Umfrage Auswertung 03/2011 – Part Three

Auch diesmal haben wir den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, ihre Meinung zu dem Thema „Wo sehen Sie zukünftige Chancen und Probleme bei der Projektarbeit? Welche Trends sind auf dem Freelancer-Markt zu erkennen?“ zu äußern. Die zahlreichen Kommentare unserer Teilnehmer möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten und haben daher eine Auswahl für Sie zusammengestellt.

Chancen

  • “Große Chancen sehe ich weiterhin in Ihrem Feld in der Verbesserung der Vermittlung von Projekten. Gerne würde ich dafür bis zu 15 Prozent von meinem Gewinn abgeben, allerdings nur pro zustande gekommenem Auftrag. Vergütungsmodelle wie Designerdock es praktiziert finde ich fair und professionell.”
  • “Die Unternehmen greifen wieder verstärkt auf Freelancer zurück. Das hat mit der Wirtschaftslage, aber auch mit dem Fachkräftemangel zu tun. Aufgrund von Personalengpässen in großen Unternehmen, bedingt durch die letzten Entlassungswellen, sehe ich beste Chancen für uns Freelancer dauerhaft diese Lücken zu schließen.”
  • “Ich habe meine festen Auftraggeber. Insgesamt denke ich aber, dass es eine Zunahme geben wird, da Outsourcing sich in vielen Bereichen bewährt hat.”
  • “Chancen sehe ich im internationalen Markt und der immer weiter Fuß fassenden Multimedialisierung gerade des Print-Bereichs. In der Verlagsbranche sehe ich höhere Wachstumswerte, da die Anzeigenbuchungen auch wieder anziehen. Die Kreativen müssen hier schnell ihren Wert festlegen, bevor es ihnen von potentiellen Auftraggebern diktiert wird.”
  • “Durch weiteren Stellenabbau im Pharmabereich gibt es mehr Projekte in diesem Bereich, da Unternehmen kurzfristiger agieren können. Und sich dabei Freelancern bedienen.”
  • “Das Netzwerk wächst und wächst und dadurch generieren sich automatisch immer mehr Aufträge. Es gibt viel zu tun, ohne dass aktiv geworben oder Akquise gemacht werden muss. Ergo: Bedarf ist da – wir Freien müssen ihn decken.”
  • “Chancen im b2b Sektor, d.h. als Freelancer bei etablierten Dienstleistern, deren Angebot immer stärker nachgefragt wird/die expandieren und die mein eigenes Portfolio ergänzen/erweitern und vice versa.”

