Weiterbildung für Freelancer: Möglichkeiten, Finanzierung & Tipps

Unter Freelancern tummeln sich eine Menge Autodidakten, die aufgrund ihres Talents und einer gewissen Affinität zu Technik, von ihren Arbeiten ebenso gut leben können, wie Akademiker oder Fachkräfte, die auf Abschlusszeugnisse und Diplome verweisen. Egal worauf die freiberufliche Arbeit basiert, eins haben alle gemeinsam: Sie müssen sich weiterbilden. Wer Trends verschläft, verliert Aufträge. Die Investition in eine Weiterbildung kann daher zwar ein finanzieller Aufwand und ebenso gewinnbringend sein.

Lernen und trotzdem arbeiten

Der Weiterbildungsmarkt ist flexibel geworden. Seminarzeit hieß früher Ausfallzeit. Als festangestellter Arbeitnehmer war diese mitunter sogar sehr willkommen. Der Freelancer hingegen hat Abgabetermine, möchte Telefon oder Mailaccount nicht über längere Zeit unbesetzt lassen und zahlt eine Weiterbildung aus eigener Tasche, in die während der Seminarzeit halt auch kein Geld hineinfließt.

Die meisten Bildungsdienstleister haben inzwischen Zeitmodelle und auch Seminarmethoden, die eine berufsbegleitende Weiterbildung ermöglichen. Reine Präsenzseminare gibt es zwar noch, doch es wird verstärkt an Zielgruppen gedacht, die ihr Geschäft nicht schließen können oder in Situationen sind, in denen ihnen die Teilnahme an Präsenzkursen nicht möglich ist. Fast jeder Kurs ist inzwischen auch als Onlinekurs im Angebot. Webinare ersparen zudem Fahrtwege und -zeiten, was Freelancern ebenfalls zugutekommt. Je nach Weiterbildung sind sogar die Teilnahmezeiten so flexibel, dass das eigene Lerntempo mitbestimmen kann, ob die Inhalte schneller oder langsamer aufgenommen werden. Auftragsschwache Zeiten können somit sinnvoll genutzt werden, ohne unter zeitlichen Druck zu geraten.

Auch die Lehr- und Lernmethoden wurden optimiert und auf digitale Angebote ausgeweitet. Damit findet jeder die Unterstützung, die seinem Lerntypen entspricht.

Finanzierung von Weiterbildungen

Weiterbildungen sind förderfähig. Allerdings haben Freelancer teilweise kaum Zugang zu den Fördermitteln, weil sich diese an Unternehmer richten, die Angestellte weiterbilden lassen wollen oder aber Arbeitsuchende qualifizieren soll. Wer eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, kann jedoch von Aufstiegsförderungen profitieren.

Wer in früheren Festanstellungen vermögenswirksame Leistungen angespart hat, kann diese in Weiterbildungen investieren, ohne die staatlichen Vergünstigungen zu verlieren. Ansonsten kann ein Bildungskredit über die KfW Bank beantragt werden. Dieser Kredit muss natürlich zurückgezahlt werden, mildert aber ggf. das Loch im Budget etwas ab. Die Konditionen sollten gut geprüft werden, denn oftmals bieten auch die Bildungsträger selbst Ratenzahlungen an, die ähnliche Bedingungen haben.

Freelancer, die ohne spezielle Kenntnisse in Gefahr geraten, arbeitslos zu werden, können versuchen, bei der Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein zu beantragen. Denn drohende Arbeitslosigkeit gilt als ein Grund, diese Förderung auch für Nichtarbeitsuchende zu gewähren.

Möglichkeiten, die Weiterbildungen für Freelancer bieten

Wissen ist Macht, heißt es. Übertragen auf Freiberufler bedeutet dies, Wissen hilft, schneller und besser zu arbeiten. Spezialkenntnisse berechtigen zu höheren Preisen und ziehen Kunden an. Nirgends zeigt sich dies wohl so deutlich wie im Bereich Webdesign. Es ist so leicht geworden, Webseiten zu programmieren. CMS erlauben es zum Teil sogar Unternehmen, ganz ohne einen Programmierer ihre Präsenz ins Internet zu stellen. Doch Themen wie Urheberrechte für Bilder, Lizenzen für Schriften und vor allem der Datenschutz werden von Laien gar nicht überblickt. Und sobald Individualität gefragt ist, reicht ein vorgefertigtes Thema nicht mehr aus.

