Wie arbeiten Freelancer im Jahr 2026? Welche Herausforderungen prägen den Markt, und welche Trends beeinflussen die Zukunft der Selbstständigkeit? Antworten auf diese Fragen liefert die neue Freelancer-Studie 2026 von freelance.de, die bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde.
Mehr als 3.300 Teilnehmende sowie Plattformdaten liefern Einblicke in Arbeitsweise, finanzielle Situation, Projektlage, Versicherungsschutz und den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Selbstständigkeit. Die Befragung wurde vom 27. Januar 2026 bis zum 2. März 2026 durchgeführt.
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Während Freelancer neue Technologien wie KI zunehmend in ihren Arbeitsalltag integrieren, bleibt die wirtschaftliche Lage für viele herausfordernd. Viele erwarten eine schwierigere Projektlage und zeigen sich finanziell weniger zufrieden als noch vor wenigen Jahren. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.
Zusätzlich ermöglichen interaktive Grafiken mit Filterfunktionen, die Ergebnisse genauer zu analysieren.

Inhalt
- Wer sind die Freelancer?
- Arbeitszeit und Arbeitsort: Freelancer setzen auf Vollzeit und Remote-Modelle
- Stundensätze und Gender-Pay-Gap: So verdienen Freelancer im Jahr 2026
- Weniger Projekte, längere Suche: Die Auftragslage für Freelancer bleibt angespannt
- Das sind die größten Herausforderungen und Trends für Freelancer
- Politische Unsicherheit belastet viele Freelancer
- Versicherungen und Projektrisiken: Das beschäftigt Freelancer besonders
- Künstliche Intelligenz gehört für viele Freelancer zum Arbeitsalltag
- Fazit
1. Wer sind die Freelancer?
Die Mehrheit der befragten Freelancer verfügt über langjährige Berufserfahrung und ist vor allem im technischen Umfeld tätig. 45 % arbeiten in der IT, gefolgt von Ingenieurwesen (15 %) und Marketing (7 %).
Auch bei der Geschlechterverteilung zeigt sich ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren: 77 % der Freelancer sind männlich, 23 % weiblich. Ein Blick auf die Altersstruktur macht deutlich, dass viele Befragte auf langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zurückblicken: Die größten Gruppen sind die 50– bis 59-Jährigen mit 31 % sowie die 40- bis 49-Jährigen mit 26 %. Jeweils 18 % entfallen auf die 30- bis 39-Jährigen und die 60- bis 69-Jährigen. Jüngere Freelancer sind deutlich seltener vertreten.
2. Arbeitszeit und Arbeitsort: Freelancer setzen auf Vollzeit und Remote-Modelle
Die große Mehrheit der Freelancer ist hauptberuflich selbstständig: 84 % üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus, 16 % nebenberuflich. Im Durchschnitt arbeiten Freelancer rund 37 Stunden pro Woche – hauptberuflich Tätige etwa 41 Stunden, nebenberuflich Tätige rund 15 Stunden. Zudem zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Weibliche Freelancer arbeiten durchschnittlich 32,56 Stunden pro Woche, während männliche Freelancer im Schnitt 38,30 Stunden arbeiten.
63 % der Befragten sind Experten und verfügen über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Viele wechseln zudem erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung in die Selbstständigkeit.
Beim Arbeitsort zeigt sich ein klarer Trend zu flexiblen Modellen: 51 % arbeiten vollständig remote, 40 % hybrid und nur 9 % überwiegend vor Ort. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil vollständig ortsunabhängiger Arbeit leicht gestiegen, während hybrides Arbeiten etwas zurückgegangen ist.
3. Stundensätze und Gender-Pay-Gap: So verdienen Freelancer im Jahr 2026
Der durchschnittliche Stundensatz über alle Fachgebiete hinweg liegt 2026 bei 101,70 € pro Stunde und damit nur leicht über dem Vorjahreswert von 100,55 €. Besonders hohe Stundensätze erzielen Freelancer in Einkauf & Logistik (118,81 €) und im Coaching (116,60 €). Am niedrigsten fallen die Stundensätze in den Fachgebieten Kunst & Kultur (76,89€), Verwaltung (86,43€) und Marketing (86,70€) aus.
Mit zunehmender Berufserfahrung steigen auch die Honorare. Freelancer mit weniger als fünf Jahren Erfahrung verdienen im Schnitt rund 83 €, Experten mit mehr als 20 Jahren Erfahrung dagegen rund 107 € pro Stunde.
