Existenzgründung für Selbstständige – Förderung, Finanzierung und praktische Tipps

Es ist motivierend und ein tolles Gefühl, endlich sein eigener Chef zu werden. Alle Rechnungen, die Sie stellen, gehen auf das eigene Konto. Und der Urlaub, der geplant und gemacht wird, muss mit niemandem als nur sich selbst abgesprochen werden. Dass es allerdings einige Dinge zu beachten und vorzubereiten gibt, bevor es soweit ist, soll mit dem nachstehenden Artikel aufgeführt und entsprechende Tipps zur Existenzgründung gegeben werden.

Bei der Existenzgründung gibt es einige Dinge zu beachten.

Existenzgründung und die Förderungen

Es gibt hauptsächlich zwei Gründe, warum Sie sich selbstständig machen möchten: Es liegt bereits ein langer Wunsch zur Selbstständigkeit vor oder es tritt eine Arbeitslosigkeit ein, die die Idee zur Existenzgründung hervorruft.

Manchmal ist diese Idee dann durch Existenzgründerseminare entstanden, die Sie in diesem Zusammenhang durchgeführt haben. Falls diese allerdings noch nicht besucht wurden, ist Ihnen ein Existenzgründerseminar unbedingt zu empfehlen. Dabei werden neben den Fördermöglichkeiten auch insbesondere die Pflichten wie steuerliche Abgaben betrachtet, die zu einer Gründung dazu gehören.

Wird nun von dem negativen Fall ausgegangen, dass die Selbstständigkeit nicht lang genug geplant sowie nicht genug Geld angespart werden konnte und womöglich sogar eine Arbeitslosigkeit eingetreten ist, gibt es die folgende Möglichkeit zur Finanzierung durch die Agentur für Arbeit: Sie können einen Gründerzuschuss erhalten.

Es gibt allerdings Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen, damit Sie diesen bekommen. Diese lauten wie folgt:

  • Sie haben noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Sie möchten hauptberuflich die Arbeitslosigkeit damit abwenden.
  • Sie erhalten eine fachkundige Bestätigung, dass Ihr Geschäftsmodell und Ihre persönlichen Voraussetzungen dafürsprechen, dass Sie womöglich einen langfristigen Erfolg mit der Selbstständigkeit haben. Die fachkundigen Stellen sind Banken, eine IHK oder die HWK.

Wenn Ihr Antrag dann bewilligt wird, erhalten Sie 6 Monate lang einen Gründerzuschuss. Dieser setzt sich aus dem Arbeitslosengeld wie bisher und zuzüglich 300,00 € je Monat zusammen. Anschließend können Sie nach Antragstellung weitere 9 Monate mit 300,00 € bezuschusst werden.

Tipps für die Existenzgründung

Das Stimmungsbarometer zur Existenzgründung scheint sich laut KfW langsam zu erholen. Das zeigt zumindest das letzte Jahr 2019 gegenüber den vorherigen Jahren, in denen die Gründungen zurückgegangen sind. Es ist allerdings zu vermuten, dass das Jahr 2020 nach seinem Abschluss noch einmal einen größeren Schub an Existenzgründungen hervorrufen wird.

Als Erstes ist wichtig, dass Sie eine entsprechende Geschäftsidee entwickeln. Sie steht eigentlich immer in dem Spannungsfeld zwischen lukrativen Aussichten und dem eigenen Interesse der künftigen Arbeit. Dabei ist beides zu betrachten und bestenfalls zusammenzubringen. Denn der Spaß an der Tätigkeit sollte vorhanden sein, damit künftige Durststrecken besser gemeistert werden. Die Dienstleistung oder das Produkt sollte Sie natürlich begeistern. Dadurch können Sie es entsprechend leichter und für die Kunden überzeugender verkaufen.

Da manche Investitionen für Selbstständigkeit getätigt werden müssen, kann der finanzielle Bedarf hoch sein. Denn einige Dienstleistungen sind kostenintensiv, da zuvor Tools, Maschinen, IT oder ähnliches angeschafft werden müssen. Auch können laufende Kosten können den Zuschussrahmen sprengen. Deswegen kann es in solchen Fällen sein, dass Sie einen Bankkredit aufnehmen müssen.

