Freiberufler-Eltern: Der Spagat zwischen Kindern und Kunden

Themenwoche: Freelancer und Kinderbetreuung

Mit Notizbuch am Kinderbett, mit Tablet am Fußballfeld

Etwa ein Viertel der Freelance.de-Mitglieder sind Mütter oder Väter, wie unsere Umfrage vom Juli zeigte. Am organisatorischen Balanceakt zwischen Akquise, Projektarbeit, Kundenmeetings und Weiterbildung gibt es hier noch ein, zwei oder drei weitere Mitspieler, die gerne ein Wörtchen mitreden: ihre Kinder.

Ein Baby stellt erst mal alles Gewohnte auf den Kopf. Kleinkinder brauchen Mama oder Papa nach dem Kindergarten, nachts und besonders wenn sie krank sind, Teenager brauchen ein offenes Ohr und ein Taxi. Und das immer, egal, ob gerade ein großes Projekt ansteht oder Mama darunter leidet, dass die Aufträge ausbleiben. Freiberufler mit Kindern stehen immer wieder vor der Frage, wie berufliche Termine und Zeit mit der Familie so organisiert werden können, dass möglichst keine der beiden Seiten auf der Strecke bleibt.

Viele Eltern, vor allem Mütter, entscheiden sich erst nach der Geburt der Kinder für eine freiberufliche Tätigkeit. Aber auch alte Hasen unter den Freiberuflern haben als frischgebackene Eltern plötzlich ganz neue Herausforderungen zu meistern. Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf spricht zunächst einmal die zeitliche Flexibilität für die Selbstständigkeit: Freelancer-Eltern können ihre Arbeitszeiten selbst bestimmen. So können nicht nur plötzlich anstehende „Familiennotfälle“ wie Krankheiten, Arzttermine oder Gespräche mit Erziehern und Lehrern leichter aufgefangen werden. Sie genießen es außerdem, spontan mit ihren Kindern Ausflüge zu machen, wenn das Wetter zu schön für Kindergarten und Büro ist oder können sich fast immer dienstags Zeit fürs Fußballtraining nehmen.

Die Alternative wäre für viele Eltern von Kleinkindern, nur in Teilzeit zu arbeiten. Im Vergleich dazu verdienen Freelancer häufig deutlich besser und können sich beruflich leichter weiterentwickeln. Karriere machen also, anstatt als „halbe Kraft“ von Kollegen belächelt zu werden und vom Chef in den weniger anspruchsvollen Projekten geparkt zu werden.

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Also alles super? Nicht ganz. Schon beim Thema Verdienst gibt es einen Haken, der sich vielleicht erst später zeigt. Bei schwankendem Einkommen bleibt oft nicht viel Geld übrig, das für die Altersvorsorge zur Seite gelegt werden kann. Und auch das Risiko von häufigen Krankheiten der Kinder trägt eher der Freiberufler selbst. Wer seine Kunden über einen längeren Zeitraum oder häufiger im Jahr nicht mehr zuverlässig betreuen kann, verliert sie unter Umständen schneller als ein Angestellter den Arbeitsplatz, wo Kollegen bei Engpässen einspringen. Außerdem ist der Aufwand, den Alltag zu organisieren, höher als bei geregelten Arbeitszeiten – was nicht jedem leicht fällt. Und egal ob Übersetzer, Webdesigner oder Yogalehrer: Arbeitszeiten fallen auch auf Abende und Wochenenden – Zeiten, in denen andere Eltern der Familie zur Verfügung stehen oder sich notwendige Auszeiten nehmen können.

Pünktlich zur Ferienzeit in den meisten Bundesländern beschäftigt sich unsere Themenwoche mit dem Spagat zwischen Kindern und Kunden. Ferien sind die Zeit, in der einige Freiberufler nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch deren Freunde betreuen: Denn wer tagsüber oft präsent ist, wird von anderen Eltern auch leichter mal um einen Gefallen gebeten.

Für den Beitrag am Dienstag haben wir Eltern gefragt, welche Rolle die Kinder bei der Entscheidung, selbstständig zu arbeiten, spielten und wie die Eltern ihren Alltag meistern. Dabei werfen wir die Frage auf, ob Väter etwas von Müttern lernen können.

Am Mittwoch blicken wir auf eine Neuerung in der Gesetzgebung: Seit Anfang Juli können Eltern das ElterngeldPlus beantragen. Dr. Britta Beate Schön, Redakteurin beim OnlineVerbrauchermagazin Finanztip.de erläutert die wesentlichen Veränderungen für Freiberufler.

Finanzielle Aspekte stehen auch am Donnerstag im Mittelpunkt: Die Finanzexpertin hat Tipps zu Versicherungen und Altersvorsorge. Eltern erzählen, wie sie individuell mit Schwankungen und Unsicherheiten umgehen.

Zum Abschluss der Themenwoche geben Eltern einen Einblick in ihren Alltag und teilen ihre Erfahrungen mit allen, die auch mit Schnuller und Tablet jonglieren, im Ballettunterricht Übersetzungen schreiben oder sich die Nächte mit einem Projekt um die Ohren schlagen, wenn sie nachmittags spontan mit den Söhnen im Freibad waren.

Unsere Themenwoche im Überblick:

Montag: Freiberufler-Eltern: Der Spagat zwischen Kindern und Kunden
Dienstag: Erfahrungen machen: Familien im Abenteuer Freiberuflichkeit
Mittwoch: Das ElterngeldPlus: Eine Starthilfe ins Elterndasein für Freiberufler
Donnerstag: Monatsmiete, Rücklagen und schlaflose Nächte: Finanztipps
Freitag: Mit Tablet am Kinderbett und Fußballfeld: Einblicke und Tipps

Daniel Wagner

Daniel Wagner

Daniel Wagner ist freiberuflicher Community Manager. Mit seinem Label Danny Woot hat er sich auf den Aufbau und die Betreuung von Online-Communities speziell in der Entertainment-Branche (Film, TV, Games) spezialisiert.

7 Kommentare:

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