Firmengründung- Wie Sie sich bestmöglich absichern

Viele Menschen erreichen irgendwann einen Punkt in ihrem Leben, an dem sie sich ganz bewusst Gedanken über eine mögliche berufliche Zukunft als selbstständige Unternehmer machen.

Einige früher, wenn sie am Ende ihrer beruflichen Ausbildung stehen, andere später, nachdem sie bereits konkrete Berufserfahrung gesammelt haben und glauben, dass sie sich besser zum Selbstständigen eignen als zum Angestellten. Für wiederum andere bietet sich die Möglichkeit für einen Nebenerwerb, neben der Haupttätigkeit, welche den Großteil ihrer Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.

Versicherungen Freelancer

Doch wie das Konzept der Unternehmensgründung auch aussieht – der Weg, den angehende Startups speziell in Deutschland beschreiten müssen, bietet Raum zum Scheitern.

Es lohnt sich daher, konstant Input zu sammeln, indem man von der Expertise und Erfahrung anderer lernt, die bereits die Chance hatten, Erfolge oder Fehlschläge zu verarbeiten.

Möglichkeiten dazu bieten Seminare und Unternehmertreffen, die den Austausch mit anderen Selbstständigen ermöglichen. Einen umfangreichen Wissensbereich sowie kostenlose Tools und Coaching-Möglichkeiten finden Sie außerdem auf der Gründerplattform lexrocket. So können Sie sich gezielt mit zusätzlichen Ideen versorgen.

Grundlegendes:

Vor der Gründung gilt es allerdings nicht nur eine ansprechende, neue Idee, ein innovatives Geschäftskonzept zu entwickeln, das innerhalb einer Branche gewinnbringend umgesetzt werden kann. Es ist außerdem nötig, sich intensiv mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Startups auseinanderzusetzen. Eine große Rolle spielt dabei die Frage, wie sich eine Firma gegen möglichst alle Eventualitäten absichern kann, dabei aber nicht zu viel ihres Kapitals aufbraucht.

Gerade Startups und Kleinstunternehmen ist oft das eigene Schutzbedürfnis nicht bewusst, die Berücksichtigung von Kosten zur adäquaten Absicherung gehört aber stets zur Firmengründung dazu. Gründer gewinnen so Sicherheit, gerade in Fragen der Haftbarkeit und Schadensbegrenzung.

Für Startups lohnt es sich also, einen Überblick über die nötigen, sinnvollen und unnötigen Versicherungen zu gewinnen, um so einen ersten Teil der anfallenden Fixkosten zu berechnen.

Bei den vielen Versicherungsangeboten mit verschiedenen Klauseln ist es recht schwierig, gerade für Neulinge auf diesem Gebiet, den Überblick zu behalten. Nicht zuletzt hängt die richtige Zusammenstellung auch von der Art Ihres Unternehmens ab – also in welcher Branche es tätig ist, mit welcher Art von Produkten oder Dienstleistungen es sein Geld verdient etc.

Ein Grundkonzept für die gängigsten und notwendigen Versicherungen lässt sich aber relativ leicht erarbeiten.

Krankenversicherung:

Im Allgemeinen deckt sie die Kosten, die für den Erhalt oder die Verbesserung der Gesundheit der Versicherten anfällt.

Die Krankenversicherung ist Pflicht, wählen kann man allerdings zwischen gesetzlicher und privater Versicherung.

  • Gesetzlich: Gründer können die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse von 500 auf bis zu 180 Euro drücken, wenn sie vermögenslos sind und ihr Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Dies rechnet sich also vor allem für nebenberuflich Selbstständige, die sich nur einen geringen Zusatzverdienst aufbauen wollen.
  • Privat: Die private Versicherung kann tatsächlich billiger sein als die gesetzliche, allerdings gelten die niedrigen Beitragssätze hauptsächlich für junge, alleinstehende Männer. Für Frauen und Familien eignet sich die gesetzliche Krankenkasse besser.

Trotzdem sollten auch junge Männer hier Vorsicht walten lassen, da sich später die Beitragshöhe ändern kann, falls etwa die jeweilige Tarifgruppe geschlossen wird.

Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung:

Diese bildet definitiv eine notwendige Absicherung, falls Sie als Rentenversicherungspflichtiger vor Eintritt ins Rentenalter nicht mehr arbeiten können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung garantiert die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente, sobald eine entsprechende Einschränkung vorliegt und ärztlich attestiert wurde. Da für viele Existenzgründer die eigene Arbeitskraft ihr Hauptkapital darstellt, ist diese Art von Versicherung zumindest sehr sinnvoll.

Haftpflichtversicherung:

Sie deckt Schäden ab, die Angestellte im Rahmen des Geschäftsbetriebs verursachen oder Unfälle, die ihnen zustoßen. Beispielsweise könnte sich jemand auf dem Firmengelände verletzen.