Probleme

  • “Zukünftig wird es Probleme durch Liberalisierung im EU-Arbeitsmarkt geben. Durch Sozial-Dumping auch im Bereich der Hochlohn-Jobs.”
  • “Probleme gibt es im Verständnis der Wertigkeit diverser freier Arbeiten. Warum etwas “teuer” kaufen, wenn es der Nachbar auch für eine Kiste Bier macht? Dieser Trend setzt sich leider auch bei großen Auftraggebern mehr und mehr durch. Große Gefahr besteht durch Crowdsourcing-Agenten bzw. -Plattformen.”
  • “Immer mehr Projekte werden durch Personalvermittler besetzt, jedoch fehlt einem Großteil des Vermittlerpersonals das IT-fachliche Wissen und Verständnis um die richtigen Bewerber auszuwählen und an die Projektfirmen weiterzuleiten.”
  • “Die Stundensätze sinken, es wird sich häufiger für den günstigeren Freelancer entschieden. Qualität und hoher Anspruch setzen sich nur in ca. 25 Prozent der Projekte durch.”
  • “Die Qualität der Vermittlung lässt stark nach. Vermittler haben keine Verbindung mehr zu Projektverantwortlichen, junge Vermittler treffen auf den Einkauf. Die neue Zwischenschicht Vermittler & Einkauf führt zu erheblichen Reibungsverlusten. Der Stundensatz ist seit 10 Jahren unverändert bzw. rückläufig. Die Projektlaufzeiten sind kürzer geworden. Es gibt keine Umgangskultur zwischen Projektverantwortlichen und Freelancern. Planung über den Tag hinaus gibt es nicht.”
  • “Im Automotive-Bereich werden immer weniger Freelancer genommen – die Entwicklung ist zu rasant. CAD Programme, die man beherrschen soll, aber immer kürzere Zeit, diese zu erlernen und es werden nur Topkräfte eingesetzt als Freiberufler. Projektdauer zumeist sehr kurz, Projekte sind sehr weit vom Wohnort entfernt.”
  • “Die Schwierigkeit in der Freiberuflichkeit sehe ich weiterhin in der Unbeständigkeit der Aufträge und der Zahlungsmoral der Firmen. Es kommt immer wieder vor, dass man Monate auf sein Geld warten muss und dies führt zu starken Einschränkungen. Auch wenn sich die Auftragslage verbessert hat, besteht trotzdem die Angst, wieder so starke Ausfälle wie im Jahr 2009 ertragen zu müssen.”
  • “Es drücken viele Billiganfragen auf den Markt, die oft von Billiganbietern befriedigt werden. Dies verunsichert seriöse Anbieter von Projekten und Dienstleistungen. Dabei ist die Folge offensichtlich: Deutlich unterqualifizierte Dienstleister übernehmen Projekte, die sie entweder gar nicht stemmen können oder wo einfach das Know-How nicht ausreicht, um eine vernünftige Arbeit abzuliefern. Dies wiederum hat Einfluss auf das Ansehen der kompletten Branche, da die Projektanbieter seltsamerweise der Meinung sind, dass eine Billigkraft dieselbe Qualität abliefern könnte, wie eine normal bezahlte Kraft.”
  • “Empfehlungen führen effektiv zur Beauftragung, mindern jedoch den eigenen Stundensatz, wenn etablierte Marktteilnehmer ihre zentrale Position als Wertschöpfer sichern wollen (Im Klartext: Freelancern werden schockierend indiskutable Stundensätze angeboten, d.h. aber auch umgekehrt, viele Freelancer lassen sich auf solche Stundensätze ein!).”

Trends

  • “Ein Trend ist verstärkt zu sehen, dass vor allem Fach-“Idioten” in Projekte gehen, denen ein geringerer Stundensatz bezahlt wird, damit der Vermittler ordentlich finanziell partizipieren kann, jedoch die Projektfirma durchwegs höhere Kosten hat. Oft ist das Projekt gefährdet  und kann nur durch erheblichen personellen- und finanziellen- Einsatz gerettet werden.”
  • “Firmenkunden sind mit vielen Freelancern von Agenturen unzufrieden. Daher werden Referenzen und Empfehlungen immer wichtiger und zur Jobmaschine durch verstärkte Anfragen. Allerdings gibt es in der deutschen Industrie eine feste Gruppe von Firmen, die generell nur mit Agenturen zusammen arbeiten. Und es gibt unter den guten Freelancern eine steigende Zahl, die nur noch im Notfall für Agenturen arbeiten.”

Wie Sie aus dem letzten Kommentar entnehmen können, werden Referenzen bei der Akquise immer wichtiger, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Denken Sie daran, Ihre Referenzen in Ihrem Freelance.de Profil zu pflegen. Diese können Sie bequem von Ihren Kunden bestätigen lassen und erhöhen somit die Attraktivität Ihres Profils!

Weiter zu: Part Four – Statistiken zu den befragten Freelancern

Inhaltsverzeichnis

Part One: Einleitung und Rückblick auf die 2. Jahreshälfte 2010
Part Two: Ausblick auf die 1. Jahreshälfte 2011 und Fazit
Part Three: Kommentare der Teilnehmer
Part Four: Statistiken zu den befragten Freelancern

Dagmar Heinze

Dagmar Heinze

Ist seit dem 1. Juni 2012 bei freelance.de für das Online Marketing zuständig. "Ich freue mich bei diesem schnellwachsenden Unternehmen mitwirken zu können!"

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