9 Chancen für IT-Freelancer in 2023

Die neue Rolle der IT als „Business Enabler“ bietet enorme Chancen für IT-Freelancer in 2023.

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Die Corona-Pandemie war die zentrale Herausforderung für viele Unternehmen. Doch es gibt einen Bereich, der endlich den nötigen Aufschwung, Anstoß und die Wertschätzung erhält, um durchzustarten: die IT. Sie wird jetzt als „Business Enabler“ wahrgenommen „(…) und entwickelt aus Sicht der Fachbereiche innovative und differenzierende digitale Lösungen.“ Die digitale Transformation der Unternehmen findet nun viel stärker entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z. B. von Einkauf bis After Sales) statt. Genau hier liegen die Chancen für IT-Freelancer in den kommenden Jahren, denn der akute Fachkräftemangel gefährdet die Transformationsvorhaben der Unternehmen. Wir haben die Lünendonk®-Studie 2022 „Future of IT“ im Hinblick auf die neun größte Chance für IT-Freelancer im Jahr 2023 für Sie zusammengefasst.1

Was hat sich verändert und wo wird IT-Know-how gesucht?

1. „Remote Work“ sicherstellen & „New Work“ ermöglichen

Die IT konnte im Lockdown einen Wendepunkt erleben, endlich zeigen, was sie kann und ihre Rolle für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs dem Praxistest unterziehen. Und sie hat geliefert, denn praktisch über Nacht wurde für die meisten Homeoffice und Remote Work ermöglicht.2 Und das gilt es auch zukünftig sicherzustellen – Stichwort „New Work“.2

2. IT-Freelancer gleichen den Fachkräftemangel aus

Mehr Aufgaben für die IT und Wertschätzung als Business Enabler sind positive Entwicklungen, denen der vorherrschende IT-Fachkräftemangel im Weg steht. Vor allem in den Bereichen Softwareentwicklung, Cloud Architektur, Businessarchitektur, Cyber Security und Data Analytics werden händeringend Experten gesucht. Und das hat mit hoher Wahrscheinlichkeit steigende Honorarsätze zur Folge. Ein weiterer Bereich in dem Fachkräfte fehlen ist die Produktentwicklung, da Software nicht nur in den Wertschöpfungsprozessen des Kunden wichtiger wird, sondern auch die Rolle der IT innerhalb der Produkte deutlich steigt (z. B. intelligente und vernetzte Endgeräte). Durch fehlende Experten wird auch hier die Entwicklungsgeschwindigkeit gebremst.

3. Den Shift zu Online-Absatzkanälen begleiten

Die Pandemie als „Game Changer“ schlechthin, war für viele Unternehmen der Anlass, um längst überfällige Innovationen umzusetzen. Der Trend geht nach wie vor dahin, Produkte und Dienstleistungen dort zu vermarkten, wo sie verstärkt nachgefragt werden: über digitale Kanäle. Ziel der Unternehmen ist es daher, Produkte und Services viel stärker vom Kunden aus zu entwickeln (Customer Centricity) und schneller zur Marktreife (Time-to-Market) zu bringen. Der drastische Rückgang traditioneller, persönlicher Absatzkanäle führte zur Verlagerung hin zu Online-Absatzkanälen. Nun steht die Digitalisierung der Geschäftsmodelle und die Entwicklung digitaler Lösungen zur Kundenzentrierung auf der CIO-Agenda. Es braucht die IT, um digitale Lösungen zu entwickeln, die Business-Mehrwerte schaffen.3

4. Einführung einer agilen Demand- & Supply-Organisation unterstützen

Die Aufmerksamkeit des CIOs und der IT-Funktion sollte sich direkt auf die Business-Prozesse und Kundenprodukte richten. 65 Prozent der in dieser Lünendonk-Studie befragten Unternehmen haben bereits begonnen, eine agile Demand- und Supply-Organisation einzuführen, „(…) (um) die Fachbereiche mit der IT-Organisation enger zu verzahnen und IT-basierte Lösungen mit hohem Business Impact zu entwickeln (…) , worauf der Fokus auch im Jahr 2023 weiter liegen wird.4

5. Wachsenden Bedarf an Cyber Security decken

Mit zunehmender Digitalisierung nehmen Hacker-Angriffspunkte und Angriffsflächen zu, und die Fähigkeit der Angreifer, ihre Methoden zu variieren und neue Technologien einzusetzen. Deshalb priorisieren Unternehmen die Absicherung ihrer Unternehmensnetze – was nur durch die Unterstützung von Sicherheitsexperten realisierbar ist.5

6. Lücken bei der Digitalisierung schließen

Digitale Vorreiter wie Netflix oder Uber, die neue Business-Modelle erschaffen haben oder Tesla, das die ganze Automobilindustrie in Aufruhr versetzt, haben eine große Lücke zwischen sich und traditionellen Unternehmen geschaffen, die gerade erst zum digitalen Unternehmen wandeln. Diese Lücke gilt es zu schließen – was aber nur gelingen kann, wenn das Thema Digitalisierung priorisiert wird und entsprechend Fachkräfte eingesetzt werden. Angefangen beim Strategieberater, über den Marketing- und den Beschaffungsexperten bis zum CRM-, ERP- oder Software-Spezialisten.6

7. Aufbau einer cloudbasierten & Schnittstellen offenen IT-Landschaft

Nachdem es vor Corona hauptsächlich um die Optimierung interner Prozesse ging, konzentrieren sich nun alle Bemühungen auf die Transformation der Geschäftsmodelle und -prozesse. Daher müssen viele „Transformationsfelder parallel vorangetrieben“ werden. Auf der Agenda der Investitionen bis 2024 steht daher die Modernisierung der IT und die Transformation zur Cloud, sowie die Umgestaltung der Prozesswelt hin zu miteinander vernetzten und digitalisierten Prozessketten.

