Leben als digitaler Nomade? Diese Jobs machen es möglich!

Das Leben als digitaler Nomade klingt für viele Menschen nach einem Traum. Manche möchten ihr ganzes Leben auf Reisen verbringen, andere zumindest für einige Monate oder Jahre um die Welt tingeln und Abenteuer erleben, bevor sie irgendwo sesshaft werden. Die Beweggründe für dieses Lebensmodell sind daher ebenso vielfältig wie seine Gestaltung. Manch einer hat überhaupt keinen festen Wohnsitz mehr und ist immer unterwegs, andere brechen nur zu einzelnen Trips auf, um anschließend heimzukehren und im Homeoffice zu arbeiten. In jedem Fall erfordert dieses Lebensmodell aber ein passendes Arbeitsmodell, das liegt auf der Hand. Wenn Sie vom digitalen Nomadentum träumen, stellt sich daher für Sie die Frage: Welche Jobs machen es möglich?

Nomadenleben

Blogger

Der Beruf des Bloggers ist noch vergleichsweise neu und viele Menschen können sich kaum vorstellen, dass dadurch genug Geld zum Leben reinkommt. Doch tatsächlich gibt es immer mehr hauptberufliche Blogger oder Influencer, wie sie gerne genannt werden, und wer ausreichend Follower hat, verdient sich sogar ein goldenes Näschen. Worüber derjenige bloggt oder vloggt und über welchen Kanal, sei es YouTube, Instagram, ein eigener Blog & Co, ist irrelevant.

Viele digitale Nomaden sind natürlich Reiseblogger, schließlich können sie so ihr Lebens- und Arbeitsmodell optimal verbinden. Doch auch (beinahe) jede andere Form von „Influencing“ ist möglich. Blogger sind demnach selbständig und sind in erster Linie damit beschäftigt, ihren Content zu produzieren. Aber auch die Kommunikation mit Geschäftskunden, das Beantworten der Nachrichten von Followern und viele weitere Tätigkeiten gehören zu ihrem Alltag. Allerdings gibt es keine Garantie, als Influencer auch tatsächlich erfolgreich zu werden und das Business wächst in der Regel langsam. Es ist daher in den wenigsten Fällen möglich, sich direkt hauptberuflich als Blogger selbständig zu machen und als digitaler Nomade zu leben.

Programmierer

ITler sind die mitunter gefragtesten Fachkräfte auf dem (deutschen) Arbeitsmarkt. Viele ihrer Tätigkeiten lassen sich aber mittlerweile auch „remote“ ausführen und so gibt es immer mehr Programmierer, die sich selbständig machen und als digitale Nomaden um die Welt ziehen. Dabei kann es sich um Webprogrammierer handeln, aber auch um Softwareentwicklung. Ebenso sind Jobs im Datenmanagement heutzutage oft ortsunabhängig möglich und werden gerne an Freelancer vergeben. Dieser Berufsweg ist als Quereinsteiger zwar machbar, aber unüblich. Ein Studium ist daher in jedem Fall empfehlenswert, denn viele Kunden werden Ihre Referenzen sehen wollen. Alternativ gibt es zwar erst wenige, aber immerhin einige Angebote für Festanstellungen, bei denen Sie „remote“ arbeiten können – aus dem Homeoffice oder von einem Strand aus, der sich am anderen Ende der Welt befindet.

Virtueller Assistent

Virtuelle Assistenten können ebenfalls selbständig oder angestellt sein. Im Gegensatz zum klassischen Assistenten, der vor Ort arbeitet, funktioniert die Kommunikation zwischen Auftraggeber und virtuellem Assistenten rein digital – und ebenso dessen Arbeitsinhalte. Dabei kann es sich um die Beantwortung von E-Mails handeln, um die Kundenakquise für andere Selbständige, um das Management für einen Influencer, um die Betreuung einer Social-Media-Seite und vieles mehr. Theoretisch kann jeder auch ohne Vorkenntnisse als virtueller Assistent arbeiten, sofern er einen passenden Auftraggeber oder Arbeitgeber findet, der für seine Leistungen zu zahlen bereit ist. Es lohnt sich daher, sich einmal Gedanken zu machen, wo Ihre Talente liegen und wie Sie damit jemandem so helfen können, dass er oder sie dafür bezahlt.

Virtuelle Assistenz am Strand

Text, Übersetzung & SEO

Das Internet wäre ohne Texte nicht vorstellbar. Geschriebener Content ist auf jeder Webseite, jedem (gewerblichen) Social-Media-Profil, in jeder Werbekampagne, jedem Online-Magazin und vielen weiteren Fällen erforderlich. Dementsprechend groß ist der Bedarf an Textern sowie SEO-Spezialisten. Weiterhin werden immer wieder Übersetzer gebraucht, um beispielsweise einen Online-Shop mehrsprachig zu gestalten, aber auch für die Live-Übersetzung bei Videokonferenzen und ähnlichen Anlässen. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung, Texterstellung und Übersetzung gibt es demnach viele Potenziale, um als digitaler Nomade zu arbeiten und zu leben. Vorkenntnisse sind dabei förderlich, jedoch brauchen Sie nicht zwingend ein entsprechendes Studium beziehungsweise eine Ausbildung. Was Sie aber benötigen, ist Talent und unternehmerisches Denken, um Ihre Selbständigkeit erfolgreich zu machen – und zu halten.

