Mitglieder im Fokus: Karin Ruhnau, Technische Redakteurin

Sie sind Freiberufler oder Projektanbieter. Irgendwann einmal entdeckten sie Freelance.de. Sie wurden Mitglied, erstellten ihre Online-Profile, mit denen sie zeigen, was sie bieten oder suchen.

In unserer Artikelreihe „Mitglieder im Fokus“ möchten wir diese digitale Kulisse ein Stück weit verlassen. Wir wollen etwas tiefer gehen und herausfinden: Wer sind eigentlich die Menschen hinter den Freelance.de Profilen? Also stellen wir ihnen Fragen – und lassen sie erzählen.

Heute erzählt Karin Ruhnau, freiberufliche Technische Redakteurin.

Frau Ruhnau, seit wann sind Sie als Freelancer tätig?

Karin RuhnauNach dreijähriger Festanstellung als Technische Redakteurin in einem Softwarehaus in Rotenburg an der Wümme habe ich mich am 1. Januar 1995 selbstständig gemacht und die Firma klipp und klar – Büro für Technische Dokumentation gegründet. Die ersten beiden Jahre habe ich das Büro alleine betrieben, danach ist meine Freundin Stefanie Radtke bei mir eingestiegen. Seitdem arbeiten wir im Rahmen einer GbR zusammen und unterstützen bundesweit Software-Unternehmen und Unternehmen aus dem Bereich Anlagen- und Maschinenbau bei der Dokumentation ihrer Produkte.

Erzählen Sie uns etwas mehr über Ihre Arbeit. Was genau machen Sie da eigentlich?

Einfach ausgedrückt schreibe ich Bedienungsanleitungen für alle denkbaren technischen Geräte oder Software-Anwendungen. Und zwar so, dass die Leser es verstehen.

In der Regel folgt nach dem ersten Kontakt mit dem Kunden ein Vor-Ort-Termin, bei dem der Kunde mich kennenlernen kann und umgekehrt. Gemeinsam besprechen wir dann die Anforderungen an die Dokumentation, z.B. für welche Zielgruppe die Doku geschrieben werden soll, welchen Umfang das Handbuch haben soll, etc.

Danach bekomme ich eine Produkteinführung. Dies kann eine kurze Einweisung in die Bedienung des Produkts sein, oder auch eine umfangreichere Schulung, die sich über mehrere Tage erstreckt. Im günstigsten Fall existieren bereits irgendwelche Unterlagen – Konzepte, Spezifikationen etc. -, die ich für die Dokumentation verwerten kann. Auf jeden Fall gehört eine mehr oder weniger umfangreiche Recherchearbeit dazu, bevor ich mich „ans Werk“ machen und die Dokumentation schreiben kann.

Das Fotografieren von Maschinen und Maschinenteilen oder das Erstellen von Screenshots bei Software-Anwendungen gehört dabei genauso dazu, wie die eigentliche Gestaltung und inhaltliche Gliederung der Dokumentation. Fragen, die während der Redaktionsphase auftreten, kläre ich dann entweder telefonisch, per E-Mail oder in weiteren persönlichen Gesprächen mit meinem Kunden.

Da ich viele wirklich nette Kunden habe, finde ich es oft sehr schade, dass ich im Normalfall so wenig mit ihnen zu tun habe. Aber mein Ziel ist natürlich, meinen Kunden Arbeit abzunehmen und sie nicht ständig mit überflüssigen Fragen zu nerven.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit ganz besonders gut?

Ich liebe es, kreativ zu sein und mich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen – und die gibt es bei meiner Arbeit als selbstständige Technische Redakteurin zu Hauf. Im Laufe meiner nun über zwanzigjährigen Selbstständigkeit hatte ich das Glück, so viele verschiedene Produkte und Softwareanwendungen zu dokumentieren, dass ich mit voller Überzeugung sagen kann, dass keine Langeweile aufkommt. Ob es sich um die Dokumentation von Satelliten-Aufklärungssystemen, einer medizinischen Software zur Messung von Augenbewegungen, Feuerungsmanagement-Systemen für Industriebrenner, Arbeitszeiterfassungssystemen, einer Agentursoftware für Grafikdesigner, diverser Software für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Datenfunksystemen, Risikomanagementsystemen einer Immobilienverwaltungssoftware oder des Container-Terminals Altenwerder in Hamburg handelt – mir macht es einfach Spaß, Dinge verständlich zu beschreiben. Und all diese unterschiedlichen Themengebiete erweitern den Horizont unglaublich.

Wie kam es denn dazu, dass Sie sich selbstständig machten?

In meiner damaligen Stellung als festangestellte Technische Redakteurin gab es verschiedene Aspekte, die mich sehr unzufrieden gemacht hatten. Einige Zeit hatte ich damals versucht, mich bei anderen Firmen zu bewerben, aber offene Stellen für Technische Redakteure waren damals leider Mangelware. Daher habe ich einfach den Sprung ins kalte Wasser gewagt und meine eigene Firma gegründet. So anstrengend, verantwortungsvoll und manchmal auch unsicher das Leben als Selbstständige sein mag – ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit noch keinen Tag ernsthaft bereut.

Das klingt prima! Was war Ihr bislang spannendstes Projekt?

Wenn mich jemand fragt, welches mein spannendstes Projekt war, kann ich diese Frage gar nicht so leicht beantworten. Jedes neue Projekt ist auf seine eigene Weise spannend! Dabei gilt es immer wieder auf’s Neue, eine für mich anfangs „fremde“ Materie zu erforschen, Informationen zu recherchieren, Kunden kennenzulernen und die Wünsche und Vorstellungen der Kunden mit den geltenden Normen und Richtlinien in Einklang zu bringen.

Am schönsten ist es für mich am Ende eines Projekts, wenn ich für meinen Kunden eine echte Unterstützung sein konnte und wir alle zufrieden sind. Da ich aber meist sehr pingelig bin, kommt es nicht selten vor, dass meine Kunden schon eher mit meiner Arbeit zufrieden sind als ich selbst. :)

Wie würden Sie freelance.de in einem Satz beschreiben?

Freelance.de ist eine tolle Möglichkeit für Kunden und Dienstleister, einander zu finden. Noch besser würde es mir allerdings gefallen, wenn hier noch mehr Firmen ihre Projekte direkt ausschreiben würden und weniger Personaldienstleister.

Sind Sie auch Freelance.de Mitglied und möchten hier im Blog Ihre Geschichte erzählen?

Schicken Sie uns eine E-Mail mit einem Link zu Ihrem Freelance.de Profil an team@freelance.de.

Dagmar Heinze

Dagmar Heinze

Ist seit dem 1. Juni 2012 bei freelance.de für das Online Marketing zuständig. "Ich freue mich bei diesem schnellwachsenden Unternehmen mitwirken zu können!"

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