Mietbüro vs. Home-Office als Freelancer

Freelancer mit wenig bis gar keinem direkten Kundenkontakt und mit Online-Akquise sind mit einem Home-Office meist bestens beraten.

Bei der Frage danach, ob in einem Mietbüro oder Home-Office gearbeitet werden sollte, hat jeder Freelancer seine eigene Meinung. Während der Architekt sich ein Leben ohne externes Büro kaum vorstellen könnte, ist der Programmierer daheim in den eigenen vier Wänden meist glücklicher. Offenkundig ist vieles eine Frage der Branche und eigenen Finanzen, aber es gibt auch andere Kriterien. Lassen Sie sich von den folgenden Gedankengängen bei Ihren Überlegungen inspirieren!

Home-Office: Alles heimisch, alles gut?

Die Einfachheit, die mit der Arbeit im Home-Office in Verbindung steht, ist schon beachtlich. Quasi direkt aus dem Bett heraus ist der Beginn der Arbeit in den eigenen vier Wänden möglich. Hat zuvor der smarte Wasserkocher oder die smarte Kaffeemaschine wenige Minuten vor dem Aufstehen automatisiert den Kaffee vorbereitet, dann kennt der Komfort kaum noch Grenzen: Auf gehts an die Arbeit! Direkt morgens, wo die Produktivität nach Meinungen der Wissenschaft am höchsten ist, beginnt die Arbeit im Home-Office. Einige Freelancer haben sich hier eine Mischung aus traumhaften Arbeitsbedingungen kreiert:

  • bereits besagte smarte Kaffeemaschinen
  • automatisch startendes Radioprogramm mit Entspannungsmusik, die bekanntlich die Arbeitsstimmung fördern soll
  • feste Pausen in der Gymnastikecke zum Durchlüften der Gelenke und des Kopfes
  • präpariertes Programm für nach der Arbeit

Ein Rädchen kann ins andere greifen. Daheim drohen, aller Voraussicht nach, keine bösen Überraschungen. Und was am besten ist: Kosten für die gemietete oder gekaufte Immobilie sind zum Teil steuerlich absetzbar. Dies schließt auch die Nebenkosten mit ein. Anschaffungen, um das Arbeitszimmer angemessen zu gestalten, sind ebenfalls steuerlich absetzbar. Mittels Druckerleasing und anderen Anschaffungsmethoden können die Kosten für die Ausstattung sogar gut verteilt werden. Welche Ausstattung abgesetzt werden kann? Im Prinzip alles, was das Arbeitszimmer erfordert, um angenehme Arbeit zu gewährleisten. Die Beurteilungen fallen derart großzügig aus, dass sogar eine Klimaanlage im Arbeitszimmer von der Steuer absetzbar ist.

Anstelle zusätzlicher Kosten durch ein externes Büro zu verursachen, werden durch ein Home-Office die Mietkosten gesenkt. Steuerlich ist es uneingeschränkt absetzbar. Noch dazu ist der Weg zu und von der Arbeit sowie der Ablauf der Arbeit an sich denkbar komfortabel. Aber ist wirklich alles so eitel-Sonnenschein im Home-Office, wie es erscheint? Fast. Es gibt ein paar Haken…

Nachteile des Home-Office

Wer nicht allein lebt, wird eventuell gestört. „Ein Zuhause ist in erster Linie ein Wohn-, und kein Arbeitsort.“ Diese harte Aussage hat schon manch ein/e Ehepartner/in an den Workaholic austeilen müssen, der sich über die spielenden Kinder oder die Geräusche der Waschmaschine beschwert hat. Beim Zusammenleben mit mehreren Personen sollte die Arbeitszeit daher so gelegt werden, dass sie in die Abwesenheitszeiträume der Personen fällt. Ist dies nicht möglich, dann muss mit Störfaktoren gerechnet werden; auch dann, wenn die Mitbewohner eigentlich nicht stören. Es kann jederzeit mal einen spontanen Anlass zur Störung geben.

Singles haben diese Herausforderungen definitiv nicht, aber dafür eventuell ein anderes: die Motivation. Wer komplett allein arbeitet und lebt und frei wählen darf, wann er/sie mit der Arbeit anfängt, aufhört etc., neigt eventuell zu Nachlässigkeiten. Sich selbstständig zu motivieren, ist zum Teil eine Kunst für sich. Morgens früh aufzustehen, obwohl man nicht zwingend muss, verlangt einem viel Disziplin ab.

