Interview: Design Thinking – Definition & Methoden des agilen Ansatzes

Wer will nicht Probleme mit neuen Ansätzen durch kreative Ideen lösen und revolutionäre Innovationen in nur einem Workshop kreieren können? Das ist es, was der Ansatz Design Thinking verspricht. Aber was ist die genaue Definition davon und wie sieht der Prozess aus?

Stephan Porsche ist Mitglied bei freelance.de und seit einigen Jahren selbstständiger Innovation Consultant. Er führt Workshops mit dem Schwerpunkt Design Thinking für Kunden durch. In einem Interview hat er uns erklärt, woran man hochwertige Workshops erkennt…


Herr Porsche, was fasziniert Sie am Design Thinking?

Am faszinierendsten sind die Reaktionen der Kunden aufgrund der Ergebnisse, die sie selbst in den Workshops und Projekten hervorbringen, in denen wir mit Design Thinking arbeiten. Auch wenn Design Thinking eigentlich kein neues Thema mehr ist, ist der Ansatz und die Mentalität für viele noch immer ungewohnt. Aber wenn sie sich darauf einlassen, dann sind sie von sich selbst und den Ergebnissen überrascht.

Was ist das Besondere am Design Thinking, und wann kommt es zum Einsatz?

Zunächst einmal scheint der Ansatz von Design Thinking eigentlich gar nichts Besonderes zu sein. Zumindest die Idee dahinter ist absolut naheliegend: Man entwickelt Produkte oder Lösungen, die explizit auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind, damit die Produkte oder Lösungen auch tatsächlich akzeptiert und genutzt werden. Versucht man sich daran in der Praxis aber sozusagen „freihändig“, wird man schnell auf verschiedene Schwierigkeiten stoßen. Da zeigt sich der wahre Wert von Design Thinking. Dank klar gegliederter Phasen und einer Vielfalt situationsspezifischer Denk-, Bewertungs-, Auswahl-, Perspektivübernahmetechniken, werden alle erforderlichen Aspekte einer Neuentwicklung berücksichtigt und in wenigen Iterationen soweit verfeinert, bis ein zufriedenstellendes und häufig auch ein beeindruckendes Ergebnis erzielt ist.

Prinzipiell lässt sich Design Thinking überall einsetzen, wo man fragen kann: „Wie könnte das besser gehen?“. Sinnvoll ist der Einsatz, wenn es um Entwicklungen geht, die für eine einzelne Person allein schwer zu überschauen sind. Hier kommt der Team-Ansatz des Design Thinking besonders effektiv zum Tragen. Wir haben Design Thinking erfolgreich u.a. schon in Pharma-, Gaming-, Bildungs- und IT-Unternehmen sowie in der öffentlichen Verwaltung und bei Banken eingesetzt.
Kurz gefasst könnte man sagen: Design Thinking ist eine Methode, die uns erlaubt, uns in unsere Kunden hineinzuversetzen und Problemstellungen durch ihre Augen zu betrachten.

Wird sich der Ansatz Design Thinking in der Zukunft durchsetzen?

Um den Ansatz des Design Thinkings mache ich mir keine Sorgen. Um den wird niemand herumkommen. Der Ansatz ist ja schlicht und ergreifend konsequente Kundenorientierung. Auch der Prozess und die Techniken, die unter dem Label „Design Thinking“ subsummiert sind, werden zwangsläufig zur Anwendung kommen müssen, wenn man effizient, wiederholbar und zielgerichtet (Neu-)Entwicklungen mit tatsächlichem Marktbezug entwickeln möchte. Was das Label „Design Thinking“ angeht, bin ich mir allerdings nicht so sicher. Gut denkbar, dass der Name sich in den nächsten Jahren abnutzt durch überzogene Versprechungen schlecht ausgebildeter Coaches und dem üblichen Lauf eines Hypecycles. Aber das muss nicht passieren. Die Methode ist super und es gibt eine Menge sehr gut ausgebildeter Coaches am Markt. Ganz besonders wichtig ist meiner Ansicht nach folgender Punkt, wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie einen professionellen und seriösen Design Thinking Workshop einkaufen:

Achten sie darauf, dass der Anbieter nicht nur die Methode vermittelt – die könnten Sie mit einem Buch günstiger lernen – sondern dass er Wert darauf legt, Ihnen die richtige Haltung zu vermitteln. Das ist mit einem Buch kaum, aber durch Vorleben recht einfach möglich. Die Haltung, das Mindset oder der Spirit ist eine schwer fassbare, aber wichtige „Zutat“, weil damit die Atmosphäre in der Gruppe und damit die Ergebnisqualität entscheidend beeinflusst wird. Ansonsten sind natürlich die üblich verdächtigen Punkte relevant. Wie viel Zeit wird angesetzt? Ein Tag kann nur ein Schnupperkurs sein, da können sie noch keine handfesten Ergebnisse erwarten. 2 Tage sind für ein erstes Training okay. In 4-5 Tagen lässt sich viel erreichen. Wie viele Teilnehmer sind zugelassen? Design Thinking lebt von der Gruppe, bei mehr als 5 oder 6 Teilnehmern ist es gut, wenn der Coach nicht allein kommt.

Also ja, Design Thinking wird sich durchsetzen. Wenn Sie diese Punkte beachten, geht vom Namen auch nicht so schnell der Lack ab. Ansonsten bleibt der Ansatz ungebrochen aktuell, nur eben vielleicht unter einem anderen Namen.


Stephan Porsche: Design Thinking

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Porsche! Ob es auf Dauer nun Design Thinking genannt wird oder nicht, wir freuen uns über Ihren Einblick in die kreativen Workshops.

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Wir freuen uns auf Sie!

Alina Bergmann

Alina Bergmann

Alina ist Marketing Manager bei freelance.de - als Tochter von zwei Freelancern und mit einem Bachelor in Kommunikationsmanagement widmet sie sich den Themen der Selbstständigen in Blog Posts, Tweets und auf der Website.

Ein Kommentar:

  1. Avatar
    Christoph Porsche

    Lieber Stephan
    dein Onkel Paul ist sehr stolz auf Dich
    …meinen Respekt…..super..weiter so
    Stephan 👍👍👍👍

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