Günstig vs. teuer: So viel verdienen Freelancer

In unserem letzten Beitrag haben wir diskutiert, wie Sie als Freelancer Ihren Stundenlohn bestmöglich berechnen können. Dabei ging es auch um den Punkt „Marktlage recherchieren“ – den Sie mit dem nun folgenden Beitrag getrost abhaken können. Anhand dieses Artikels können Freelancer ihren Marktwert checken und Projektanbieter bekommen Vergleichswerte für ihre Gehaltsausgaben. Aber lesen Sie selbst:

Stundensatz nach Branchen

Knapp 1/3 unserer Freelancer beziehen einen Stundenlohn zwischen 51 und 75€ – zunächst einmal unabhängig von der Branche. Weniger als 30% verlangen lediglich bis zu 50€/Stunde. Dagegen Die unterschiedlich viel verdienen Freelancer kommt der größte Teil unserer Freelancer auf einen Stundensatz von 76 bis 100€ und mehr.

Allerdings unterscheiden sich diese Zahlen massiv, wirft man einen genaueren Blick auf die Verteilung innerhalb der Branchen. So finden sich die bestverdienenden Freelancer in den Bereichen Management, Unternehmen, und Strategie sowie Finanzen, Recht und Versicherungen. Hier haben jeweils deutlich über 60% einen Stundensatz von 76€ und (erheblich) mehr. Auch Freelancer aus der Branche Einkauf, Handel und Logistik können da ganz gut mithalten. IT- und Entwicklung-Freelancer haben ebenfalls ähnlich hohe Gehaltsanforderungen.

Die Felder Forschung und Bildung sowie Marketing und Vertrieb liegen gehaltstechnisch dagegen eher im Mittelfeld. Leicht darunter folgen Freelancer, deren Stundensätze höchstens 75€/Stunde betragen, meistens aber weniger. Diese arbeiten in den Fachrichtungen Sprache, Dienstleistung und Soziales (56,8% verdienen 75€/Stunde und weniger), Technik und Ingenieurwesen (70,1%) sowie Design, Kunst und Medien (74,3%).

Gehaltsverteilung nach Alter und Geschlecht

Auch das Alter und – leider immer noch – das Geschlecht sind Faktoren, die den Stundensatz zumindest ein Stück weit determinieren. Generell zeigt sich, dass das Gehalt mit zunehmendem Alter kontinuierlich steigt. Ausschlaggebend hierfür sind sicherlich die zunehmende Erfahrung und Expertise. Allerdings gibt es eine Art Deckelungseffekt: So ist die höchste Gehaltsstufe in der Alterskategorie 41-60 Jahren erreicht. Danach entsteht ein leichtes Gefälle.

Leider hält sich der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen hartnäckig: Frauen verdienen weniger als Männer – auch in der Freelancer-Branche. Beinahe 50% der Frauen haben Stundensätze im unteren Gehaltsbereich (50€/Stunde und weniger), aber nur etwa 28% von ihnen fordern mehr als 76€/Stunde. Unter männlichen Freelancern sieht diese Staffelung ganz anders aus: Nur ¼ bewegt sich in dem unteren Bereich von 50€/Stunde und weniger. Aber ganze 40% haben einen Stundensatz von mindestens 76€.

Auch der Wohnort kann einen Einfluss auf das Gehalt haben. Lesen Sie dazu gerne auch unseren Beitrag zum Ost-West-Gefälle, das auch nach vielen Jahren der Wiedervereinigung noch fortbesteht.

Sind Freelancer mit hohen Stundenlöhnen die besseren Arbeitskräfte?

Dennoch heißt es mittlerweile in den meisten Geschäftsfeldern: Qualität hat ihren Preis. Lohndumping ist in vielen Branchen out – und das ist auch gut so! Unsere Freelancer sind Profis auf ihrem Gebiet und ihre Expertise sollte entsprechend entlohnt werden. Doch bedeutet das automatisch, dass günstigere Angebote qualitativ schlechter sind? Leider folgt hierauf eine ambivalente Antwort: Kommt drauf an. Nämlich darauf, aus welcher Branche der Freelancer kommt. Durchschnittlich verdienen Freiberufler aus dem Bereich Finanzen & Recht sowie Management & Strategie mehr als Freelancer aus der Dienstleister- und Kunst- bzw. Medien-Branche.

Dabei spielt natürlich auch die spezifische Aufgabe eine Rolle. So werden Freelancer höchstwahrscheinlich mehr Geld für die Ausarbeitung eines Marketingkonzepts verlangen, als für die Erstellung einer Präsentation. Und es kommt auch darauf an, wie viele Jahre an Erfahrung der Freelancer vorweisen kann. Bei der Beurteilung bzw. Festlegung des Stundensatzes sollten Sie also all diese Faktoren miteinbeziehen, damit am Ende ein fairer Stundenlohn für alle Beteiligten herauskommt. Und sollten die Gehaltsvorstellungen doch mal völlig auseinanderklaffen, lässt sich in vielen doch Fällen immer noch ein wenig verhandeln.

2 Kommentare:

  1. Avatar
    Julia Stolle

    Ich habe in der Marktforschung als Telefon-Interviewerin (Freelancer) im Home Office für 4 Euro pro Interview gearbeitet.Ich wurde voll übers Ohr gehauen.Solche Unternehmen müßte man Anzeigen.

  2. Avatar
    Heinz Nowak

    Warum haste Dich denn darauf eingelassen?
    Erst recherchieren und dann Angebote erstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.