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Der Freelancer-Markt in Deutschland zeigt im zweiten Quartal 2026 ein differenziertes Bild: Im Vorjahresvergleich bleibt die Nachfrage nach Projekten weiterhin im Plus, gegenüber dem starken ersten Quartal 2026 hat sich das Volumen jedoch leicht abgeschwächt. Deutlich sichtbarer sind die Verschiebungen auf Kategorieebene, wo sich der Markt spürbar neu sortiert.

Die aktuellen Zahlen von freelance.de geben einen tiefen Einblick in die aktuelle Marktdynamik.
Nachfrage im Jahresvergleich weiter im Plus, im Quartalsvergleich leicht rückläufig
Insgesamt wurden von Januar bis Juni 2026 rund 30.300 Projekte veröffentlicht – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 mit rund 28.600 Projekten. Das bisherige Jahresvolumen liegt damit weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Im zweiten Quartal 2026 wurden über freelance.de insgesamt rund 14.700 Projekte veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 13.400 Projekten entspricht dies einem Anstieg von 9,6 Prozent.
Gegenüber dem ersten Quartal 2026, in dem noch rund 15.600 Projekte veröffentlicht wurden, ist das Volumen im zweiten Quartal um 5,8 Prozent zurückgegangen. Der Markt bleibt damit im Jahresvergleich klar auf Wachstumskurs, verliert im unterjährigen Verlauf jedoch etwas an Schwung.
Verschiebungen im Markt: Welche Kategorien im Q2 2026 gewinnen und welche verlieren
Am deutlichsten zeigt sich dies bei der Informations- und Kommunikationstechnologie (IT): Zwar bleibt IT mit einem Anteil von 27,9 Prozent weiterhin mit Abstand die größte Kategorie, ihr Anteil ist gegenüber dem ersten Quartal (33,4 Prozent) jedoch spürbar gesunken – ein Rückgang von 5,5 Prozentpunkten bzw. rund 21 Prozent in absoluten Projektzahlen. Das Wachstum des Marktes wird damit im zweiten Quartal noch weniger von IT getragen als bereits im Vorquartal.
Deutlich zugelegt haben dagegen mehrere kleinere und mittlere Kategorien:
- Einkauf und Lagerhaltung wuchs von 3,6 auf 4,3 Prozent Anteil (+12,4 Prozent in absoluten Zahlen)
- Kunst, Kultur und Medien legte von 2,9 auf 3,4 Prozent zu (+12,1 Prozent)
- Bauwesen und Bergbau stieg von 4,6 auf 5,5 Prozent (+12,0 Prozent)
- Administration und Kundenbetreuung wuchs von 5,5 auf 6,3 Prozent (+7,8 Prozent)
- Gesundheitswesen legte von 2,1 auf 2,4 Prozent zu (+7,9 Prozent), bleibt aber weiterhin eine der kleineren Kategorien
Auch die Sammelkategorie Sonstige wuchs weiter: Ihr Anteil stieg von 8,2 auf 9,3 Prozent (+6,2 Prozent in absoluten Zahlen). Sie fasst kleinere Projektkategorien zusammen, unter anderem Produktion, Verkauf und Handel, Transport und Verkehr sowie Installation, Reparatur und Wartung.
Leicht rückläufig entwickelten sich neben IT auch Verwaltung (-7,3 Prozent) und Versicherungen und Finanzen (-4,5 Prozent), während Ingenieurwesen mit einem Minus von 3,1 Prozent nahezu stabil blieb und mit 15,0 Prozent Anteil weiterhin die zweitgrößte Kategorie ist.
Fazit
Der Freelancer-Markt zeigt sich im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich weiterhin robust, wächst jedoch nicht mehr in der Breite. Während IT als bislang dominierende Kraft spürbar an Boden verliert, gewinnen operative und spezialisierte Bereiche wie Einkauf und Lagerhaltung, Bauwesen sowie Kunst, Kultur und Medien an Bedeutung. Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Ausdifferenzierung des Marktes hin, in der Unternehmen Freelancer gezielter für spezifische, oft operative Bedarfe einsetzen.



