Wenn der Unternehmer mal ausfällt

Ein Beitrag über den Ernstfall eines Unternehmers von Dirk-D. Hansmann, Unternehmensberater

“Ich kann mir in den ersten Jahren keine Krankheit erlauben”, ist ein häufiges Credo. Aber seit wann richten sich Grippe-Attacken und andere Widrigkeiten nach einem Terminkalender?

Wer jetzt gerade als Einzelkämpfer Gespräche nicht weiter führen kann, die gerade eingeworbenen Umsätze nicht umsetzt, der hat ein Problem. Da ist eine Vertrauensperson wichtig. In der Regel werden es Eheleute oder LebensabschnittsgefährtInnen sein, die sich unterstützen und der ausgefallenen Person einfach den Rücken frei halten.

Netzwerk

Was passiert, wenn es zu einem längeren Ausfall wegen Krankheit kommt?

Termine können nicht mehr gehalten werden. Ggf. können die Kunden nicht informiert werden. Gespräche wegen neuer Aufträge oder mit Lieferanten sind einfach unterbrochen. Fazit: Wer nicht produziert hat kein Geld.

Die Eigenorganisation kann jetzt wirklich die Existenz retten.

Es kann hilfreich sein, wenn die Aufträge, die unerledigten Arbeiten und Termine irgendwo im Zugriff sind. Ob es um die Zahlungen an das Finanzamt, an Lieferanten geht. Aber auch der Rechnungsausgang. Wie sieht es auf dem Konto aus? Gibt es nur ein Geschäfts- oder auch ein privates Konto? Wer kann jetzt was unternehmen? Wo können welche Informationen hin gehen um Termine zu verschieben? Welche Aufgaben können kurzfristig durch jemanden übernommen werden?

Eine Arbeitsliste sollte man in regelmäßigen Abständen fortschreiben. Einen Ausdruck oder die aktuelle Datei hat dann bei der Vertrauensperson zu sein. Ebenso wie die entsprechenden Vollmachten um auch handeln zu dürfen. Denn was ist, wenn der Steuerberater die Vertrauensperson nicht kennt und nie von der gehört hat und die Unterlagen zwar entgegen nimmt, aber die verarbeiteten nicht aushändigt?

Nicht alle Aufgaben von der Liste werden durch die Vertrauensperson erledigt werden können. Wer ist ansprechbar und kann helfen? Oder darf helfen? Wenn die Vertrauensperson nämlich nicht mit Dir verheiratet, Dein Kind, eines Deiner Elternteile oder die Verlobte ist: Die darf dann Deine Umsatzsteuervoranmeldung gar nicht machen. Und wenn doch, dann ist das ein Gesetzesverstoß, der auch mal mit 5.000 Euro bei unentgeltlicher Hilfe geahndet wird. Das sollte man vorher wissen.
Also gilt es ein Netzwerk geplant zu haben. Auch für Rückfragen.

Die Krankheitsvertretung sollte bereits bei der Businessplanerstellung Thema gewesen sein. Für Sie als Unternehmer ist die Beruhigung im Ernstfall umso größer.

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