So sparen Sie bei Ihrer Steuererklärung!

Sie wissen es selbst am besten: Auch als Freelancer sind Sie dazu verpflichtet, einmal im Jahr Ihre Steuererklärung einzureichen. Das kann auch mal etwas nervig werden – vor allem, weil Sie als Freiberufler einige Dinge mehr beachten müssen, als Festangestellte. Deshalb haben wir eine Übersicht mit den Posten zusammengestellt, die Sie abschreiben und steuerlich geltend machen können. Und so geht’s beim nächsten Mal vielleicht schon ein bisschen leichter.

Das können Sie von der Steuer abschreiben

Darauf sollten Sie achten

Als Freelancer bekommen Sie vom Staat Steuerminderungen für Ausgaben, die Sie tätigen müssen, um Ihren jeweiligen Beruf ausführen zu können. Sie haben dabei den Vorteil, dass Sie nicht buchführungspflichtig sind und ersparen sich so quasi die doppelte Buchhaltung. Zum Jahresende muss jeder Freiberufler dann aber eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Gewinnermittlung aufstellen, bei der Sie Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und verrechnen.

Vorteile: Das können Sie als Selbstständiger absetzen

Kommen wir zu den abrechenbaren Steuervorteilen als Freelancer. Denn es gibt einige Punkte, bei denen Sie sparen bzw. abrechnen können:

Weiterbildungen

Fangen wir doch bei Ihnen ganz persönlich an. Viele Freelancer besuchen öfter Fort- und Weiterbildungen, die sie in vielen Fällen selbst organisieren müssen. Die gute Nachricht dabei ist: Die Kosten für Ihre Weiterbildung, sowie Anreise und Übernachtung sind über die Werbungskosten steuerlich absetzbar.

Arbeitsplatz

Unabhängig davon, ob Sie Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten nun im Home-Office oder im Coworking-Space in Arbeitsleistung umwandeln, können Sie dies ebenfalls als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Im Falle des Arbeitszimmers in den heimischen vier Wänden verlangt das Finanzamt die genauen Abmessungen des Raumes im Vergleich zur Gesamtfläche des Hauses. So wird der entsprechende Anteil an den Gesamtkosten abgerechnet und steuerlich geltend gemacht. Wenn Sie in einem Gemeinschaftsbüro arbeiten, sollten Sie am besten alle Belege über die jeweils genutzten Tage aufheben und mit der Steuererklärung einreichen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Zu geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) zählen bewegliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die selbstständig nutzbar sind, so z.B. Computer. Die GWG-Grenzen haben sich zum neuen Jahr etwas verschoben. Sie steigen von bislang 410€ (netto) auf 800€ (netto), wobei Wirtschaftsgüter bis 250€ sofort abgeschrieben werden. Bei Anschaffungen, die zwischen 251 und 800€ liegen, können Sie zwischen Sofortabschreibung und Sammelposten wählen. Wirtschaftsgüter zwischen 801 und 1000€ können Sie über die Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle (Abschreibung auf Abnutzung) abrechnen oder als Sammelposten zusammenfassen und über fünf Jahre abschreiben. Dies lohnt sich zumeist nur für sehr langlebige Anschaffungen, wie z.B. Büromöbel, die ansonsten über 13 Jahre abgeschrieben werden müssten. Beachten Sie hierbei auch: Sobald Sie sich für die Variante Sammelposten entschieden haben, müssen Sie auch alle anderen Wirtschaftsgüter zwischen 251 und 800€ diesem Sammelposten beilegen und alles über fünf Jahre abschreiben. Teurere Wirtschaftsgüter müssen Sie gemäß der Nutzungsdauer weiterhin über mehrere Jahre abschreiben.