Der Wandel lässt Budget in die IT-Modernisierung, Prozessoptimierung und Kundenzentrierung fließen. Grund dafür ist: Aus technischer Sicht ist die Cloud die zentrale Voraussetzung für ein digitales Unternehmen, neben der Fähigkeit, aus Daten einen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen und das Unternehmen auf die stattfindenden Veränderungen bezüglich der Digitalisierung auszurichten. Technisch betrachtet ist die Cloud der wichtigste Bestandteil von Cloud-native-Anwendungen, und 95 Prozent der befragten Unternehmen der Studie gehen davon aus, dass die meisten künftigen Anwendungen auf Cloud-Native-Technologien basieren werden. 65 Prozent sind zudem sicher, dass Geschäftsprozesse in Zukunft viel besser miteinander verzahnt und intelligent gesteuert werden können.7

8. Unterstützung bei der Umsetzung der ESG-Richtlinien

Ab 2024 werden mittelgroße bis große Unternehmen dazu verpflichtet, im Rahmen des ESG -Reportings (Environmental, Social, Governance) die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien bezüglich steigenden Energieverbrauches und erhöhtem CO₂-Ausstoß in der IT-Lieferkette, zu dokumentieren. Potenziale bestehen darin, das richtige ESG-Reporting zu erstellen und zu betreiben, um Einsparmöglichkeiten zu erkennen und umzusetzen. Ein hohes Einsparpotenzial kann auch im Produktbereich erzielt werden, z. B. mit der Entwicklung von Sensoren (IoT 4.0), die ineffizienten Maschinen in der Produktion identifizieren oder einen ungewöhnlich hohen Energieverbrauch im Betrieb erkennen. Massiv an Relevanz gewinnt auch die Sustainability by Design, bei der es darum geht, Softwarelösungen bereits in ihrer Architektur so gestaltet, dass sie energieeffizient arbeiten.8

9. Support bei der intelligenten Prozessautomatisierung & Industrie 4.0

Ein enorm durch die Pandemie beschleunigter Trend ist die „intelligenten Prozessautomatisierung“, bei der mithilfe von Technologien wie Process Mining, Robotic Process Automation und künstlicher Intelligenz, Prozesse digitalisiert und automatisiert werden. Ein weiterer Trend ist „Industrie 4.0“. Dabei geht es um die „(…) Digitalisierung der Produktion und der Produkte in integrierte Systeme.“ Ein Beispiel liefert die Automobilindustrie: „Früher waren Autos ‚mechanische Wunderwerke‘, jetzt werden sie ‚softwaredefined‘, das heißt, die Software bestimmt in signifikantem Umfang die Funktionalität des Autos in der Zukunft. Früher musste man zum Tuning in den Shop, bald – und bei Tesla schon heute – bekommt man neue Software-Updates „over the air“ (OTA).“ Um das Vorhaben umzusetzen, bedarf es IT-Experten, die Innovationen weiterentwickeln.9

Prognose für IT-Freelancer

Die Studien-Ergebnisse zeigen, dass durch die Pandemie der Transformationsdruck zugenommen hat. IT ist der „Business Enabler“ und liefert damit einen maßgeblichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, um den Anschluss an die Digital Leader nicht zu verlieren. Dabei müssen viele Digital-Projekte gleichzeitig umgesetzt werden, wofür es hochqualifizierte Experten braucht. Laut der Studienergebnisse ist die derzeitige IT-Organisation nicht in der Lage, die Anforderungen aus dem Business vollständig zu erfüllen. Und genau hier ergeben sich in den kommenden Jahren Chancen für IT-Freelancer sowie hochqualifizierte Freiberufler, um die Veränderungs- und Entwicklungsprozesse voranzutreiben und erfolgreich zu gestalten.10

Auf lange Sicht wird der Bedarf an IT-Experten hoch bleiben, denn den Unternehmen wird es nicht gelingen, den Bedarf im Hinblick auf Ressourcen und Expertenwissen nur intern zu decken. Das moderne und agile Projektgeschäft ist auf kurzfristige Unterstützung angewiesen. Daher eine sichere Zeit für IT-Experten.


Quellen-Angaben:
Lünendonk®-Studie 2022: Future of IT – die Rolle der IT bei der Digital Business Transformation:
Eine Studie der Lünendonk & Hossenfelder GmbH in Zusammenarbeit mit Wipro Limited
(Stand: 28.10.2022)
1 vgl. S. 5, 10; 2 vgl. S. 3f. ; 3 vgl. S. 4, 10 ; 4 vgl. S. 27, 48 ; 5 vgl. S. 16 ; 6 vgl. S. 47 ; 7 vgl. S. 15 ; 8 vgl. S. 6, 15, 35, 50 ; 9 vgl. S. 48 ; 10 vgl. S. 4, 44ff.;

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