Auszeit für Freelancer? Unsere Tipps für die Urlaubsreifen

Urlaubszeit – die kann für Freelancer schnell mal in Stress ausarten. Während sich Angestellte für zwei, drei Wochen völlig aus dem Job ausklinken, schielen wir ständig auf´s Smartphone, sind immer auf der Suche nach dem besten W-LAN-Café und müssen gegenüber unseren Mitreisenden rechtfertigen, wenn wir eine Auszeit für die Arbeit brauchen. Aus Angst, den Anschluss zu verpassen, weil wichtige Abgabetermine umgeplant wurden oder Kundenanfragen oft sofort eine Antwort erfordern.

Auch wenn wir uns bewusst für ein flexibleres Arbeiten entschieden haben, das nun mal auch mehr Präsenz und Verantwortung mit sich bringt, brauchen wir unsere Auszeiten und neue Energie für den Jahresabschluss. Wenn „das Smartphone bleibt daheim!“ und „Wir relaxen auf einer internetfreien Insel“ für Sie einfach keine Alternativen sind, haben wir hier ein paar Anregungen, wie Sie die Urlaubszeit möglichst stressfrei gestalten. Und zwar individuell auf Ihre Situation angepasst. Und für alle Beteiligten.

Situation 1: Lange Auszeit gebucht – und jetzt klopft das schlechte Gewissen an?

Sie hegen schon lange den Traum von der Wanderung über die Alpen, haben endlich Ihren Südamerikatrip gebucht oder wollten schon immer mal einen Monat am Stück in Südfrankreich verbringen. Als Sie im Frühjahr mitten in Projekten steckten und abends diesen einen, wohl verdienten Traumurlaub buchten, klang die große Auszeit noch wie eine brillante Idee. Jetzt aber, da sie näher rückt, klopft Ihr schlechtes Gewissen an. Soviel Zeit völlig ungenützt verstreichen lassen?

Unser Tipp: Wenn Sie es wirklich organisatorisch auf die Reihe bekommen haben, einen Ihrer Träume zu verwirklichen, sollten Sie die Reise jetzt auch unbedingt antreten. Nehmen Sie sich eine gute Lektüre und ein Notizbuch mit, sammeln Sie alle Ideen, die Sie mit etwas Abstand vom Alltag plötzlich haben werden und nützen Sie die Zeit für ein paar Gedanken zu einer Neuausrichtung.

Situation 2: Große Projekte gestemmt – und schon wieder neue Pläne im Kopf?

Das vergangene Jahr war für Sie ein voller Erfolg. Sie sind so richtig als Freelancer angekommen, haben schwierige Projekte gestemmt, Neues dazugelernt und viele Kunden gewonnen. Wenn Sie jetzt tatsächlich verreisen, könnten Sie das alles aufs Spiel setzen und völlig den Faden verlieren.

Unser Tipp: Kurz und knapp: Gönnen Sie sich etwas und feiern Sie Ihren Erfolg!

Situation 3: Mitten in der Akquise – kleines Budget?

Sie sind frischgebackener Freelancer oder stecken mitten in einer Neuorientierung. Dank knappem Budget, wenig Zeit und einer gewissen allgemeinen Orientierungslosigkeit haben Sie momentan alles andere im Kopf als Urlaub. Doch wissen Sie, ob das in ein paar Wochen völlig anders sein wird, wenn der graue November vor dem Arbeitsfenster steht?

Unser Tipp: Verpassen Sie den Sommer nicht und nehmen sich ein paar Tage Zeit für sich selbst, um wieder mit mehr Kraft an die Arbeit gehen zu können. Ideen für Sie: zwei Tage Campen jenseits der nächsten Grenze (Österreich, Schweiz, Niederlande) oder ein Wochenende am nächstgelegenen Meer, eine Städtereise zu Freunden. Und dafür ganz gewiss ohne Smartphone, natürlich nur wegen der eventuellen Roamingkosten.

Situation 4: Mitten im Projekt – der Urlaub fällt aus?

Es soll dieses Jahr einfach nicht sein: Zu viele Termine stehen an, Sie sind mitten in ein paar Projekten und müssen auch noch Angestellte aus einem Ihrer gemischten Teams vertreten. An Urlaub ist einfach überhaupt nicht zu denken, vielleicht später.

Unser Tipp: Ein gezielter Tapetenwechsel bringt neue Energie und befreit Sie aus dem Hamsterrad. Wenn Sie nicht auf das Budget achten müssen, können Sie sich wahlweise ein Wellnesswochenende oder einen Kurztrip ans Meer gönnen oder immer wieder einen freien Tag einschieben, an dem Sie etwas nur für sich selbst machen. Oder Sie suchen nach einem Coworking Space und verlegen Ihre Projekte für ein paar Tage nach Spanien oder Italien.

Ein paar Tipps für alle Urlaubsreifen

Ihr Freelancer-Status suggeriert Firmen oft ständige Verfügbarkeit. Auch wenn Sie damit gegenüber Anderen punkten und Ihre Sonderrechte rechtfertigen, müssen die Kunden Ihren Anspruch auf eine Auszeit respektieren. Wenn Sie Ihre Pläne transparent machen, eine gute Übergabe und Notfallerreichbarkeit (innerhalb eines längeren Zeitraums) garantieren, sind Kunden meist sehr entgegenkommend.

Und dann sind da auch noch die Menschen, die mit Ihnen das Hotelzimmer teilen, einen Backpack quer durch Indien schleppen oder den Papa ganz dringend für die nächste, noch größere Sandburg brauchen. Ihre Partner, Freunde und Familie fühlen sich von Ihnen vernachlässigt, wenn auch im Urlaub wieder der halbe Freelancer dabei ist? Vereinbaren Sie am besten feste Zeiten, in denen Sie Zeit für die Arbeit brauchen. Das aber erst, wenn Sie vor Ort sind und die Lage der Internetcafés, die Bedürfnisse der Mitreisenden und das Wetter abgeschätzt haben, damit Sie wissen, welche Versprechen Sie auch tatsächlich halten können.

Und außerhalb dieser Zeiten: Genießen Sie Ihre wohl verdiente Auszeit!

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski ist selbstständige Content Marketerin und systemische Beraterin. Sie bloggt für freelance.de und freut sich über Ihre tweets mit #freelancetweets.

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