Fahrtkosten und Firmenwagen

Natürlich haben Sie auch als Freelancer die Möglichkeit, Fahrtkosten abzurechnen, nämlich wenn Sie mindestens drei Tage pro Woche zu einem Hauptauftraggeber fahren. Dabei kann nur der einfache Weg geltend gemacht werden. Ist diese Regelmäßigkeit nicht gegeben, können Sie die Fahrten dennoch abrechnen, und zwar als Dienstreise. Ein Firmenwagen lohnt sich erst dann, wenn Sie oft lange Fahrten zu unterschiedlichen Kunden zurücklegen. Dabei können Sie die Autokosten entweder als laufende Kosten geltend machen oder gemäß der AfA-Tabelle über mehrere Jahre abschreiben. Hier müssen Sie laut 1%-Methode die private Nutzung Ihres Autos hinzurechnen. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, statt der 1%-Regelung ein Fahrtenbuch zu führen, in das Sie Datum und Kilometerstand vor und nach Fahrtantritt jeder geschäftlichen Fahrt, Reisezweck und -ziel (ggf. inkl. Reiseroute) sowie aufgesuchte Geschäftspartner bzw. Auftraggeber eintragen müssen. Sollte sich am Ende des Jahres jedoch herausstellen, dass Sie das Fahrtenbuch teurer zu stehen kommt als die 1%-Regelung, können Sie sich bei Ihrer Steuererklärung auch noch nachträglich für letztere entscheiden. Übrigens müssen solche Fahrtenbücher zeitnah so geführt werden, dass sie nicht nachträglich noch verändert werden können (eine Excel-Liste ist beispielsweise nicht zulässig).

Verpflegung

Apropros Fahrten: Auch als Freelancer dürfen Sie dabei Verpflegungskosten absetzen. Sind Sie aufgrund einer Dienstfahrt mehr als acht Stunden unterwegs, können Sie eine Pauschale von 12€ pro Tag verrechnen – allerdings nur dann, wenn es sich tatsächlich um eine Dienstfahrt handelt, Sie diese also nicht regelmäßig antreten (regelmäßig: weniger als drei Tage pro Woche in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten). Sollten Sie mehrere Tage inklusive Übernachtung unterwegs sein, gelten je 12€ für den An- und Abreisetag sowie 24€ für jeden dazwischenliegenden Tag.

Wenn Sie all diese Punkte geltend machen, können Sie hoffentlich noch etwas für sich herausschlagen. Und das macht die Steuererklärung dann vielleicht doch nicht mehr ganz so nervig.

Für weitere Informationen lesen Sie gerne unser ausführliches Interview mit der Steuerberaterin Simone Lensing.

Antonia Markiewitz

Antonia Markiewitz

ist bei freelance.de im Bereich Online Marketing tätig.

5 Kommentare:

  1. Ein Bekannter ist auch Freelancer. Da er sich aber nicht so gut auskennt und auf das Thema Steuern eher allergisch reagiert, hat er alle betreffenden Aufgaben an seinen Steuerberater abgegeben. Ich kann das nachvollziehen, weil es kein konstantes sondern wachsendes Wissen voraussetzt dem ich mich auch nicht unterziehen möchte.

  2. Mein Onkel ist unabhängig und will bei seiner Steuererklärung immer so viel Geld wie möglich sparen. Es ist in der Tat sehr schön, dass man die Fahrtkosten abziehen kann.Wie beweist man, dass man zur Arbeit fährt?

  3. Ein Bekannter hat kaum Zeit für den ganzen Papierkram. Seine Arbeit kostet ihn fast die gesamte Zeit. Daher hat er sich entschlossen die Steuererklärung von einem Profi machen zu lassen.

  4. Danke für die guten Informationen zur Steuerberatung. Es ist prima, dass man als Freelancer auch Verpflegungskosten absetzen kann. Ein Freund ist länger als 8 Stunden unterwegs, dann wäre das auch etwas für ihn.

  5. Antonia Markiewitz
    Antonia Markiewitz

    Hallo Antje!
    Das freut uns sehr und wir hoffen, dass Ihr Freund auch davon profitieren kann.
    Mit den besten Grüßen
    Ihr freelance.de Team

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