Verlangt dieser daraufhin Schadensersatzzahlungen von Ihnen, übernimmt sie die Versicherung. Arbeitgeber können sich so vor erheblichen Mehrkosten schützen, da aus Unfällen durchaus lebenslange finanzielle Verpflichtungen resultieren können. 

Die Produkthaftpflicht greift noch umfassender und übernimmt zusätzlich zu Sach- und Personenschäden, die durch fehlerhafte Produkte entstehen, auch Vermögensschäden.

Je nach Branche und Beruf gibt es verschiedene Arten von Haftpflichtversicherungen, es lohnt sich also in jedem Fall, sich umfassend über die verschiedenen Leistungen zu informieren.

Arbeitslosenversicherung:

Hierüber können sich Selbstständige relativ günstig gegen Arbeitslosigkeit absichern. Sie muss spätestens drei Monate nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit beantragt werden und beträgt im Schnitt ca. 70 Euro im Monat.

Wer also am Schritt in die Selbstständigkeit scheitert, kann die Leistungen dieser Versicherung in Anspruch nehmen. Die Höhe derselben orientiert sich dabei an der Anzahl von Jahren, in denen Sie eingezahlt haben sowie an einem fiktiven Arbeitsentgelt. Auch diese Versicherung bildet einen lohnenden Zusatz.

Staatliche Rentenversicherung:

Die gesetzliche Rentenversicherung stellt die Absicherung für den Ruhestand dar, fällt aber für meisten Firmengründer nicht unter die Pflichtabgaben. Ihre Leistungen umfassen:

  • Altersrenten
  • Renten wegen Erwerbsminderung
  • Hinterbliebenenrenten
  • Leistungen zur Teilhabe

Voraussetzung zum Erhalt der Bezüge ist eine bestimmte Altersgrenze, die unterschiedlich festgelegt wird. Unternehmer können sich in der Regel freiwillig versichern und ihre Beiträge frei wählen.

Riesterförderung und private Altersvorsorge:

Bei der Riester-Rente erhält eine Privatperson in der sogenannten Ansparphase direkte Zulagen und kann gleichzeitig Sonderausgaben steuermindernd geltend machen. Die Rente wird bis zum Ableben ausgezahlt. Die private Altersvorsorge ist in der Regel lukrativer, wirft jedoch nur geringe Rendite ab und kostet hohe Gebühren. Die Geldanlage in gebührensparende Fondsparpläne kann eine Alternative zu Versicherungen bieten, sollte aber in Zeiten instabiler Märkte nur mit Vorsicht genutzt werden.

Unfallversicherung:

Sie beinhaltet ähnliche Leistungen, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, greift allerdings nur bei tatsächlichen Unfällen. Dafür aber weltweit und zu niedrigen Beiträgen.

Da sie aber Berufsunfähigkeit durch Krankheiten nicht abdeckt, die statistisch gesehen häufiger vorkommt, empfiehlt sie sich primär in Berufsfeldern, die gefährliche, unfallanfällige Tätigkeiten verlangen.

Eine Alternative können beispielsweise Berufsgenossenschaften bilden. Diese zahlen auch bei Berufskrankheiten.

Fazit:

Letztendlich beinhaltet das Versicherungswesen in Deutschland eine Unzahl von Möglichkeiten für Arbeitgeber, sich gegen wie auch immer geartete Dienstausfälle abzusichern.

Wie in allem Anderen, das für den Erfolg Ihres Unternehmens maßgeblich ist, gilt es, allerdings auch hier die richtige, zielführende und kostengünstige Zusammenstellung zu finden.

Dem sollte daher in jedem Fall eine Risikoanalyse zugrunde liegen. Bestimmte Berufe sind sehr viel anfälliger, was Unfälle und Krankheiten angeht, als andere.

Arbeitet ein Unternehmen beispielsweise in Gefahrengebieten – in Zonen, die anfällig für Umweltkatastrophen sind oder im Bereich der Seefahrt, so sollte hier ein intensiver Blick auf die Ausfallmöglichkeiten geworfen werden, um gezielt Leistungen auszusuchen, die diese abdecken.

Besitzt man Schiffe, die in internationalen Gewässern unterwegs sind, lohnt es sich, möglicherweise gegen Piraterie abzusichern – um ein konkretes Beispiel zu nennen.

Der ideale Katalog von Versicherungsleistungen umfasst logischerweise alles, was ein Firmengründer benötigt, zehrt dabei aber nicht zu viel von seinem Startkapital auf.

Es ist daher absolut notwendig, ausreichend Zeit und Energie in die Zusammenstellung eines solchen zu investieren.

Gastautor

Gastautor

Regelmäßig veröffentlichen Gastautoren auf freelance.de Beiträge zu interessanten Themen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.