 bereits mit mehr als 153 Mrd. Euro. Auf den ersten Blick ideale Bedingungen für Existenzgründer und deren Start-ups.

Business-Plan

Neben der Tatsache, dass das Internet – im Gegensatz zum stationären Einzelhandel mit festem PoS (Point of Sale) – ein Markt mit Wachstumspotenzial ist, bieten sich für Gründer hier weitere Vorteile. Start-ups können im Internet in diversen Nischen Erfolge feiern. Bestes Beispiel sind Dienstleistungen, die sich rund um SEO (Search Engine Optimization, Suchmaschinenoptimierung), Design, Webentwicklung, Programmierung, Projektberatung, App-Entwicklung usw. drehen. Andererseits bietet eine Existenzgründung im E-Commerce die Möglichkeit, bereits mit geringen finanziellen Mitteln in die Selbständigkeit zu starten. Rein theoretisch reicht der Breitbandanschluss, ein PC und Know-how aus, um ein Start-up entstehen zu lassen. Trotzdem: Ganz so einfach ist die erfolgreiche Existenzgründung in der Praxis nicht, da neben dem technischen Aspekt auch Rechtsfragen, die Wahl der Unternehmensform und weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen.

Teil I: Vor der Gründung – von der Geschäftsidee zum Businessplan

Einer Unternehmensgründung geht ein langer Vorbereitungsprozess voraus. Einer der ersten Schritte ist fast immer die Geschäftsidee. Entwickelt in der Freizeit oder im beruflichen Alltag, nimmt sie langsam Gestalt an und ist quasi das Samenkorn, aus dem jedes Start-up heranwachsen soll. Erfolg garantieren kann die Geschäftsidee allerdings nicht. Wer als Existenzgründer erfolgreich sein will, muss seine Idee weiterentwickeln, die Rahmenbedingungen prüfen und letztlich aus der Summe den Businessplan entwickeln.

Es stellt sich beispielsweise die Frage, ob die entwickelte Geschäftsidee ein echtes Novum am Markt darstellt – oder bereits andere Start-ups schneller waren? Ebenfalls eine Rolle spielen muss die Art und Weise der Existenzgründung. Und noch ein wesentlicher Punkt gehört an dieser Stelle auf die Agenda: Lässt sich meine Geschäftsidee mit Eigenkapital finanzieren – oder sind externe Geldgeber nötig? Sorgen die persönlichen Rücklagen für ausreichend Startkapital, können Gründer viele Hürden – wie etwa das Kreditgespräch – umschiffen und ihre Geschäftsidee innerhalb kurzer Zeit realisieren.

Fehlen entsprechende Rücklagen, bliebt nur der klassische Weg – über einen Businessplan. Wie setzt sich ein solcher jedoch konkret zusammen? Grundsätzlich legt der Businessplan die Dramaturgie fest, nach der sich ein Start-up entwickeln soll. Daher sind hier nicht nur die eigentliche Geschäftsidee und die Person des Existenzgründers ein Thema. Vielmehr geht es um das Herausarbeiten aller Faktoren und Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens haben. Zum Businessplan gehören deshalb Angaben:

  • zur Person des Gründers/des zu gründenden Unternehmens
  • zur Geschäftsidee
    1. Wie sieht das Produkt/die Dienstleistung aus?
    2. Welchen Mehrwert stellt das Produkt/die Dienstleistung für die anvisierte Zielgruppe im Internet?
    3. Wie sehen einzelne Produktionsschritte aus?
    4. Lässt sich das Produkt/die Dienstleistung im späteren Verlauf weiterentwickeln?
  • zur Markt- und Wettbewerbssituation
    1. Was zeichnet die Zielgruppe aus (Kaufkraft, Konsumverhalten, Innovationsaffinität etc.)?
    2. Wo sitzt die Konkurrenz (Position und Stärke der Mitbewerber, Preis- und Markenpolitik etc.)?
    3. Begünstigen die Standortfaktoren das Start-up (infrastrukturelle Situation, behördliche Auflagen z. B. zum Umweltschutz, günstige Preise für Versandlager)?
  • zur Vermarktungsstrategie
    1. Wo liegen Alleinstellungs-/Mehrwertmerkmale der Dienstleistung bzw. des Produkts?
    2. Wie wird ein kundenfreundliches Qualitätsmanagement erreicht (Kundenbefragung per Online-Formular, Rücksendeformular bei Warenlieferung)?
    3. Welches Preissegment besetzt das Start-up und welche Gewinnmarge ist damit möglich?
    4. Welche Vertriebskanäle nutzt das Start-up (Kombination stationärer PoS/E-Commerce, reines E-Commerce, Shop in Shop-Lösungen, White-Labeling usw.)?
    5. Bieten sich Möglichkeiten zur Kundenbindung (Gutschein für Neukundenakquise oder einen Folgekauf)?
  • zur Organisation des Unternehmens
    1. Wie sieht die Rechtsform des Start-ups aus (OHG, GmbH, Einzelunternehmen)?
    2. Welche Personalstruktur ist angedacht (Teilzeitverträge, befristete Verträge, Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung, Qualifizierungsgrad der Mitarbeiter usw.)
  • zum Kapitalbedarf
    1. Wie viel Eigenkapital ist vorhanden?
    2. Wo kommt das Fremdkapital her?
    3. Wie sieht die geplante Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben aus?
    4. Welche Rentabilität/Gewinnerwartung lässt sich daraus ableiten?
  • zur Risikobetrachtung
    1. Wie sehen positive Entwicklungsszenarien für das Start-up aus (beruhend auf nachvollziehbaren Zahlen und Daten)?
    2. Wo können für die Existenzgründung erhebliche Probleme entstehen (anhand von Zahlen und Fakten)?

Lesen Sie weiter: Teil II – Must have, die Finanzplanung

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