Coronavirus: Was Freiberufler jetzt beachten sollten

Mit der weiteren Verbreitung des Coronavirus und der steigenden Belastung der Wirtschaft stehen auch viele Freelancer vor der Frage, was jetzt zu beachten ist. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

– UPDATE am 05.05.2020 –

Heute, am 5. Mai dreht sich alles um saubere Hände. Zumindest wenn es nach der Weltgesundheitsorganisation WHO geht, die dieses Datum 2009 zum Internationalen Tag der Händehygiene bzw. zum Welthandhygienetag (engl. Save Lives: Clean Your Hands) erklärt hat. 2009 war es ein Kampagne, um das im Gesundheitswesen beschäftigte Personal für die Notwendigkeit der Handhygiene zu sensibilisieren. 
Heute ist der Tag aktueller denn je.

– UPDATE am 24.04.2020 –

Selbstständige und Freiberufler sind in besonderer Weise von der Corona-Krise betroffen. Für Selbstständige gibt es kein Kurzarbeitergeld, keinen bezahlten Urlaub, keinen Kündigungsschutz. Sie trifft die Krise als erste und mit voller Härte.

Eine Arbeitsgemeinschaft von Selbstständigen und Freelancern hat mit dem Portal Corona Selbsthilfe einen Soforthilfe Rechner entwickelt, um Kleinunternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern einen schnellen Überblick zu geben, welche Hilfen Sie erwarten können. 
Mit dem und unseren zahlreichen Ratgeber-Artikeln will die Arbeitsgemeinschaft Sie unterstützen, bestmöglich durch diese Krise zu kommen: https://www.corona-selbsthilfe.org/

– UPDATE am 16.04.2020 –

Die Soforthilfe-Programme werden teilweise noch überarbeitet und verändert. Definitionen und Bedingungen sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Daher unser Tipp:

  • Klares Bild über eigene Liquidität machen.
  • Antrag ganz genau lesen und verstehen.
  • Nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen.
  • Alles gut dokumentieren und aufbewahren.

Soforthilfe im Überblick

  • 0 – 5 Mitarbeiter: bis zu 9.000 €
  • 6 – 10 Mitarbeiter: bis zu 15.000 €
  • Liquiditätsbedarf (genaue Höhe berechnen)
    Geschätzte Umsätze – laufende Betriebskosten
  • Verwendung für: betrieblichen Sach- und Finanzaufwand (gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten)
  • I.d.R. NICHT erlaubt: Personalkosten, eigenes Gehalt, private Kosten

– UPDATE am 06.04.2020 –

Ab sofort fördert das Bundeswirtschaftministerium die Beratungen für kleine und mittlere Unternehmen einschließlich der Freiberufler. Und dies bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Lesen Sie hier die Meldung des BMWi

– UPDATE am 03.04.2020 –

Die Soforthilfemaßnahmen sind schon gestartet und auch die Umsetzung ist in vollem Gange. Bis zum Donnerstagnachmittag gab es bereits 210.000 Anträge auf Soforthilfe, das Geld erhalten haben schon 3.500 Konten. Die kleinen Unternehmen und Solo-Selbstständigen müssen aufgrund der hohen Anfrage noch ein wenig länger ausharren. Also halten Sie durch, die Hilfe kommt bald.

– UPDATE am 01.04.2020 –

Bei einigen Familien kommt es aktuell durch die Corona-Krise zu unvorhergesehenen Einkommenseinbußen. Die Bundesregierung hat deshalb im Rahmen des Sozialschutz-Pakets den Kinderzuschlag kurzfristig umgestaltet („Notfall-KiZ“). Dadurch erhalten Familien finanzielle Unterstützung, wenn sie z.B. selbstständig sind und derzeit keine oder verringerte Einnahmen haben. Alle Infos zum Kinderzuschlag gibt es auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

– UPDATE am 30.03.2020 –

Der Weg für Gewährung der Corona-Bundes-Soforthilfen ist frei: die Umsetzung durch die jeweiligen Bundesländer steht. Finden Sie hier eine Übersicht auf der Seite des BMWi über die zuständigen Behörden oder Stellen in den Ländern.

– UPDATE am 27.03.2020 –

Viele Selbstständige fragen sich aktuell, wie man die Soforthilfen der Hilfspakete erhalten kann. Pauschal kann diese Frage jedoch nicht beantwortet werden, da die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Konditionen/Bedingungen festgelegt haben. Auf den verschiedenen Websiten der Länder finden Sie Informationen zu den jeweiligen Anträgen z.B. Bayern und Baden Württemberg. Allgemeine Infos sind auch nochmal hier nachzulesen.

– UPDATE am 26.03.2020 –

Der Bundestag hat durch Neuverschuldung ein beispielloses Hilfspaket in Höhe von 156 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Genauere Infos bei der Tagesschau.

