Stundensatz oder Projektvergütung? Vor- & Nachteile der jeweiligen Abrechnung

Die Arbeit als Freelancer ist in vielen Fällen lukrativ: Im Normalfall sind die Honorare deutlich höher als die eines Festangestellten. Doch unabhängig davon, ob der Kunde anfragt oder ob Sie Ihre Kosten- und Administrationssituation überdenken – oftmals kommt die Frage auf, ob Sie als Freelancer nun eine Abrechnung auf Stunden- oder doch besser auf Projektbasis vornehmen sollten. Eine Bilanz zu den Vor- und Nachteilen der jeweiligen Abrechnungsweise:

Abrechnung nach Stunde

abrechnung nach stunde oder projektBei einer Abrechnung nach Stunde werden Sie für exakt die Arbeitszeit entlohnt, die Sie in das Projekt stecken. Das kann Vor- und Nachteile haben. Das Gute daran ist, dass bei einem Stundensatz die einfache Formel gilt: Je mehr Sie arbeiten, desto höher der Ertrag. Sollten Sie also wider Erwarten einmal länger an einem Task zu tun haben oder Sie bekommen kurz vor knapp noch eine zusätzliche Aufgabe aufgebrummt – all das wird quasi monetär honoriert und macht etwaige Überstunden doch gleich etwas erträglicher. Andererseits birgt diese Form der Abrechnung die ein oder andere Unwägbarkeit: Wenn Sie doch mal nicht an Ihrem Projekt arbeiten können, dann erhalten Sie für diese Zeit auch keinen Lohn. Höchstwahrscheinlich arbeiten Sie nicht die üblichen 40 Stunden/Woche in 48 Wochen/Jahr. Urlaub, Feier- und Krankheitstage wollen auch bedacht werden. Und mal ehrlich, mit das Beste am Freelancerdasein ist doch die Flexibilität, auch mal mitten am Tag ins Kino gehen zu können. Auch wenn Sie die Stunden sicher an anderer Stelle wieder reinholen. Für solche Fälle sollten Sie am besten immer eine Art Puffer in Ihren Stundenlohn einbauen. Dadurch können Sie solche Durststrecken besser überbrücken. Welche Posten Sie bei der Festlegung Ihres Stundensatzes sonst noch genau einkalkulieren sollten, lesen Sie hier. Für eine bessere Vergleichbarkeit haben wir eine Übersicht über die Stundensätze von Freelancern aus verschiedenen Branchen. Ein weiterer Nachteil dieser Abrechnung ist, dass nicht der Schwierigkeitsgrad bzw. die Komplexität Ihrer Aufgaben bezahlt wird, sondern die reine Stundenzahl. Ob Sie nun eine Stunde für eine Präsentation aufwenden oder für einen schwierigen Programmierungscode, bei einem festen Stundensatz ist der finanzielle Outcome der Gleiche.

Abrechnung nach Projekt

An diesem Punkt setzt die projektbasierte Abrechnung an. Je nach geschätztem zeitlichem, logistischem und kognitivem Aufwand, legen Sie hier einen Preis für das gesamte Projekt fest. Das minimiert ein Stück weit das Risiko. Denn bei dieser Variante steht nicht die schiere Stundenanzahl im Vordergrund, sondern der tatsächliche Mehrwert, den Sie dem Kunden als Freelancer bieten. Hier stehen Ihre Erfahrung und Expertise noch mehr im Fokus. Erstere ist es jedoch auch, die Sie besonders brauchen, wenn Sie eine Abrechnung auf Projektbasis wünschen. Denn eine Kalkulation aus den oben genannten Faktoren erfordert viel Selbstreflexion und einen guten Weitblick. Diese Methode eignet sich also eher für erfahrenere Freelancer. Schwierig wird es, wenn kurz vor Fristende noch ungeplante, aber dringende und nachtschichtverdächtige Aufgaben bei Ihnen eintrudeln.

Die Vorteile der einen Variante sind meist die Nachteile der anderen und andersherum. Am besten, Sie entscheiden, womit Sie sich wohler fühlen und kommunizieren das an die Projektanbieter. Die meisten von Ihnen kennen beide Abrechnungsformen. Unangenehm wird es erst, wenn es doch mal zur Diskussion um den Preis an sich geht – doch auch dafür haben wir die passende Antwort.

Antonia Markiewitz

Antonia Markiewitz

ist bei freelance.de im Bereich Online Marketing tätig.

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