Am besten ist aber, dass Wissen dich selbst zum Experten macht und du in die Rolle der Lehrenden wechseln kannst. Ob das gleich als richtige/r Dozent/in sein muss, sei mal dahingestellt. Auch Supporter lehren, indem sie erklären, wo ein Fehler liegt. Die Produktion digitaler Angebote in Form von Ebooks, Videos etc. liegt im Trend und am Ende hilft eine Weiterbildung, mit dem Wissen Geld zu verdienen.

Tipps für die Weiterbildung

Ein Musiker der zehn Instrumente spielt, ist allein aber immer noch kein Orchester. Und ob er eins perfekt beherrscht? Spezialisierung heißt das Zauberwort. Am effektivsten ist die Weiterbildung in eine ganz bestimmte Fachrichtung, wenn sie stark nachgefragt ist und es noch wenige „Spezialisten“ gibt oder die Tätigkeit in Engpassberufen angesiedelt ist.

Der Pflegebereich ist beispielsweise so ein Engpassberuf und tatsächlich greifen selbst Unikliniken auf freiberufliche Pflegekräfte zurück, weil sie kein Personal finden oder in Krisen wie der Pandemie hohe Krankenstände haben. Pflege ist nicht gleich Pflege. Die Arbeit auf einer Station mit beatmeten Patienten, selbst wenn es keine Intensivstation ist, ist eine komplett andere, als auf einer Augenstation.

Spezialisierung sollte natürlich immer darauf basieren, was du selbst gut kannst und gern machst. Denn das Lernen fällt dann leichter.

Wer seinen eigenen Lerntypen kennt, kann seine Lernzeit effektiv nutzen. Die auditiven Lerntypen müssen nicht mehr auf langweilige Hörlehrbücher zurückgreifen. Es gibt Podcasts zu jedem Thema. Und Podcasts lassen sich auch unterwegs hören. Das heißt, Wege oder Wartezeiten können optimal genutzt werden. Interaktive Apps helfen, Inhalte anschaulicher darzustellen und schneller aufzunehmen.

Lernen nach Plan hat Vorteile. Natürlich kommt auch mal ein spontaner Auftrag rein, der Vorrang haben sollte. Doch mit einem guten Zeitmanagement, bleibt der Stress im Rahmen.

Gelerntes muss angewendet werden. Mit einer erfolgreich beendeten Weiterbildung kommen ja nicht automatisch die Kunden und fordern ein, das Wissen umzusetzen. Wenn sich aktuelle Kunden nicht für Neues begeistern, sollten eigene Projekte umgesetzt werden, damit das mühsam erworbene Fachwissen nicht in ein Hirnareal geschoben wird, in dem alles liegt, was wir mal wussten und nicht brauchten.

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Fazit: Ohne Weiterbildung wird ein Freelancer langfristig nicht bestehen können.

Es ist besser, sich kontinuierlich weiterzubilden, um nicht zu große Wissenslücken entstehen zu lassen. Für die Finanzierung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und auch Fördertöpfe. Die Wahl des Anbieters sollte sorgfältig abgewogen werden. Bewertungen und Erfahrungsberichte geben Aufschluss über die Qualität des Seminars, die Organisation und den Umgang mit Teilnehmern und Konflikten. Wissen fördert den beruflichen Erfolg. In der heutigen Zeit sind Kunden deutlich besser informiert, das erfordert bei Freelancern einen sicheren Fundus an Fachwissen.

Abgesehen von wirtschaftlichen Aspekten für die Selbstständigkeit, tut Lernen aber auch der Seele gut. Das Hirn ist gefordert und bleibt flexibel. Zudem sind Weiterbildungen gute Kontaktbörsen im Businessbereich, aus denen nicht selten berufliche Kooperationen hervorgehen. Und das gute Gefühl, eine Prüfung bestanden zu haben, ist unbezahlbar.

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