Coronakrise Hilfspaket

– UPDATE am 23.03.2020 –

Heute wurde eine weitere Entscheidung zu den Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Selbstständige getroffen. Demnach werden bis zu 15.000 Euro als direkte Zuschüsse zur Verfügung gestellt. Kleine Firmen und Solo-Selbstständige sollen über drei Monate diese Zuschüsse erhalten. Mehr Informationen zu dem Soforthilfepaket finden Sie hier.

– UPDATE am 19.03.2020 –

Die Bundesregierung will 40 Mrd. Euro für Solo-Selbstständige bereitstellen. 10 Mrd. Euro davon werden als Direktzuschuss gehandhabt. Das restliche Geld soll als Darlehen dienen. Damit haben die Freiberufler mehr Sicherheiten und werden von der Bundesregierung aufgefangen. Mehr Infos zu dem Hilfspaket gibt es hier.

– UPDATE am 18.03.2020 –

Der Corona bewegt nach wie vor die ganze Welt. Die Bundesregierung hat zur Unterstützung ein umfassendes Maßnahmepaket verabschiedet, mit vielen Informationen, die Ihnen in verschiedenen Situationen helfen können.

Zusätzlich wurde eine Corona-Hotline für wirtschaftsbezogene Fragen eingerichtet. Die Rufnummer der Hotline lautet: 030-18 615 1515.

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Was müssen Freelancer jetzt beachten?

Grundsätzlich haben Freelancer einen entscheidenden Vorteil: Sie sind die Home-Office-Profis – und wissen sowohl, welche technischen Schnittstellen für die Zusammenarbeit mit dem Kunden gebraucht werden, als auch, wie man sich zuhause einen Ort der Ruhe verschafft, selbst wenn die ganze Familie plötzlich das Home Office teilt.

Müssen Freiberufler vor Ort beim Kunden arbeiten, sollten sie – zum jetzigen Stand der Ausbreitung – sich unbedingt vorab nach den Regelungen für Angestellte erkundigen. Die können, je nach Pandemieplan, durchaus unterschiedlich sein: Wer ist zu informieren, wenn man Kontakt zu einer Verdachtperson hatte? Was gilt, wenn man sich erkältet fühlt? Wie wird im Betrieb Mittag gegessen – noch gemeinsam in der Kantine, oder jeder für sich?

Da Bundesregierung und das Robert-Koch-Institut inzwischen (Stand 12. März) dazu aufrufen, auf soziale Kontakte und Reisetätigkeiten weitestmöglich zu verzichten, sind einzelne Regelungen zu Dienstreisen wohl bald obsolet – was vermeidbar ist, sollte vermieden werden. Lässt sich eine Reise nicht verschieben, müssen die Hinweise des Robert-Koch-Instituts oder des Auswärtigen Amtes beachtet werden.

Coronavirus: Mit welchen Entschädigungen können Freelancer rechnen?

Was vielen Selbständigen nicht bekannt sein dürfte: Sollte durch eine Behörde ein Verbot der Erwerbstätigkeit oder eine Quarantäne angeordnet werden, kann der entstehende Verdienstausfall entschädigt werden – ganz ohne dass der Einzelne in eine Sozialkasse eingezahlt hat. Geregelt sind diese Entschädigungszahlungen im Infektionsschutzgesetz. Der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD) rät hierzu: „Es muss sich um eine offizielle Quarantäne handeln. Wer begründete Angst hat, sich möglicherweise angesteckt zu haben, sollte also nicht einfach zuhause bleiben und auf eine spätere Erstattung hoffen, sondern einen Arzt oder direkt das Gesundheitsamt konsultieren.“

Welche Behörde für die Antragstellung zuständig ist, regeln die einzelnen Länder. Informationen hierzu gibt es bei der örtlichen IHK. Die Landesdirektion Sachsen hat dies bereits bekannt gegeben – und auch, dass Anträge innerhalb von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbechung gestellt werden müssen.

Coronavirus: Welche Absicherungen gibt es für Freelancer?

Das Bundeskabinett beschließt einen Gesetzesentwurf für die Erleichterung von Kurzarbeitergeld in Unternehmen – das Finanzministerium sieht sich finanziell gut aufgestellt für mögliche Einbrüche der Wirtschaft – das ist die gute Nachricht.

Für Freelancer gilt hier: Vorsorgen für schlechtere Zeiten muss man selbst. „Wer sich bei der Existenzgründung für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung entschieden hat, hat die Möglichkeit, sich auffangen zu lassen“, sagt Oliver Schallner von der Berufsständischen Interessens-Gemeinschaft BIGmedia e.V. in München. Wer als Selbständiger freiwillig in der Gesetzlichen Versicherung ist, muss sich auch aktiv um das Krankengeld kümmern – wer nicht nur ab dem 42. Tag, sondern schon ab dem 12. Tag Krankengeld beziehen möchte, benötigt dazu einen Wahltarif.