Dieser Gang, am besten zunächst zur Hausbank, lohnt sich auch aus Sicht des Gründerzuschusses, um die fachkundige Bestätigung zu erhalten. Die Bank benötigt für dieses Statement jedoch einen soliden Businessplan, den Sie zuvor fachgerecht ausarbeiten sollten. Die Tipps dazu, wie er richtig zu gestalten ist, sollten in einem guten Existenzgründerseminar zur Sprache kommen. Vor einer Belegung sollten Sie also darauf achten, dass dieser entsprechend thematisiert wird.

Anschließend ist dann wichtig, dass Sie sich bei einem Gespräch bei der Agentur für Arbeit einfinden. Sie berät kompetent über die Fördermöglichkeiten und gewährt schließlich den oben genannten Existenzgründerzuschuss, welcher dort im Detail nochmals erklärt werden kann.

Anfangsmotivation und -widrigkeiten

Als weiterer Aspekt ist anzumerken, dass die Anfänge hart sein können und meistens auch werden. Es passieren Missgeschicke, ein Einkommen ist über die ersten Monate noch zu gering und der Aufwand dennoch über alle Maße hoch. Es ist nun wichtig, sich in diesen Monaten durchzubeißen und die Anfangsinvestition in Kauf zu nehmen.

Auch an die Kundenakquise ist zu denken, dass Sie diese richtig umsetzen und manchmal sogar in einem größeren Umfang durchführen müssen. Denn neue Kunden zu gewinnen, ist nicht einfach. Es dauert immer längere Zeit, Vertrauen zu gewinnen und den ersten Auftrag zu platzieren. Sind die ersten Kunden gewonnen, müssen diese durch einen guten Service stets bedient und auf diese Weise gehalten werden. Dieser Einsatz lohnt sich aber, damit sie eine solide und langfristige Auslastung haben.

Tipps für die persönliche Absicherung

Normalerweise sollten Sie nicht gleich daran denken, dass die Selbstständigkeit auch scheitern könnte. Dennoch sind einige Tipps grundsätzlich bezüglich einer persönlichen Absicherung wichtig, die den Zeitpunkt der aktuellen Tätigkeit und das Rentenalter betrifft. Diese Tipps sind die nachstehenden:

  1. Zwar können Sie sich freiwillig privat krankenversichern, aber es besteht auch wahlweise die Möglichkeit, eine freiwillige Pflichtversicherung abzuschließen. Das ist eine bodenständige Alternative, falls Sie irgendwann gesetzlich krankenversichert werden müssen oder sogar wollen. Der einfachste Weg ist es, bei der bestehenden Krankenversicherung zu bleiben.
  2. Denken Sie immer an Ihre eigene Rente und eine entsprechende Rentenversicherung. Auch hier können Sie weiterhin freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Zusätzlich ist an eine weitere Sparform zu denken. Für die richtige Form gibt es genügend Auswahlmöglichkeiten am Markt.
  3. Zusätzlich ist auch eine freiwillige Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung möglich und ggf. sinnvoll. So haben Sie die Chance, Arbeitslosengeld zu bekommen, falls die Selbstständigkeit scheitern könnte.

Fazit zur Existenzgründung

„Alle Anfänge sind schwer“ ist vielleicht der Satz, der zur eigenen Selbstständigkeit am besten passt. Es sind davor und noch während der Anfänge sehr viele Aktionen zu vollziehen, die anstrengend und frustrierend sein können. Gerade in diesen Zeiten sind Selbstmotivation, effektives und dennoch längeres Arbeiten notwendig, damit diese Zeit erfolgreich gemeistert wird. Ist der bestmögliche Fall vorhanden, dass die angebotene Dienstleistung oder das zu verkaufende Produkt geliebt wird, fällt dies wesentlich leichter. Deswegen sollte das Ziel sein, nicht nur auf ein lukratives Marktsegment zu schauen, sondern auch die Leidenschaft für die Produkte und Dienstleistungen zu haben.

Gastautor

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Regelmäßig veröffentlichen Gastautoren auf freelance.de Beiträge zu interessanten Themen.

Ein Kommentar:

  1. Avatar
    Claudia Sprinz

    Sehr gut geschrieben. Vielen Dank.
    Die “individuelle” Beratung für Vorgründer übernehmen wir mit Fördergeld, wie oben beschrieben. In Bayern bis zu 10 Tagen, bis zu 70%. Das ist eine tolle gewinnbringende Unterstützung, die sich kein Gründer entgehen lassen sollte.

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