Never try, never know – Der Start als „kreative Freelancerin“

Schon einige Jahre spiele ich mit dem Gedanken, meine nebenberufliche Selbstständigkeit zum Hauptberuf zu machen – jetzt ist es endlich soweit. Aber zwischen „Ausprobieren im Nebenberuf“ und der hauptberuflichen Tätigkeit als kreative Freelancerin liegen ein paar Wochen Vorbereitung – Wochen voller Fragen und langer To-Do-Listen auf Wandpostern, im Smartphone und in diversen Notizbüchern. Und zeitgleich gesellen sich zur anfänglichen Euphorie hin und wieder auch Selbstzweifel, die mich bremsen oder im besten Fall die Richtung wechseln lassen. Plötzlich muss ich meinen eigenen Job erfinden – und soll mich damit auch noch finanzieren!

Ich starte als Freelancerin im Bereich Content. Hier teile ich meine Erfahrungen über das Selbstständigmachen und am Ende ein Rezept für diese „Ich-schaff-das-alles-nicht“-Tage.

1. Check: Was kann ich? Was wird gebraucht?

Logisch, dass diese Frage am Anfang steht. Für die Antworten half mir ein kritischer Blick in den Lebenslauf: Was habe ich schon immer besonders gerne gemacht, wofür habe ich Lob bekommen, was liegt mir? Und dann ein Blick auf den Markt: Wofür würde ich auch bezahlt werden? Kann ich mich auf eine Nische als Texterin spezialisieren?

2. Mitbewerber analysieren

Hätte ich diesen Schritt früher gemacht, wäre mir wohl einiges an Umwegen erspart geblieben… Was bieten andere in meinem Gebiet an, wie stellen sie sich dar? Aus ein paar Tagen Recherche im Netz lässt sich viel über Anforderungen, Chancen und Risiken und noch mehr zum Thema Selbstmarketing lernen.

3. Lücken schließen, Angebot erweitern

Durch einen Blick auf die Etablierten bekam ich schnell ein Gefühl dafür, was ich künftig anbieten könnte oder sollte, aber worüber ich noch wenig weiß (etwa SEO). Nach der Analyse der Mitbewerber ist genau der richtige Zeitpunkt, Newsletter zu abonnieren, Onlinekurse zu machen, Fachbücher zu lesen und Fortbildungen zu buchen.

4. Netzwerk aktivieren

Noch bevor mein genaues Konzept stand, habe ich bereits im Bekanntenkreis von meinen Plänen erzählt und so erste Interessenten gefunden. Die Einschätzung von potentiellen Kunden ist unbezahlbar: Ich habe viel darüber gelernt, welche Angebote attraktiv wirken, was gebraucht wird und was nicht. Und für das Feedback gibt es wiederum einen guten Rabatt – so profitieren beide Seiten.

5. Homepage und Social Media starten

Für einzelne Seiten meiner Homepage listet mir wordpress schon mal über 30 Aktualisierungen auf. Das eigene Vorhaben in Worte zu fassen und Angebote attraktiv darzustellen ist auch für Texter eine echte Herausforderung. Das gleiche gilt für Social-Media-Kanäle. Aber spätestens jetzt beginnt der Spaß: Das Konzept steht, Design und Marketingmaterialien sind die Kür.

6. Einstellung und Organisation

An diesem Baustein bastle ich noch. Ich kenne meinen Stundensatz (mehr dazu, wie ich ihn ermittelt habe), muss aber noch lernen, ihn auch tatsächlich einzufordern. Und wenn ich Blogs und Ratgeber lese, weiß ich, dass ich noch lange nicht das richtige „Mindset“ habe, mit dem ich gut verdienen kann. Genauso hoffe ich, dass ich möglichst bald noch etwas besser organisiert bin…

Kreative Freelancerin: Anfangen, ausprobieren, abändern, weitermachen

„Never try, never know“ ist meine Devise in dieser Phase. Ich erstelle mein Portfolio, verschicke es an potentielle Kunden, hoffe auf Feedback und stelle wieder und wieder um. So musste sich meine alte Lieblingsfarbe aus dem Logo verabschieden, aber ich habe eine neue Lieblingsfarbe gewonnen. Sie wirkt nicht nur frischer im Logo, sondern motiviert mich tatsächlich auch selbst.

kreative Freelancerin

Und hier noch der das versprochen Rezept für Tage voller Selbstzweifel:

Ich mache mich selbstständig, weil ich gerne mehr Freiraum hätte. Doch es gibt auch Tage, an denen ich mir ohne mein altes Team ziemlich alleine vorkomme. Dagegen hilft ein einfaches Rezept.

Man nehme:

Einen großen Löffel Inspiration

Eine Onlinerecherche führt auch Sie ganz schnell zu Blogs, die sich mit Ihrem Thema befassen und Tipps zu Akquise, Design, Webseiten etc. liefern. Suchen Sie sich mindestens ein Vorbild mit einem Stil, der Sie anspricht. Und werden Sie Follower!

Zwei Löffel kompetente Beratung

Eins fehlt in meiner Aufzählung oben völlig: der Business Plan. Aber der ist für die meisten Neugründungen unerlässlich. Hier war für mich kompetente Beratung Gold wert – dank BIG Media in München weiß ich jetzt einiges mehr über Finanzierung, den Finanzplan, die Künstlersozialkasse, die Anmeldung beim Finanzamt und über vieles andere mehr.

Ein paar Prisen persönliche Unterstützung

Ehemalige Kollegen, Selbstständige im Freundeskreis, Interessierte, die mein Angebot ausprobieren: Ich bin immer wieder überrascht, wie viele hilfsbereite, kreative Menschen ich kenne! Nehmen Sie jede Unterstützung an, die Sie bekommen können. Ich habe mir fest vorgenommen, meine Erfahrungen mit anderen Neulingen zu teilen.

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