Der Freelancer-Markt in Deutschland zeigt im dritten Quartal 2026 wieder mehr Schwung: Nach dem leichten Rückgang im zweiten Quartal hat das Projektvolumen gegenüber dem Vorquartal wieder zugelegt und liegt auch im Vorjahresvergleich klar im Plus. Auf Kategorieebene setzt sich die Neusortierung des Marktes fort, allerdings mit anderen Vorzeichen als noch im Frühjahr.

Die aktuellen Zahlen von freelance.de geben einen tiefen Einblick in die aktuelle Marktdynamik.
Nachfrage im Jahres- und Quartalsvergleich im Plus
Insgesamt wurden von Januar bis September 2026 rund 45.300 Projekte veröffentlicht, ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 mit rund 43.000 Projekten. Das bisherige Jahresvolumen liegt damit weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Im dritten Quartal 2026 wurden über freelance.de insgesamt rund 15.000 Projekte veröffentlicht (Juli: 5.200, August: 4.600, September: 5.200). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 14.400 Projekten entspricht dies einem Anstieg von 4,5 Prozent.
Gegenüber dem zweiten Quartal 2026, in dem rund 14.700 Projekte veröffentlicht wurden, ist das Volumen um 2,5 Prozent gestiegen. Nach der Abkühlung im Frühjahr hat der Markt damit wieder Tritt gefasst. Besonders der September sorgte mit einem Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat für einen starken Quartalsabschluss.
Verschiebungen im Markt: Welche Kategorien im Q3 2026 gewinnen und welche verlieren
Die auffälligste Entwicklung betrifft die Informations- und Kommunikationstechnologie (IT): Nachdem IT im zweiten Quartal deutlich an Boden verloren hatte, stieg ihr Anteil im dritten Quartal wieder von 27,9 auf 28,9 Prozent. Das entspricht einem Plus von 1,0 Prozentpunkten beziehungsweise rund 6 Prozent in absoluten Projektzahlen. IT bleibt damit mit Abstand die größte Kategorie und trägt das Marktwachstum wieder stärker mit.
Zugelegt haben gegenüber dem zweiten Quartal außerdem:
- Bauwesen und Bergbau wuchs von 5,5 auf 6,1 Prozent Anteil (+13,3 Prozent in absoluten Zahlen). Keine andere Kategorie wuchs im dritten Quartal stärker.
- Ingenieurwesen legte von 15,0 auf 15,4 Prozent zu (+5,9 Prozent) und festigt seinen Platz als zweitgrößte Kategorie.
- Recht, Personalwirtschaft und Sozialwesen stieg von 3,6 auf 3,7 Prozent (+5,8 Prozent).
- Einkauf und Lagerhaltung wuchs leicht von 4,3 auf 4,4 Prozent (+4,4 Prozent).
Rückläufig entwickelten sich dagegen einige Kategorien, die im zweiten Quartal noch zu den Gewinnern zählten. Am deutlichsten betrifft das Kunst, Kultur und Medien: Der Anteil sank von 3,4 auf 2,7 Prozent, die Zahl der Projekte ging um rund 19 Prozent zurück. Auch Administration und Kundenbetreuung gab nach, von 6,3 auf 5,8 Prozent (-5,4 Prozent in absoluten Zahlen), ebenso Versicherungen und Finanzen von 6,9 auf 6,5 Prozent (-3,7 Prozent). Die Sammelkategorie Sonstige ging leicht von 9,3 auf 8,9 Prozent zurück (-2,1 Prozent). Sie fasst kleinere Projektkategorien zusammen, unter anderem Produktion, Verkauf und Handel, Transport und Verkehr sowie Installation, Reparatur und Wartung.
Weitgehend stabil blieben Verwaltung (7,9 Prozent), Kommunikation, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit (4,0 Prozent), Bildungswesen und Training (3,3 Prozent) sowie Gesundheitswesen (2,4 Prozent).
Der Blick aufs Gesamtjahr: Wer seit Q1 konstant zulegt
Erst der Vergleich über alle drei Quartale zeigt, welche Entwicklungen von Dauer sind. Vier Kategorien haben in jedem Quartal 2026 an Anteil gewonnen:
- Bauwesen und Bergbau ist der klare Gewinner des Jahres. Der Anteil stieg von 4,6 Prozent im ersten Quartal über 5,5 auf 6,1 Prozent, die Zahl der Projekte wuchs gegenüber Q1 um rund 27 Prozent.
- Einkauf und Lagerhaltung legte von 3,6 über 4,3 auf 4,4 Prozent zu (+17 Prozent gegenüber Q1).
- Gesundheitswesen wuchs von 2,1 auf 2,4 Prozent (+11 Prozent gegenüber Q1) und bestätigt damit den Aufwärtstrend, der sich bereits im ersten Quartal abgezeichnet hatte.
- Ingenieurwesen steigerte seinen Anteil Quartal für Quartal von 14,5 über 15,0 auf 15,4 Prozent.
Anders sieht es bei der IT aus: Trotz der Erholung im dritten Quartal liegt ihr Anteil noch 4,5 Prozentpunkte unter dem Wert vom Jahresbeginn (33,4 Prozent), in absoluten Zahlen sind es rund 16 Prozent weniger Projekte als im ersten Quartal. Auch Versicherungen und Finanzen liegt mit einem Minus von rund 8 Prozent unter dem Q1-Niveau. Kunst, Kultur und Medien hat den Zuwachs aus dem zweiten Quartal vollständig wieder abgegeben und liegt nun leicht unter dem Ausgangswert.
Fazit
Der Freelancer-Markt zeigt sich im dritten Quartal 2026 wieder dynamischer: Das Projektvolumen wächst sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch im Jahresvergleich, und der Vorsprung gegenüber 2025 bleibt mit 5,3 Prozent stabil. Der Blick auf die ersten drei Quartale zeigt dabei eine klare Linie: Während IT sich zwar erholt, aber noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresbeginn liegt, wachsen technische und operative Bereiche wie Bauwesen, Ingenieurwesen sowie Einkauf und Lagerhaltung Quartal für Quartal. Auch das Gesundheitswesen gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Der Markt verbreitert sich damit nachhaltig, und Unternehmen setzen Freelancer zunehmend gezielt in Bereichen jenseits der klassischen IT ein.