Dazu kommt, dass die Arbeit in einem echten Büro sich tatsächlich anders anfühlt und zu einer anderen Nutzung der Arbeits- und Pausenzeit führt. Viel Komfort, der durch Angebote des Büromanagements wegfällt, wird beispielsweise zuhause eingebüßt. Diese Vorteile spüren schon Freelancer, die sich verwaltete Bürofläche mieten, angestellte Arbeitskräfte sogar noch viel mehr. Viele Unternehmen bieten ihrer Belegschaft Boni wie ein tolles Büroumfeld mit Teamspirit, stets vorhandenen Getränken, Kaffee und Obst und gut ausgestattete Arbeits- und Pausenräume.

Besonders junge, moderne Unternehmen sind hier immer besser aufgestellt, wie sich beispielsweise hier bei der Anzeige von Betten.de sehen lässt. Der E-Commerce-Betrieb bietet viele Extras für seine Büroangestellten – ein Umfeld, das für Freelancer oder im Home-Office nur schwierig zu schaffen ist.

Abgesehen von diesen Punkten gibt es einen wesentlichen Nachteil fürs Geschäft, der sich in der fehlenden Professionalität und Laufkundschaft äußert. Viele Personen verzichten mit einem Home-Office auf die Möglichkeit, Laufkundschaft für sich zu gewinnen. Eine Ausnahme mögen noch Wohnungen und Häuser im Erdgeschoss in gut frequentierten Ortschaften sein. Aber dies trifft auf die wenigsten zu. Zudem wirkt ein Home-Office vereinzelt weniger professionell auf die Kunden.

Home-Office für Freelancer, die wenig direkten Kundenkontakt haben

Freelancer, die wenig oder keinen direkten Kundenkontakt haben, finden im Home-Office eine ideale Option. Sie sparen Kosten, können aber trotzdem steuerlich Einiges absetzen.

Vor allem für Freelancer zu Beginn ihrer geschäftlichen Tätigkeit und mit ungewissen Finanzen ist das kostengünstige Home-Office eine große Entlastung. Ein enormer Komfort ist durch die Eingliederung des Büros in die heimische Umgebung vorhanden.

Sofern Sie mögliche Störungen durch andere Personen im Haushalt und eine eventuell erschwerte Motivation nicht als Hindernisse empfinden, ist das Home-Office Ihre Wahl!

Mietbüro: Professionalität und Produktivität?

Das Mietbüro hilft dabei, zu offiziellen Öffnungszeiten vor Ort für Bestandskunden da zu sein, über Laufkundschaft Neukunden zu gewinnen und fördert obendrein eine klare Trennung von Berufs- und Privatleben.

Um direkt auf einen ausschlaggebenden Belastungspunkt zu sprechen zu kommen: Ja, ein Mietbüro kostet zusätzliches Geld. Angesichts dieser zusätzlichen Belastung zu den bereits vorhandenen persönlichen laufenden Kosten muss für sich selbst hinterfragt werden, ob dieser Aufwand den Mehrwert rechtfertigt. Vieles ist rein individuelle Sache, weswegen Sie sich selbst folgende Fragen beantworten sollten:

  • Steigert das Mietbüro meine Produktivität oder das Einkommen durch neue Kunden im Büro derart, dass ich durch die zusätzlichen Einnahmen nach Abzug der Kosten einen Gewinn generiere?
  • Refinanziert der zusätzliche Mehrwert auch die Kosten des An- und Rückfahrtweges zum und vom Büro?
  • Gibt es eine andere einfachere Möglichkeit, dieselben Mehrwerte zu erzielen, ohne ein externes Büro anzumieten?

Wer keine Laufkundschaft bekommt, keine zusätzliche Produktivität verspürt oder all die Mehrwerte auch auf anderem einfacherem Wege als durch ein externes Büro (z. B. Online-Werbung) erhalten kann, braucht kein Mietbüro. Kreativ- und Online-Unternehmen benötigen in vielen Fällen kein externes Mietbüro. Anwälte, Architekten und Ingenieure hingegen machen häufig davon Gebrauch.

Neben der reinen Frage nach dem finanziellen Mehrwert, der Ausstrahlung von Professionalität und der Produktivität, kann ein Mietbüro noch aus einem ideellen bzw. psychologischen Grund Sinn ergeben: der Trennung von Arbeits- und Privatleben. Das Ärzteblatt beruft sich auf eine Befragung der AOK, indem es u. a. zusammenfasst, dass Personen im Home-Office unter Umständen psychisch stärker belastet sind. Das Abschalten nach dem Feierabend falle schwerer. Eine klare Trennung von Arbeits- und Privatleben durch das Mietbüro könne zu einer Verbesserung der Zustände beitragen. Vor allem bei Familien kann es lohnend sein, bei entsprechenden Symptomen über ein separates Büro nachzudenken, um das Familienleben und die eigene psychische Verfassung in optimale Bahnen zu lenken.

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