Positiv ist, dass sich der Gender-Pay-Gap weiter verringert hat. Die Differenz zwischen den durchschnittlichen Stundensätzen von Männern und Frauen liegt nur noch bei rund 6,2 %, im Vorjahr waren es noch etwa 11 %. Männer verdienen durchschnittlich 103,06€ pro Stunde, Frauen 96,69 €. In den Fachgebieten IT, Coaching sowie Kunst & Kultur liegt der durchschnittliche Stundensatz von Frauen über dem der Männer.
Auch bei den Stundensätzen von haupt- und nebenberuflich selbstständigen Freelancern zeigen sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Hauptberuflich weibliche Freelancer erzielen im Durchschnitt 101,04 € pro Stunde, während männliche Freelancer auf 104,39 € kommen. Das entspricht einem Unterschied von 3,2 %. Deutlicher fällt die Differenz bei nebenberuflich Selbstständigen aus. Hier liegen Frauen mit durchschnittlich 75,49 € pro Stunde rund 20 % unter dem Wert der Männer, die 94,45 € erzielen.
Die Gewinnverteilung verschiebt sich im Vergleich zum Vorjahr leicht nach unten. 2025 erzielen 32 % einen Jahresgewinn von unter 25.000 €, im Vorjahr waren es noch 27 %. Gleichzeitig sinkt der Anteil hoher Gewinne: In der Klasse über 125.000 € fällt er von 19 % auf 15 %. Deutliche Unterschiede zeigen sich zudem zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit: Während 67 % der nebenberuflichen Freelancer einen Jahresgewinn von unter 25.000 € erzielen, liegt dieser Anteil bei hauptberuflich Selbstständigen bei 25 %.
IT-Freelancer erzielen durchschnittlich höhere Stundensätze als Freelancer außerhalb der IT. Während der durchschnittliche Stundensatz in der IT bei rund 101,98 € liegt, beträgt er im Non-IT-Bereich etwa 100,49 €. Zudem zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männliche Freelancer erzielen im Non-IT-Bereich mit 104,50 € die höchsten Stundensätze, während Freelancerinnen im IT-Bereich mit durchschnittlich 103,82 € pro Stunde leicht über ihren männlichen Kollegen liegen.
Die allgemeine finanzielle Zufriedenheit sinkt seit Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2026 ist erstmals weniger als die Hälfte der befragten Freelancer (45 %) mit ihrer finanziellen Situation zufrieden – 2023 waren es noch 70 %. Besonders hoch ist die Zufriedenheit unter Freelancern in Versicherungen und Finanzdienstleistungen sowie im Einkauf, in der Logistik und Lagerhaltung, wo jeweils rund die Hälfte der Befragten angibt, mit ihrer finanziellen Situation zufrieden zu sein. Deutlich unzufriedener zeigen sich dagegen Freelancer aus den Bereichen Kunst, Kultur und Medienproduktion sowie Bildungswesen, Coaching und Training, wo ein besonders hoher Anteil angibt, eher oder sehr unzufrieden mit der finanziellen Situation zu sein.
Auffällig ist der Unterschied zwischen haupt- und nebenberuflich tätigen Freelancern: Während knapp die Hälfte der hauptberuflichen Freelancer mit ihrer finanziellen Situation zufrieden ist (49 % sehr oder eher zufrieden), liegt dieser Anteil bei nebenberuflich Tätigen nur bei rund 25 %. Gleichzeitig ist der Anteil der Unzufriedenen unter nebenberuflichen Freelancern deutlich höher.
Sowohl in der IT als auch im Non-IT-Bereich ist die finanzielle Zufriedenheit der Freelancer in den letzten Jahren spürbar gesunken. Während 2023 noch eine deutliche Mehrheit angab, sehr oder eher zufrieden zu sein, nimmt dieser Anteil bis 2026 kontinuierlich ab, während gleichzeitig der Anteil der eher oder sehr Unzufriedenen steigt.
Gleichzeitig bleibt die finanzielle Lage angespannt. 59 % der Freelancer haben ihre Stundensätze zuletzt nicht verändert, 25 % haben sie erhöht und 16 % gesenkt. Wer seinen Stundensatz angehoben hat, erhöhte ihn im Durchschnitt um rund 14 %. Bei denjenigen, die ihren Stundensatz reduziert haben, lag die durchschnittliche Senkung bei 19 %. Zwischen Frauen und Männern zeigen sich dabei leichte Unterschiede: Während 26 % der weiblichen Freelancer ihren Stundensatz im vergangenen Jahr erhöht haben, waren es bei den männlichen 24 %. Umgekehrt reduzierten 17 % der Männer ihre Preise, bei den Frauen lag dieser Anteil bei 14 %.