Trader

Das Online-Trading erlebt derzeit einen Hype. Viele Plattformen im Internet werben mit dem Versprechen, dass durch das Trading jeder innerhalb kürzester Zeit reich werden kann, ohne viel Geld oder Zeit zu investieren. Das entspricht allerdings nicht der Realität. Zwar ist es durchaus möglich, ausreichend Geld zu verdienen, um das Trading hauptberuflich zu betreiben. Reich werden hier aber nur die Wenigsten und einfach ist dieser Weg ebenso wenig. Wenn Sie durch das Trading als digitaler Nomade leben und arbeiten möchten, brauchen Sie jede Menge Vorkenntnisse, viel Übung, viel Zeit und auch ein bisschen Glück. Sind Sie bereit, Zeit zum Erlernen und Üben zu investieren und gegebenenfalls etwas Geld zu verlieren, haben Sie vielleicht irgendwann den Dreh raus und können tatsächlich vom Trading leben. Allerdings bleibt dieses Geschäft stets riskant und zeitintensiv. Es ist daher sicher nicht für jedermann geeignet.

Web- oder Grafikdesigner

Weniger riskant ist die Arbeit als Web- oder Grafikdesigner. Wer hier eine solide Ausbildung oder zumindest ausreichend Kenntnisse mitbringt, kann problemlos als Freelancer oder „Remote-Angestellter“ arbeiten und dabei verschiedene Projekte übernehmen. Diese reichen von der Gestaltung einer Webseite über die Erstellung von Grafiken für ein Sachbuch bis hin zum Design von Etiketten, Booklets & Co, die für ein (neues) Produkt benötigt werden. Egal wie, man muss den Anforderungen immer gerecht werden. Was Sie also brauchen, ist ein gewisses Maß an Kreativität, viel Knowhow und ebenfalls einen „Unternehmersinn“ – es sei denn, Sie entscheiden sich für die Festanstellung. Ein spannender und abwechslungsreicher Job also, der heutzutage problemlos über das Internet stattfinden kann und somit auch über Ländergrenzen hinweg.

Online-Händler

Der E-Commerce boomt und ein Ende ist längst nicht in Sicht. Für Sie bedeutet das hervorragende Karrierechancen, wenn Sie sich als Online-Händler selbständig machen möchten – aber auch viel Konkurrenz. Sei es über Amazon oder mit einem eigenen Webshop, sei es für Kleidung oder Elektronik, sei es mit selbstgemachten oder eingekauften Waren…die Möglichkeiten, wie Sie dieses Geschäftsmodell gestalten können, sind vielfältig. Ebenso vielfältig müssen Ihre Kompetenzen sein, denn als Online-Shop-Betreiber sind Sie Unternehmer und Buchhalter zugleich. Sie müssen sich zumindest grob mit Marketing, Logistik sowie Steuern auskennen und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Als Online-Händler sind Sie also ein echtes Multitalent und können zugleich als digitaler Nomade leben sowie arbeiten.

Grundsatzentscheidung: Angestellter, Freelancer oder Unternehmer?

Es gibt natürlich noch weitere Jobs, welche für das digitale Nomadentum infrage kommen. Prinzipiell ist das in jedem Beruf möglich, der sich „remote“ ausüben lässt. Allerdings brauchen Sie dafür entweder einen fortschrittlichen Arbeitgeber oder Sie müssen den Sprung in die Selbständigkeit wagen. Letzteres ist als Freelancer sozusagen „solo“ möglich oder als Unternehmer mit eigenen Angestellten. Viele Szenarien sind also denkbar und schlussendlich müssen Sie das Lebens- und Arbeitsmodell finden, welches am besten zu Ihnen passt. Gewiss gibt es hierfür eine passende Lösung!

Fazit

Wichtig ist jedoch auch, dass Sie nicht nur die berufliche Perspektive im Blick behalten. Denn ein ausreichendes Einkommen zu generieren, ist nicht die einzige Voraussetzung, um als digitaler Nomade erfolgreich und glücklich zu werden. Dieses Arbeits- und Lebensmodell bringt nämlich besondere Herausforderungen mit sich. Dazu zählt die Zeitverschiebung zwischen Ihnen und Ihrem Auftraggeber beziehungsweise Arbeitgeber. Aber auch das ständige Reisen ist eine zusätzliche Belastung. Auf Sie wartet vielleicht ein Jetlag oder die Sprachbarriere, aber Sie müssen trotzdem produktiv sein. Es gilt eine steuerliche Regelung finden, wenn Sie keinen festen Wohnsitz haben, und viele weitere Herausforderungen zu meistern. Das alles ist möglich, aber in der Praxis oftmals nicht so einfach, wie es in der Theorie erscheint. Der Job ist dabei also die kleinste Hürde, welche Sie mit Sicherheit meistern können – durch die genannten Optionen oder eine andere Lösung.

Gastautor

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