Coronavirus: Wie überbrücken Selbständige eine Auftragsflaute finanziell?

Die Schätzungen, wie lange uns das Coronavirus beschäftigen wird, gehen weit auseinander – auch was das Worst-Case-Szenario angeht, widersprechen sich etwa die beiden aktuell bekanntesten Virologen Christian Drosten (Berliner Charité) und Alexander Kekulé (Uniklinik Halle).

Sollten Selbständige in eine finanzielle Schieflage bekommen, gibt es aber immer noch die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. Tipps hierzu haben wir für Sie bereits an anderer Stelle dargestellt.

Coronavirus: Was tun, wenn die Angst kommt?

Das Schweizer Magazin Republik hat verschiedene Experten befragt, was man gegen Angst und Panik tun kann .

Die Zusammenfassung:

  • Aufschreiben, was das Worst-Case-Szenario sein könnte, um die Angst erstmal zuzulassen – Angst zu unterdrücken sei keine Lösung.
  • Sich nicht von Anderen absondern, sondern den Austausch und – wo möglich, zum Beispiel in der Familie – auch konkret Körperkontakt und Halt suchen und geben.
  • Sich selbst und Anderen Gutes tun und in den Moment zurückkehren, denn Ängste sind immer auf die Zukunft projiziert.

Unsere Ergänzungen für Freelancer:

  • Stürzen Sie sich in die Arbeit – denn es gibt immer etwas zu tun (Stichwort Datenschutz, Buchhaltung, Weiterbildung).
  • Netzwerken Sie mit anderen, die in einer ähnlichen Situation sind.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit und stärken Sie Ihr Immunsystem, um auch für andere Krankheiten nicht anfällig zu sein.
  • Machen Sie das, was Freelancer, Freiberufler, Selbständige am Besten können: Improvisieren, Neues ausprobieren und Mut zeigen!

Wie gehen Sie mit dem Virus um? Wir freuen uns über Ihre Kommentare, die wir auch im Sinne von „Best Practice“-Ideen im nächsten Community Talk aufnehmen möchten.

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski

Kathrin Reikowski ist freie Autorin und Journalistin, sie arbeitet vor allem für Hörfunk und Online.

4 Kommentare:

  1. Naja… das klingt ja insgesamt einvernehmlich für alle, die sich freiwillig für eine Selbstständigkeit entschieden haben und das auch vor dem Hintergrund eines gewissen Organisationstalents getan haben.

    Bei mir ist es leider etwas anders: Ich bin in die Selbstständigkeit “gezwungen” worden, weil ich bei meiner Festanstellung als Sprachdozent deutlich weniger als Hartz IV verdient habe. Ich war also gezwungen, meine Festanstellung zu kündigen, um noch Miete und alles bezahlen zu können. Bei meiner Qualifikation blieb mir jedoch nur das Akzeptieren einer freiberuflichen Tätigkeit bei einem anderen Bildungsanbieter, denn sonst wäre ich mit meiner Familie sofort auf der Straße gelandet, was ich meinem Kind nicht antun wollte. Und jetzt also die staatlich verordnete Schließung aller Bildungseinrichtung! Ich bin am Boden zerstört. Als freiberuflicher Sprachdozent hat man auch nicht gerade ein dickes finanzielles Polster aufbauen können. Was bleibt da zu tun?

  2. Miriam Kubiczek
    Miriam Kubiczek

    Lieber Björn,
    wir bedauern Ihre Situation. Gerade haben wir einen weiteren Beitrag eingestellt, der Ihnen hilfreiche Tipps für Ihre Situation liefert.
    Darüber hinaus erhalten Sie von uns eine persönliche E-Mail an Ihre angegebene Adresse.

  3. Mir geht es ähnlich wie Björb. Ich arbeite als freie Trainerin/Referentin im Bildungsbereich und bis auf weiteres sind erstmal sämtliche Aufträge storniert. Fällt das dann unter besagtes Verbot der Erwerbstätigkeit? … ansonsten bleibt wohl nur der Fang zum Amt für eine Grundsicherung…

  4. Liebe Freiberufler aus dem Bereich Bildung, vielleicht werdet ihr hier auf der Suche nach einem neuen Auftrag fündig: https://www.freelance.de/Projekte/K/Forschung-Wissenschaft-Bildung-Projekte/Bildung-Projekte
    Heute morgen kam die Nachricht, dass die Bundesregierung 40 Milliarden Euro für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige bereitstellen will. Eventuell auch eine Unterstützung für euch.
    Bleibt gesund!

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