Das zeigt sich auch beim Aufbau finanzieller Rücklagen: Lediglich 34 % der Freelancer geben an, gut Rücklagen für schwächere Projektphasen bilden zu können. Die Investitionsbereitschaft bleibt jedoch hoch. Besonders häufig investieren Freelancer in Weiterbildung und Qualifizierung (48 %), in Arbeitsmittel und technische Ausstattung (44 %) sowie in Software und digitale Tools (42 %). Deutlich seltener fließt Geld in Marketing, Sichtbarkeit und Netzwerk (25 %), während 13 % aktuell keine Investitionen planen.
4. Weniger Projekte, längere Suche: Die Auftragslage für Freelancer bleibt angespannt
Ein Blick auf die Projektlage zeigt, dass sich die Marktsituation für Freelancer zuletzt deutlich verschlechtert hat. Auch unsere Plattformdaten von freelance.de bestätigen diesen Trend: Nach einem starken Wachstum bis 2022 ist das Angebot an Projekten zuletzt spürbar zurückgegangen. Während 2022 noch rund 97.400 Projekte auf freelance.de veröffentlicht wurden, waren es 2025 nur noch etwa 56.000.
Freelancer arbeiten zunehmend branchenübergreifend. IT & Entwicklung, die Dienstleistungsbranche und die Automobilindustrie bleiben zwar die wichtigsten Auftraggeberbranchen, verlieren im Jahresvergleich jedoch an Anteil. Der Anteil der Projekte aus IT & Entwicklung sinkt von 29 % im Jahr 2024 auf 20 % im Jahr 2025. Die Dienstleistungsbranche geht von 25 % auf 20 % zurück und die Automobilindustrie fällt von 22 % auf 15 %. Insgesamt zeigt sich 2025 damit eine breitere Verteilung der Nachfrage über verschiedene Branchen hinweg.
Ein weiterer Blick auf die Projektlage zeigt, dass die Mehrheit der Freelancer in den letzten zwölf Monaten nur ein bis zwei Projekte umgesetzt hat (52 %). 26 % arbeiteten an drei bis vier Projekten, 14 % an fünf oder mehr Projekten, während 8 % im vergangenen Jahr kein Projekt hatten. Dabei zeigen sich je nach Fachgebiet deutliche Unterschiede, die häufig auch mit der Art der Tätigkeit zusammenhängen. So ist in projektbasierten Bereichen wie Kunst und Kultur eine höhere Zahl parallel umgesetzter Aufträge typisch: Hier geben über 54 % der Befragten an, fünf oder mehr Projekte realisiert zu haben.
Auch die Projektakquise gestaltet sich zunehmend zeitaufwendig. Bereits 2025 benötigten 34 % der Freelancer zwei bis drei Monate für die Suche nach einem neuen Projekt, weitere 20 % sogar länger als drei Monate. 2026 hat sich diese Entwicklung weiter verschärft: Inzwischen brauchen 26 % länger als drei Monate, um ein neues Projekt zu finden. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Fachgebieten: Während die Suche etwa in Einkauf, Logistik und Lagerhaltung sowie in der Verwaltung besonders lang dauert, verläuft sie in Bereichen wie Kunst, Kultur und Medienproduktion sowie Marketing oft schneller.
Der Blick nach vorn bleibt verhalten. Für das Jahr 2026 erwarten 68 % der befragten Freelancer eine eher schwierige (42 %) oder sehr schwierige (26 %) Auftragslage. Nur 13 % rechnen mit einer eher leichten Marktsituation, während 18 % keinen wesentlichen Unterschied erwarten. Insgesamt überwiegt damit klar eine skeptische Einschätzung der kommenden Auftragslage.
Ein Vergleich mit der Prognose aus der Umfrage 2025 zeigt, dass sich die erwartete Verschlechterung der Auftragslage weitgehend bestätigt hat. Bereits im Vorjahr gingen viele Freelancer davon aus, dass sich die Marktsituation weiter eintrüben würde. Die pessimistische Prognose aus der Umfrage 2025 hat sich weitgehend bestätigt: Im Vorjahr hatten 63 % der Befragten angegeben, für 2025 mit einer eher oder sehr schweren Auftragslage zu rechnen. In der Umfrage 2026 bewerten nun 59 % die Auftragslage des Jahres 2025 tatsächlich als eher oder sehr schwer. Damit wurde die negative Einschätzung des Vorjahres weitgehend bestätigt.
5. Das sind die größten Herausforderungen und Trends für Freelancer
Freelancer sehen mehrere zentrale Herausforderungen in ihrer Selbstständigkeit. Besonders häufig genannt werden Projektakquise (52 %) und unregelmäßige Auslastung (43 %). Hinzu kommen Preisdruck (34 %), Steuerabgaben (30 %) und rechtliche Unsicherheiten, etwa beim Thema Scheinselbstständigkeit (27 %).
Auch in der Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern sehen viele Freelancer Verbesserungspotenzial. Am häufigsten genannt werden Ghosting bzw. fehlendes Feedback nach Profilversand, Bewerbung oder Interview (52 %). Danach folgen CV-Shopping bzw. unverbindliche Profilanfragen ohne konkretes Projekt (38 %), intransparente Projektanfragen (37 %), Preisdruck bzw. harte Stundensatzverhandlungen (37 %) und lange Entscheidungsprozesse (27 %).
Viele Freelancer erleben in der Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern immer wieder Ghosting – also fehlendes Feedback nach Profilversand oder Bewerbung. Das sorgt für Frustration und kostet wertvolle Zeit. Mehr Transparenz bei Projektanfragen und klarere Prozesse würden die Zusammenarbeit deutlich verbessern.
René Troche, COO von freelance.de.
In der Zusammenarbeit mit Unternehmen im Direktauftrag sehen viele Freelancer ebenfalls Hindernisse. Besonders häufig genannt werden lange Entscheidungswege bzw. langsame Rückmeldungen (36 %) sowie rechtliche Unsicherheiten und Compliance-Themen, etwa rund um Scheinselbstständigkeit (34 %). Hinzu kommen Preisdruck bzw. schwierige Stundensatzverhandlungen (30 %), hoher administrativer Aufwand (27 %) und unrealistische Erwartungen an Zeit, Umfang oder Verfügbarkeit (26 %).
Freelancer wünschen sich vor allem schnellere Entscheidungen und klare Projektanforderungen. Zu lange Abstimmungsprozesse und rechtliche Unsicherheiten bremsen viele Projekte bereits im Vorfeld.
Robin Gollbach, CEO von freelance.de.
Externe Trends wirken sich unterschiedlich auf die Freelancer-Tätigkeit aus. Künstliche Intelligenz und Automatisierung werden von 47 % der Befragten positiv bewertet. Deutlich negativer fällt die Einschätzung bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus: 85 % sehen in steigendem Kostendruck und Budgetkürzungen bei Kunden einen negativen Einfluss, 79 % bewerten die Wirtschafts- und Projektlage negativ und 71 % empfinden Inflation sowie steigende Lebenshaltungskosten als Belastung.
Internationalisierung bleibt für Freelancer ein Wachstumsfeld, gehört aber noch nicht zum Standard. Während 2025 noch 52 % der Befragten keine internationalen Projekte hatten, waren es 2026 bereits 62 %. Gleichzeitig können sich 41 % der Freelancer vorstellen, künftig international zusammenzuarbeiten.
2025 wurden veröffentlichte Projektanfragen insgesamt rückläufig bewertet – besonders deutlich von Personaldienstleistern. Während Unternehmen die Lage häufiger als unverändert oder nur moderat rückläufig einschätzten, berichteten Personaldienstleister deutlich öfter von starken Rückgängen. Für 2026 zeigt sich hingegen ein vorsichtig optimistisches Bild: Beide Gruppen erwarten wieder mehr Projekte, wobei Unternehmen deutlich zuversichtlicher sind als Personaldienstleister.
6. Politische Unsicherheit belastet viele Freelancer
Ein weiteres deutliches Signal der Studie betrifft die politischen Rahmenbedingungen. 71 % der Freelancer geben 2026 an, sich von der Politik nicht ausreichend unterstützt zu fühlen – im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 66 %. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Zufriedenen unverändert niedrig: Wie schon 2025 sind nur 3 % mit der politischen Unterstützung zufrieden. Auffällig ist zudem, dass der Anteil derjenigen, die keine Unterstützung durch die Politik benötigen, von 31 % im Jahr 2025 auf 26 % im Jahr 2026 gesunken ist.
Trotz der herausfordernden Situation bleibt die Wechselbereitschaft in ein Angestelltenverhältnis begrenzt. 2026 geben 51 % an, nicht in eine Festanstellung wechseln zu wollen, 20 % können sich einen Wechsel vorstellen und 28 % sind unentschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich damit kaum eine Veränderung: 2025 lagen die Werte bei 50 % für „Nein”, 19 % für „Ja” und 31 % für „Vielleicht”.
7. Versicherungen und Projektrisiken: Das beschäftigt Freelancer besonders
Versicherungen bleiben für viele Freelancer ein wichtiges Thema. Am häufigsten abgesichert sind Berufshaftpflichtversicherungen (43 %) und Betriebshaftpflichtversicherungen (34 %), gleichzeitig geben jedoch 17 % an, gar keine berufliche Versicherung abgeschlossen zu haben.
Im Arbeitsalltag berichten Freelancer besonders häufig von Missverständnissen oder unklaren Absprachen mit Kunden (31 %) sowie von Projektverzögerungen oder -ausfällen (17 %). Bei der Einschätzung beruflicher Risiken stehen dagegen vor allem Projektverzögerungen oder -ausfälle wegen Krankheit (15 %) im Vordergrund.
8. Künstliche Intelligenz gehört für viele Freelancer zum Arbeitsalltag
Ein spannendes Ergebnis der Studie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Freelancer-Alltag. 53 % der Freelancer nutzen KI täglich, weitere 23 % zumindest wöchentlich und 4 % monatlich. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich damit nur eine leichte Verschiebung in der Nutzungshäufigkeit: 2025 lag die tägliche Nutzung bei 51 %, die wöchentliche bei 36 % und die monatliche bei 8 %.

KI wird dabei alles andere als Bedrohung wahrgenommen. 76 % sehen KI nicht als Risiko für ihre Tätigkeit, nur 24 % bewerten sie als mögliche Gefahr. Welchen Einfluss KI langfristig auf die Stundensätze haben wird, bleibt offen: 38 % der Freelancer können derzeit noch nicht einschätzen, ob der Einsatz von KI-Tools ihre Preise verändern wird. 18 % geben jedoch bereits an, dass KI zu niedrigeren Stundensätzen geführt hat.
Beim Thema Offenlegung gegenüber Kunden zeigt sich ein gemischtes Bild. 44 % der Freelancer geben an, den Einsatz von KI nicht aktiv zu kommunizieren, während 37 % das Thema mit ihren Kunden bislang gar nicht ansprechen. Nur 12 % legen den Einsatz offen, wenn Kunden danach fragen.
Klare Vorgaben zur KI-Nutzung sind in der Zusammenarbeit mit Auftraggebern ebenfalls noch eher selten: 59 % der Freelancer berichten, dass es in ihren Projekten keine entsprechenden Richtlinien gibt. 33 % geben an, dass es zumindest teilweise Vorgaben gibt, während nur 8 % von strikten Regeln berichten.
Gleichzeitig sehen Freelancer auch konkrete Herausforderungen beim Einsatz von KI. Besonders häufig genannt werden Datenschutzprobleme (38 %), eine erhöhte Fehleranfälligkeit von KI-Systemen (34 %) sowie steigende Erwartungen von Kunden (32 %). Hinzu kommen unklare Haftungs- und Verantwortungsfragen (30 %) und Unsicherheiten beim Urheberrecht der erstellten Inhalte (27 %).
9. Fazit
Die Freelancer-Studie 2026 zeichnet ein klares Bild: Freelancer sind ein fester und wichtiger Bestandteil der modernen Arbeitswelt. Sie bringen langjährige Erfahrung mit, sind hoch qualifiziert und adaptieren neue Technologien schnell – allen voran Künstliche Intelligenz, die bereits für die Mehrheit zum täglichen Arbeitsalltag gehört.
Gleichzeitig wächst der Druck. Die finanzielle Zufriedenheit ist seit 2023 kontinuierlich gesunken und liegt 2026 erstmals unter 50 %. Stundensätze stagnieren, die Projektakquise dauert länger und 68 % der Freelancer erwarten für das laufende Jahr eine schwierige Auftragslage. Auch das Gefühl, politisch nicht ausreichend unterstützt zu werden, hat im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Investitionsbereitschaft hoch und die Wechselbereitschaft in ein Angestelltenverhältnis gering. Freelancer setzen auf Weiterbildung, neue Tools und branchenübergreifende Flexibilität. Für Unternehmen bleiben sie damit weiterhin ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen verbessern sich.
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